Abupain Der Apfel

Abuqual, mein Herr, vernachlässigte mich meiner Meinung nach seit geraumer Zeit sträflich, eine Erkenntnis, die mich betrübte, auch wenn es mir nicht zustand mich zu beklagen. Aber er war halt viel auf Reisen. Dabei schleppte er immer wieder unsere Herrin, Sonja, die Sklavin von Herrn Pentragon, bei seinen Sklavenkarawanen mit! Warum er sich das antat, war mir vollkommen schleierhaft. Bei allem, das mit diesem Weib zusammenhing, schienen ihm der klare Verstand und die kraftvolle Überlegenheit, die ihn normalerweise auszeichneten, ganz und gar abhanden gekommen zu sein. Da halste er sich eine Verantwortung auf, ohne eine entsprechende Gegenleistung zu bekommen. Schließlich musste er sie wohlbehalten zurückbringen. Vielleicht war es einfach eine selbstauferlegte Kasteiung als Gegengewicht gegen seine Neigung zur Maßlosigkeit, Gewaltbereitschaft und Grausamkeit? Und wenn er doch ein Mal kurze Zeit hierblieb, deckte er sich mit Arbeit ein, betrieb die Sklavenschule, ging seinen medizinischen Experimenten nach, wie bei den Weibern aus Kahira und handelte mit seinen Sklaven und Sklavinnen. Zusätzlich versuchte er, jedes halbwegs passable Frauenzimmer in sein Schlafgemach zu bugsieren. Aber bei Cynthia, der drallen Kaffeewirtin und Puffmutter scheint er sich eine gehörige Abfuhr geholt zu haben! Jedenfalls war er sehr verdrießlich, als er nach dem Zusammenstoß mit ihr, den ich durchs Fenster beobachten konnte, nach Hause kam.

Deshalb erfasste mich eine freudige, erwartungsvolle und ängstliche Erregung, als er nach mir rief:
„Christiane!“ Ich eilte in sein Gemach und kniete mich neben der Tür hin, mit gespreizten Beinen, hinter dem Kopf verschränkten Händen und gesenktem Kopf. Dabei schielte ich unauffällig nach ihm hin, obwohl das verboten war. Er musterte mich ganz unverhohlen. Seine mürrische Miene hellte sich auf. Schließlich lächelte er und sagte in ganz freundlichem Ton:
„Bring mir einige frische Äpfel aus dem Garten, Christiane, ich habe Lust auf saftiges Obst!“
Mir wurde gleich viel leichter. Wenn er verdrießlich war, konnte das rasch für die Sklavinnen, die ihm über den Weg liefen, sehr, sehr schmerzhaft werden. Andererseits bestand aber die Chance, dass er, wenn er seine grausamen Gelüste abreagiert hatte, sehr liebevoll sein konnte. Deshalb sprang ich freudig erregt auf und eilte in den Obstgarten, schnappte mir einen kleinen Korb und pflückte einige reife Äpfel von Abuquals Lieblingssorte. Viele von den überreifen, sonnendurchwärmten Früchten lagen auch schon im Gras unter dem Baum. Ich kniete nieder und suchte nach den schönsten Exemplaren. Dabei geriet mir ein angestochener, teilweise verrotteter Apfel in die Hand. Instinktiv wollte ich ihn weit wegwerfen, als ein Gedanke in mir aufblitzte. Sinnend betrachtete ich die verdorbene Frucht, um sie dann, kurz entschlossen, obenauf in das Körbchen zu legen. Gleich darauf biss ich mir aber auf die Lippen und die Zweifel kamen. War das klug? Nur um meines Herrn Aufmerksamkeit zu erregen? Aber mit dem normalen Arsenal weiblicher Verführungskünste stand ich auf verlorenem Posten, das ödete ihn nur an. Er brauchte immer wieder die Herausforderung. Dass er mich auf dem Sklavenmarkt gekauft hatte, dass ich nicht in irgendeinem Harem dahinvegetieren musste, verdankte ich meinem damaligen, herausfordernden Verhalten. Aber so eine Spannung aufrecht zu erhalten, war nahezu unmöglich und sie verlor auch ihren Reiz. Doch jetzt hatte es mich gejuckt, wieder ein Mal aufmüpfig zu sein, meinen Herrn heraus zu fordern, ihm meinen Willen aufzuzwingen. Bei dieser Vorstellung rieselte es mir kalt über den Rücken. Der wurmstichige Apfel hatte den Gedanken daran in mir aufblitzen lassen, hatte mir vorgegaukelt, dass mein Herr sich wieder mit mir beschäftigen würde. Aber jetzt drängten sich die Bedenken in mein Bewusstsein. Mein Herr kannte mich. Er wusste, dass ich seine Befehle so erledigte, als hätte er selbst sie ausgeführt. Es musste ihm sofort klar sein, dass der faule Apfel nicht eine Nachlässigkeit meinerseits sein konnte, sondern eine bewusste und unzulässige Provokation war. Wie er darauf reagieren würde, war für mich nicht abzusehen.

