Teil 6 – Meine kleine Geschichte

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Am Abend hatte meine Mama ein Date. Wir hatten „Thomas“ noch nicht kennengelernt, er war offensichtlich der Grund für den Schick-mach-nachmittag meiner Mutter.
Jonas und ich schauten fern, in Mamas Bett. Das ging nicht anders. Das Wohnzimmer war in unserer kleinen Wohnung gezwungenermaßen Mamas Schlafzimmer, wodurch die Ausziehcouch eine Doppelfunktion einnahm. Es war Mama zu mühsam, dass Bett täglich rückzubauen. Zum klassischen Sitzmöbel wurde ihr Bett nur, wenn sich Besuch ansagte.

Der Polster roch nach Mama. Jeder Mensch hat einen eigenen Geruch. Gewöhnlich wird er überspielt mit Deos und Parfüm, doch wenn ein Mensch mehrere Tage in einem Bett schläft, nimmt die Bettwäsche seinen Geruch an. Jedes Mal wenn ich in Mamas Bett lag, überkam mich das Gefühl von Geborgenheit und ich war mir sicher, dass hatte mit Mamas Geruch zu tun.
Das Programm war langweilig, zumindest für mich. Fernsehen war nie mein Medium und ich schaute die meiste Zeit mit Jonas gemeinsam um nicht alleine im Kinderzimmer verweilen zu müssen. Was Jonas nicht immer gut hieß. Wenn es mich nicht interessierte nervte ich Jonas mit Fragen. An diesen Abend stellte Jonas eine ungewöhnliche Frage.

»Wann triffst du Nessi wieder?«, ließ er in einer Werbepause nebenbei fallen.
»hä? Montag in der Schule, das weißt du doch«, immerhin wusste Jonas das wir in die selbe Klasse gingen. »Warum fragst du?« …
»Nur so, dachte sie kommt dich morgen vielleicht besuchen«, versuchte Jonas sein Interesse zu erklären, Doch ich hatte angebissen. Vanessa kam unregelmäßig mit mir nach Hause, wir chillten und hörten Musik oder machten gemeinsam Hausaufgaben. Jonas hatte das immer ignoriert und ließ uns in Frieden.
Vanessa hatte rote kurze Haare, helle Haut und Sommersprossen. War kaum größer als ich und hatte eine liebliche Art. Sie war seit längerem meine beste Freundin.

Ich kuschelte mich an meinen Bruder, der halbsitzend halbliegend im Bett den Fernseher fixierte. »Stehst du auf sie?«, fragte ich, ohne die Frage zuvor richtig durchdacht zu haben.
»Was? Nein! Wie kommst du auf das?«, reagierte mein Bruder.
»Sie ist schon fesch und lieb und hat einen größeren Busen als ich«, stichelte ich in Richtung Jonas. Dabei kuschelte ich mich stärker an ihn.
»Ja schon, aber ich bin nicht ihr Typ glaube ich«, antwortete Jonas.
Mein Versuch zu sticheln und meinen Bruder zu ärgern war gescheitert. Verwundert über seine Reaktion und Offenheit setzte ich mich auf.
»Bist du Blöd? Was heißt nicht ihr Typ? Du bist fesch, trainiert und dazu auch noch voll lieb! Hat sie gesagt das du ihr nicht gefällst?«, schnauzte ich Jonas an. … Von einer Sekunde auf die Nächste war ich überzeugt, dass Vanessa und Jonas zusammenkommen sollten.
»Nein hat sie nicht, ich glaub das halt«, verteidigte sich mein Bruder.

Wie vorprogrammiert stellte ich eine unüberlegte Frage, ganz Sara like, die ich Sekunden später bereute. »Denkst du an Nessi wenn du es dir machst?« Boom
Jonas schaute mich an und war für einen Augenblick so perplex, dass er überlegen musste was er antworten sollte.
»Was? Wie kommst du auf das? Und woher weißt du, dass ich es mir mache?« … reagierte Jonas und man sah ihn sein Unbehagen an.
»Ich dachte nur, und überhaupt habe ich dich in der Nacht schon mal gehört … Mama hat gesagt das ist normal, dass du das machst«, legte ich unbewusst noch einen drauf.
»Sara bitte, du redest mit Mama über mein wixen?«, jetzt war Jonas endgültig auf Hundert.

»Nein nur kurz sie hat mich halt gefragt und ich habe gesagt es stört mich nicht«, dabei zog ich meine Socken aus und streckte Jonas meine Füße entgegen. »heute Nachmittag beim Zehenlackieren«.
»Was hat das mit meinen wixen zu tun?«, sagte Jonas und machte dabei einen verkrampften Gesichtsausdruck.
»Nichts ich habe das unabsichtlich gesagt aber Mama hat ehrlich gesagt das das ok ist«.
Jonas setzte sich aufs Bett nachdem er am Beginn der Diskussion wie ein Rumpelstilzchen vor dem Fernseher auf und ab galoppiert war.
»Bitte Sara rede nicht mehr über das mit Mama … «, sagte Jonas in gedämpften Tonfall. »… ich wusste das nicht ich wollte nicht das du mich hörst.«
»Mach ich nicht mehr, versprochen, und es stört mich ehrlich nicht« … »ich mach`s ja auch …« Boom. »… denkst du nur ihr Buben könnt das?«, ergänzte ich mein Geständnis.

