Späte Erleuchtung – Notdusche

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4. Notdusche

Gegen Ende der zweiten Ferienwoche war irgendwie „Notduschtag“. Mitten im Freigelände des Camps stand eine einzelne Gartendusche, aus der nur kaltes Wasser kam. Hatte jemand etwas angestellt oder sich nicht benommen, konnte die Gruppe darüber entscheiden, ob er als Strafe dafür „notgeduscht“ wird. Das passierte in aller Regel, ohne dass derjenige es mitbekam; teilweise auch nur durch die Weitergabe von Zeichen und Blicken in die Richtung des „Opfers“. Es war ein heißer Sommertag, die Sonne brannte nur so vom Himmel. Trotzdem liefen wir, zwar mit nackten Füßen oder nur in leichten Sandalen, in unseren Uniformen im Camp herum. Inzwischen hatte auch ich mein Hemd mit dem Jungschar- Abzeichen und das dazu gehörige Halstuch bekommen, und ich war stolz wie Oskar, dass ich es tragen durfte.
Eigentlich hielt ich mich immer etwas zurück, wenn jemand unter die Dusche gestellt werden sollte; aber diesmal beteiligte ich mich natürlich an der Aktion; denn zuvor hatte Mario, ein kräftiger Kerl und fast einen Kopf größer als ich, mich gegen eines unserer Zelte gestoßen, so dass ich darauf fiel und das Zelt zusammenkrachte. Warum er das getan hat, weiß ich bis heute noch nicht. Vielleicht passte ihm einfach meine Nase nicht? Mario war halb Italiener, halb Deutscher und stammte aus einer so genannten „Gastarbeiterfamilie“. Wir akzeptierten ihn in der Gruppe, doch eigentlich wollte keiner so richtig etwas mit ihm zu tun haben. Ehe er es sich versah, hatten wir Mario blitzartig mit 8 Jungs gepackt und samt seiner Uniform unter die Dusche gezerrt. Verzweifelt versuchte er sich zu wehren, und es gelang ihm auch, den Einen oder Anderen von uns abzuschütteln – doch für Jeden, der von ihm abließ, waren zwei Andere da und packten ihn erneut. Aber da er um Einiges kräftiger war als die Meisten von uns, gelang es ihm immer wieder, einen von uns mit unter die eiskalte Dusche zu ziehen. Und so waren wir nachher fast alle klatschnass bis auf die Haut und wurden von den Gruppenleitern erstmal auf die Zimmer geschickt, um uns abzutrocknen und umzuziehen.
Tommi saß in einer Ecke und las ein Buch. Er hatte sich nicht an der „Duschaktion“ beteiligt. Irgendwie ritt mich gerade der Teufel; ich lief zu ihm. Als ich vor ihm stand, schüttelte ich so kräftig mit dem Kopf, dass das Wasser aus meinen Haaren ihn nass spritzte. Bevor ich überhaupt reagieren konnte, warf er das Buch weg, stand auf und packte mich. Trotz aller Versuche, mich loszureißen, zog er mich ganz allein erneut unter die Dusche – und stellte sich gleich mit darunter. „So, das hast Du nun davon!“ meinte er zufrieden und lachte mich an. „Na warte, das bekommst Du wieder!“ warf ich grinsend zurück. Wir machten uns ein paar Minuten lang einen Spaß daraus, unsere Kräfte zu messen und uns immer wieder gegenseitig unter das kalte, von oben herabprasselnde Wasser zu ziehen oder zu schieben. Wenn es sich ergab, versuchte einer von uns, ein Stück wegzulaufen – ließ sich dann aber doch wieder fangen, und das ganze Spiel ging von vorne los. Auch den Anderen im Camp war diese Aktion nicht entgangen. Sie standen im Kreis um uns herum, lachten und klatschten. In einigem Abstand standen unsere Betreuer und grinsten. So nass wie wir waren und mit nackten Füßen liefen wir in unseren Schlafraum.