Das Schlimmste, das mir passieren konnte, war, dass er den Apfel wegwarf, als sei nichts gewesen, mir einen mitleidigen, höhnischen Blick zuwarf und mich weiterhin nicht oder gar noch weniger beachtete.
Das Schönste wäre gewesen, wenn er großmütig meinen Appell als gerechtfertigt angesehen, mir eine entsprechende Strafe zudiktiert und mich dann zur Versöhnung im Bett verwöhnt hätte, oder ich ihn, oder noch besser beides!
Alle dazwischen liegenden Möglichkeiten ließen mich erschauern. Wenn Abuqual zornig wurde, konnten seine Gemessenheit, seine Gerechtigkeit und seine Ausgeglichenheit sich rasch ins Gegenteil kehren! Dann wurde es wohl unangenehm und schmerzlich für mich!
Wie sehr? Das stand in den Sternen. So sinnierend und innerlich zwischen Hoffnung und Furcht schwankend, schritt ich über den kühlen Rasen dem äußeren Hof zu. Sein Boden war sandig und teilweise mit scharfkantigem Kies durchsetzt, der für dessen ungewohnte Sohlen sehr unangenehm sein konnte.
Mein Blick huschte unwillkürlich zu dem Bastonadebock, der im Schatten des Baumes in der Ecke stand. Ich hatte mit diesem Ding noch nie Bekanntschaft gemacht. Vielleicht blühte sie mir heute? Mit erregtem Schaudern erinnerte ich mich daran, dass ich kurz nach meiner Ankunft in dem Wüstenfort einer solchen Bestrafung hatte zusehen müssen. Mit sehr, sehr seltenen Ausnahmen ließ Herr Abuqual solche Straflektionen öffentlich, ähnlich einer Zirkusvorstellung vor sich gehen. Der gesamte Haushalt hatte sich zu versammeln und dem Ereignis beizuwohnen. Er meinte, das hätte abschreckende Wirkung. Ich musste in mich hinein lächeln. Nicht allein ich wurde feucht im Schoß, wenn ich mir ausmalte, mich vor seinen strengen und lüsternen Augen nackt und wehrlos unter der Peitsche zu winden. Nicht alle weiblichen Wesen empfanden so, wenn sie an den Sklavenjäger dachten. Die meisten hatten wohl entsetzliche Angst vor seiner Grausamkeit. Aber es war doch eine erkleckliche Anzahl, von der ich wusste oder vermutete, dass sie dies oder jenes in die Wege geleitet hätten, nur um seine harten und gierigen Augen auf sich zu ziehen. Ich kicherte in mich hinein. Für uns Sklavinnen war es diesbezüglich leichter. Wir brauchten uns nur ungeschickt oder unbotmäßig anzustellen und schon war eine Bestrafung fällig. Obwohl: Ganz so leicht war es auch wieder nicht, weil die Zahl der Sklavinnen in seinem Haus einfach zu groß war und er dadurch vieles nicht bemerkte. Auch war er viel auf Reisen und daher nicht oft zu Hause.
Jedenfalls war so eine Straflektion eine sehr öffentliche Sache, denn Herr Abuqual ließ durch Ausrufer im ganzen Fort verkünden, dass eine solche stattfand. So wurde eine Art Volksbelustigung daraus, die seinen geschäftlichen Bestrebungen sehr zu Gute kam, weil er dabei seine Sklaven einer großen Anzahl Fremder unaufdringlich zur Schau stellen konnte. Wieder fiel mein Blick auf das Bastonade Gestell. Mich schauderte. Vor meinem inneren Auge entstand der Ablauf des damaligen Geschehens:
Ramona, die neue Flottenchefin des Berberfürsten Tariq (siehe SJ 006 Sklavenkarawane 16) hatte im Rahmen einer Kaperung einen unvergleichlichen Fang gemacht. In dem gekaperten Schiff waren französische Diplomaten mit ihren Frauen und Töchtern auf dem Weg zur Hohen Pforte in Konstantinopel. Eine von ihnen, eine Prinzessin Marie-Madeleine, schenkte der Fürst meinem Herrn als Sklavin. Der erhoffte sich für sie ein gewaltiges Lösegeld und behandelte sie deshalb weniger als Sklavin, denn als Gefangene. Wenn er will, kann er ja sehr charmant und ritterlich sein. Statt darüber froh und dankbar zu sein, versuchte das verwöhnte Mademoisellchen aber zu fliehen. Glaubte wohl, hier stünde wie in Paris an jeder Ecke ein Gendarm! Na, Abu Hassan und seine Männer brachten das wutschnaubende Biest rasch zurück. Amüsiert und verächtlich betrachtete mein Herr die etwas derangierte Dame. In ihm stritten wahrscheinlich die Gewinnsucht auf der einen Seite und der Wunsch nach Rache auf der anderen Seite. Zur Enttäuschung von uns allen siegte die Vernunft.