Jonas sah mich ungläubig und mit großen Augen an. Seine kleine Schwester fingert sich und gibt es auch noch zu.
Nach kurzen Schweigen erklärte er mir das ihm das nicht interessiere. Er legte sich zurück und schaltete den Ton der Flimmerkiste wieder lauter.
»Darf ich mich zu dir kuscheln?«, fragte ich und setzte dabei einen Dackelblick auf.
Ein kurzes Nicken reichte mir um mich an die Seite von Jonas zu kuscheln.
»Findest du das schlimm?« …
»Was?«
»Dass ich das auch mache?«
»Nein, aber du bist meine Schwester und es ist ein komisches Bild, wenn ich es mir Vorstelle« erwiderte Jonas nachdenklich.
Darauf sagte ich nichts. Stattdessen fragte ich ihn ob er mich hübsch findet.
»Ja schon als Schwester halt, gibt Schirchere«, und lächelte dabei.
Ich gab ihn ein Bussi auf den Mund und kuschelte mich noch enger an ihn. »Jonas, ich hab dich lieb«
»Ich dich auch Sara« erwiderte mein Bruder.

Wir sahen noch eine ganze Weile in den Fernseher. Ich war gedanklich bei Vanessa und Jonas und überlegte wie ich kuppeln könnte. Aus meinen Augenwinkeln bemerkte ich, dass sein Penis halbsteif war. Ich kannte den Unterschied, wenn Jonas eine Sporthose trug. Ich fragte mich ob es die Gedanken an meine Selbstbefriedigung oder die Gedanken an Nessi war der ihn erregten?

Da es Samstag war blieben wir bis Mitternacht auf. Ich nickte an Jonas Seite angelehnt, gelegentlich ein. Der Actionfilm interessierte mich nicht die Bohne. Beim Schlafengehen war ich bereits unter meiner Decke als Jonas das Licht ausmachte. Sekunden später holte mich das Sandmännchen.

Ich hörte leises Gelächter und Stimmen, die mich aus meinen Traum rissen. Mama ist nach Hause gekommen, nicht alleine. Konzentriert vernahm ich Wortfezen wie „leise sein“ … „Wohnzimmer“ und „Kinder schlafen“ … Wie bei allen Menschen, war genau dieses bewusste Leise sein für mich die Botschaft noch genauer hinzuhören und an Schlaf war folglich nicht mehr zu denken. Meine Augen starrten an die dunkle Decke und meine Ohren waren auf Lauschangriff programmiert. Gedanklich sah ich die Handlungen die ich hörte. Schritte ins Bad, den Wasserhahn, Schritte, das leise Schließen der Wohnzimmertür. Die Klospülung und wieder die Wohnzimmertür. Danach Stille.

Das kaum wahrnehmbare Stöhnen einer Männerstimme folgte Minuten später. Leise, sehr leise aber hörbar. Mein Bett stand an der Wand zum Wohnzimmer. Ich kniete mich auf und legte den Kopf seitlich an die Wand. Das Stöhnen war gut und deutlich zu hören.
»SARA«, hörte ich gepresst und bewusst flüsternd Jonas Stimme. …»Was tust du da?«, folgte.
»Pssst«, war meine einzige Reaktion.
Jonas erhob sich leise und stieg in mein Bett. Ebenfalls kniend legte er den seitlichen Kopf an die Wand und schaute mich dabei an. Sekunden vergingen. Die Blicke zugewandt konzentrierten wir uns auf die Geräusche die im Zimmer hinter der Wand entstanden. Erst jetzt war mir bewusst, dass ich nackt war. In letzter Zeit ging ich zwar mit Höschen schlafen aber streifte es im Bett dann ab. Es war einfach praktischer und angenehmer. Jonas hatte eine Boxer-Short an, wie immer beim Schlafen. Ich blickte an ihm abwärts und sah ein deutliches Zelt das sich abzeichnete. Meine Brustwarzen standen wie zwei große Rosinen von den kleinen Hügeln ab, geschuldet der kalten Wand an der sie sich anlehnten.

»Geh wieder schlafen«, sagte Jonas, nachdem er den Kopf von der Wand nahm. Er huschte in sein Bett zurück. Durch die schlechten Lichtverhältnisse konnte ich nur ahnen was er unter der Decke machte, war mir aber sicher, er onanierte. Das Gestöhne des Mannes hatte mit einem kurzen unterdrückten Laut aufgehört, also beschloss auch ich mich wieder hinzulegen. Die Finger an meiner Scheide überkam mich die Müdigkeit … also beschloss ich von dem zu träumen was ich zuvor gehört habe und schlief ein.

-Fortsetzung folgt-

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