Aus unserem Zimmer hatte es aber scheinbar doch nur uns beide erwischt – wir waren allein. Ohne die geringste Scheu zogen wir uns aus und trockneten uns ab; jetzt war es uns überhaupt nicht mehr peinlich. Nackt standen wir uns gegenüber und grinsten uns nur an. Tommi drückte mir sein Handtuch in die Hand und drehte sich um: „Kannst Du mir bitte den Rücken abtrocknen?“ Klar konnte ich! Gerne sogar! Es blieb nicht nur beim Rücken – überall, wo ich ein Wassertröpfchen entdecken konnte, tupfte ich mit dem Handtuch darauf; auf den Schultern, auf seinem Po, an den Beinen. Zu guter Letzt warf ich ihm das Handtuch über den Kopf; Tommi nutzte die Gelegenheit, und fuhr sich damit noch einmal durch seine feuchten Haare. Dann zog er mir mein Handtuch aus den Händen und tat es mir gleich. Auch er schien noch unendlich viele Tropfen auf meiner Haut zu finden. Doch Tommi tupfte nicht nur – er rubbelte mich regelrecht trocken. Er stand hinter mir, und begann ganz oben, auf meinem Kopf, Es folgten die Schultern, die Arme, der Rücken, mein Po, erst das linke, dann das rechte Bein und die Füße. Selbst zwischen meinen Beinen machte er nicht Halt, als ob es nichts Besonderes wäre, dass ein Junge einen Jungen dort abtrocknet.
Noch immer nackt, hängten wir dann erstmal unsere nassen Klamotten auf einem Bügel in das weit geöffnete Fenster. Eigentlich mochte ich mich noch gar nicht wieder anziehen – und wie es aussah, dachte Tommi genauso. Wir ließen uns viel Zeit – Zeit, in der wir, so wie der liebe Gott uns erschaffen hatte, allein mitten in dem geräumigen Schlafraum standen und uns nur anschauten. Wir setzten uns im Abstand von etwa einem Meter auf mein Bett, und jeder von uns versuchte, den Zeitpunkt, an dem wir uns doch wieder anziehen mussten möglichst lange hinauszuzögern. Fast unmerklich rutschten wir Zentimeter für Zentimeter aufeinander zu, bis wir plötzlich glaubten, ein Funken würde überschlagen, als wir uns berührten. Wieder trennten wir uns und hielten ein paar Zentimeter Abstand zueinander – dann berührten sich unsere Körper erneut. Es waren immer nur ganz kurze Momente – doch der Funken schlug jedes Mal über; wir fühlten uns, als hätten wir einen Elektrischen Schlag bekommen. Tommi ließ sich rücklings auf mein Bett fallen – und ich tat es ihm gleich. Ganz flach lagen wir nebeneinander – nur jeweils ein kleines Stück unserer Körper ragte senkrecht über die Silhouette hinaus. Doch in diesem Alter kam noch keiner von uns darauf, den Anderen bewusst dort zu anzufassen; also lagen wir nur da und warteten ab, bis wir uns wieder beruhigt hatten. Tommi war in der Entwicklung schon ein Stückchen weiter als ich – dort, wo bisher nur das herauskam, wenn seine Blase sich gefüllt hatte, sah ich nun deutlich eine klare Flüssigkeit, die sich um die Öffnung bildete. Es tropfte herab – auf meine Bettdecke. Schnell nahm Tom ein altes Taschentuch, das herumlag, und wischte sich ab. Erst etwas später verstand ich, was das war und wozu man es benötigte. Eine ganz natürliche Reaktion des Körpers auf bestimmte Reize… Irgendwann gingen wir dann endlich doch an unsere Schränke, holten uns saubere und trockene Klamotten raus, und liefen schließlich wieder hinaus zu den Anderen. Wenn man sich die Gruppe jetzt so ansah, konnte man schnell erkennen, wer „daran glauben“ musste und wer nicht – nur ein knappes Drittel hatte die Hemden nicht zum Trocknen aufhängen müssen, und war noch als Pfadfinder zu erkennen. Viele von uns trugen jetzt nur noch eine kurze Hose – sonst nichts.

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