„Zieht ihr die Schuhe und die Strümpfe aus und dann ab mit ihr zur Bastonade!“, verkündete er. Das Gezeter, das dieses Weib veranstaltete, als die Männer ihr erst die Schuhe abstreiften, dann die Röcke und Unterröcke hochschoben und ihr die Strümpfe auszogen, war köstlich und erheiternd. Die Prinzessin wurde trotz ihres Sträubens und ihres Geschreis abgeführt. Bald hörte man ihre schrillen Schreie, als sie über den heißen Sand und die spitzen Steine des Hofes geleitet wurde. Von draußen drangen die lauten Rufe der Herolde in den Raum. Beschwingt und voll Vorfreude über das zu erwartende Schauspiel stand Abuqual auf und befahl allen, in den Hof zu kommen, um der Bestrafung beizuwohnen. Die Schaulustigen strömten bereits in Scharen herbei und standen bald dicht gedrängt in der ihnen zugewiesenen Hälfte des Rechtecks. Abuqual ließ sich auf seinem bequemen Sitz unter dem Baum nieder. Wir nackten Sklaven und Sklavinnen, die freien und daher bekleideten Bediensteten und schließlich die Gäste von Abuqual, standen und saßen hinter und neben ihm in der anderen Hälfte des großen Hofes.
Dazwischen, in dem kleinen, freien Raum, stand einerseits die Prügelbank, andererseits das kleine Grüppchen von Abu Hassan und seinen Männern, die Prinzessin Marie-Madeleine in ihrer Mitte. Sie war ganz ruhig geworden, warf unruhige, ängstliche Blicke umher, musterte die anschwellende Menge von Zuschauern, uns nackte Sklaven und Sklavinnen und meinen Herrn, sowie die ihn umgebenden Leute. Sie vermied es geflissentlich, ihren Blick allzu lange auf dem Foltergestell ruhen zu lassen. Vielleicht hatte sie noch nie davon gehört und spürte nur leises Schaudern über etwas, mit dem konfrontiert zu werden ihr eine Unmöglichkeit schien. Vielleicht aber erkannte sie auch, wozu das Ding diente und spürte ein leises Beben in sich bei dem Gedanken, dass bisher für unmöglich Gehaltenes doch Wirklichkeit werden könnte. Sie biss sich auf die Lippen. Ihr unsteter Blick wanderte zwischen dem Gestell und meinem Herrn hin und her. Sie war wohl unschlüssig, wie sie sich verhalten sollte. Ich konnte sie jetzt besser mustern. Abgesehen davon, dass ihre Kleidung, ihre Frisur und die Schminke durch die Flucht etwas in Unordnung geraten waren, mussten ihre Schönheit und ihre Anmut anerkennend zur Kenntnis genommen werden. Sie war ein bezauberndes Weib. Ihre Augen blitzten, ihre Nase war vollkommen, der Mund voll, die Lippen rot, das Gesicht ebenmäßig. Ihr tiefes Dekolletee enthüllte den Ansatz von makellosen Brüsten, die Gestalt war, soweit die Kleidung zuließ das zu beurteilen, untadelig weiblich, sinnlich. Ja, diese Kleidung! Den meisten Anwesenden musste die Prinzessin wie ein Fabelwesen aus einer anderen Welt erscheinen, auch den Gästen aus Kahira. Die weiten bodenlangen Röcke, der tiefe Ausschnitt, die hochgesteckte, gepuderte Frisur!

Marie-Madeleine schien zu einem Entschluss gekommen zu sein. Mit von Zorn bebender Stimme beschwerte sie sich:
„Wie könnt Ihr es wagen, Herr, mit mir, einer französischen Prinzessin aus königlichem Geblüt umzuspringen wie mit einer gewöhnlichen Gefangenen? Das wird fürchterliche Folgen für Euch haben, Herr!“ Abuqual lachte belustigt auf, blickte sie mitleidig an und machte achselzuckend eine verächtliche Geste mit der Hand, was die Prinzessin erst recht in Rage brachte. Sie öffnete den Mund für eine geharnischte Gardinenpredigt, aber mein Herr kam ihr zuvor und fuhr sie an:
„Schweig, Armselige! Du bist meine Sklavin, mein Eigentum, mit dem ich tun und lassen kann, was mir gefällt. Ich wollte dir trotzdem bis zum Eintreffen des Lösegeldes Gastfreundschaft und standesgemäße Behandlung zuteil werden lassen. Dein eigenes eidbrüchiges Verhalten, dein Fluchtversuch, berauben dich dieser Vergünstigungen. Du musst es dir selbst zuschreiben, dass du als Sklavin die Folgen davon zu tragen hast. Meine Sklavinnen sind allesamt nackt! Sieh sie dir an! Zieh dich aus, Sklavin!“ Die Prinzessin erstarrte bei diesen Worten. Ihr Gesicht rötete sich vor Zorn. Sie wollte losplatzen, aber ein warnender Strahl aus den Augen meines Herrn ließ sie verstummen. Stattdessen blickte sie sich suchend und verlegen um und begann, unbeholfen an ihren Kleidern zu nesteln. Amüsiert verfolgte Abuqual ihre vergeblichen Bemühungen. Sie fing einen seiner Blicke auf, errötete, fasste sich aber und bat:
„Verzeiht, Herr, aber ich bin es nicht gewöhnt mich selbst zu entkleiden! Ehrlich gesagt war ich auch noch nie dazu gezwungen!“ Ernst antwortete er ihr:
„Es gibt immer ein erstes Mal! Bemüh’ dich! Außerdem hat eine Sklavin einfach zu gehorchen! Sie hat kein Recht das Wort zu ergreifen. Wenn sie sich vergisst, wird sie bestraft!“ Wieder wollte die Prinzessin aufbegehren, aber dieses Mal konnte sie an sich halten und bemühte sich, aus den Gewändern zu kommen, verhedderte sich aber hoffnungslos mit den Schnüren ihres Brustmieders. Sie machte einen Knoten nach dem anderen hinein, die sie dann nicht aufbrachte, worauf sie wütend an ihnen riss und sie dadurch noch fester zusammenzog. Eine ganze Weile sah mein Herr ihr lachend und kopfschüttelnd zu. Auch die Zuschauer brachen befreit in schallendes Gelächter aus, als sie die Heiterkeit meines Herrn bemerkten. Die Prinzessin bekam einen roten Kopf, sei es vor Zorn, sei es vor Scham, sei es von beidem. Dadurch wurde sie aber auch nicht geschickter. Schließlich rief Abuqual lachend:
„Ich sehe schon! Du bist wirklich eine Prinzessin. Sollen meine Männer dich entkleiden oder soll ich dir eine meiner Sklavinnen zur Verfügung stellen?“ Marie-Madeleine blickte doch tatsächlich kokett in die Runde der sie umstehenden Männer, bemerkte aber gerade noch rechtzeitig, ehe sie den Mund aufmachen konnte, dass solche Spielchen hier wohl fehl am Platz waren und bat:
„Wenn Ihr die Güte hättet, mir eine Eurer Sklavinnen zur Verfügung zu stellen, wäre ich dankbar!“ Abuqual blickte in die Runde. Keine von uns Sklavinnen wagte es, einen offenen Blick auf ihn zu richten, aber die meisten schielten mehr oder weniger verstohlen nach ihm. Ich drängte mich unwillkürlich ein wenig vor und in sein Blickfeld. Tatsächlich rief er:
„Christiane! Hilf der Prinzessin aus den Kleidern!“ Ich gehorchte sofort. Ich ging! Und wie ich ging! Mit wiegenden Hüften, einen Fuß vor den anderen setzend und doch so bestimmt, dass meine Brüste wie jedem Schritt zitterten und wackelten. Die Männer bekamen Stielaugen und leckten unbewusst ihre Lippen, das Publikum grölte und die Prinzessin? Ja! Die schaute auch! Mit weit aufgerissenen Augen blickte sie mir entgegen, als hätte sie noch nie eine nackte Frau gesehen. Sie wusste nicht, ob sie sich mokieren sollte, oder ob sie sich fürchten sollte, weil sie bald ebenso nackt und eine Sklavin sein würde. Rasch trat ich zu ihr und begann die Knoten zu lösen. Sie flüsterte:
„Was wird mit mir geschehen?“ Ich antwortete ebenso flüsternd und möglichst ohne die Lippen zu bewegen:
„Du wirst die Bastonade bekommen!“
„Was ist das?“, fragte sie erstaunt.
„Stockhiebe auf die Fußsohlen!“ Sie fuhr auf und wollte einen Wortschwall von Stapel lassen. Ich packte ihren Arm, drückte ihn, dass sie erstarrte, und zischte:
„Schweig’, wenn dir deine Haut lieb ist. Jedes kleinste Zuwiderhandeln wird barbarisch bestraft!“ Vorsichtig flüsterte sie:
„Aber er kann doch nicht mich, eine Prinzessin, schlagen!“
„Doch, das kann er! Du bist seine Sklavin, wie ich! Aber er wird dich nicht selbst bestrafen! Er wird dich schlagen lassen: von einem seiner Männer oder von einem Sklaven. Es wird wehtun, aber er wird dich schonen, weil du wertvoll bist für ihn!“ In meinem Eifer, einerseits die Knoten zu lösen, andererseits der Prinzessin diese Erklärungen zuzuraunen, hatte ich nicht aufgepasst. Siedend heiß lief es mir durch alle Glieder, als ich unvermutet die Stimme meines Herrn ganz nah in meinem Nacken vernahm:
„Ah! Was muss ich hören? Die beiden Damen, die Gräfin Christiane von Szolnok und die Prinzessin Marie-Madeleine, geruhen miteinander zu parlieren, heimlich noch dazu und im Bemühen mich zu hintergehen! Aber das werdet ihr bereuen. Prinzessin! Sieh gut zu und merke dir, wie es einer Sklavin geht, die ungehorsam ist!“ Er wandte sich an Abu Hassan und befahl:
„Schlingt Stricke an ihre Hand- und Fußgelenke, spreizt sie auseinander, gebt ihr zehn Hiebe mit dem Ochsenziemer über den Hintern, dreht sie um und gebt ihr zehn Hiebe mit dem Bambusrohr über die Brüste und zuletzt haut Ihr fünf Mal mit der kurzen Knute zwischen ihre Beine! Danach spreizt Ihr sie rücklings auf dem Boden vor meinem Sitz aus, damit ich mich an ihrem Anblick ergötzen kann!“ Die Augen Abu Hassans und seiner Männer leuchteten. Nur zu gerne kamen sie einem solchen Befehl nach. Sie waren mir nicht allzu freundlich gesinnt, weil ich eine Sonderstellung unter den Sklavinnen hatte und normalerweise für sie tabu war. Mich schauderte. Ich begann zu zittern. Noch mehr, als Abuqual hinzufügte:
„Ihr braucht das Miststück nicht zu schonen! Eine Woche mindestens soll es die Striemen spüren!“
Ich blickte zur Prinzessin. Mit ungläubig geweiteten Augen und vor Empörung aufgerissenem Mund verfolgte sie, wie mir die Stricke angelegt und die Glieder auseinander gerissen wurden bis ich obszön ausgespannt etwa drei Ellen über dem Boden schwebte. Abu Hassan ließ es sich nicht nehmen, selbst und mit eigener Hand die Züchtigung vorzunehmen. Mich fröstelte bei dem Gedanken, wie sehr er es genießen würde, mich leiden zu lassen, bis an die Grenzen dessen zu gehen, das mein Herr tolerieren würde, ja, ein wenig darüber hinaus, weil er genau wusste, dass mein Herr ihn nicht nur nicht vor all dem Publikum beschämen würde, sondern genau so handeln würde, wäre er an seiner Stelle. Schließlich galt es, ein abschreckendes Exempel zu statuieren. Schon jetzt schmerzten mich meine Gelenke höllisch unter dem Zug der vier Männer, die mich hielten, ja, nicht nur hielten, sondern mit mir spielten, als ob sie mich vierteilen wollten. Immer wieder ließen sie ein wenig locker, dass mein Bauch beinahe den Boden berührte und spannten mich dann ruckartig wieder brutal aus, indem sie sich mit ihrem ganzen Gewicht ins Zeug legten. Meine schwachen Bemühungen zu strampeln nahmen sich dagegen lächerlich aus. Schließlich erlahmten meine Kräfte. Teilnahmslos hing ich da.

Abu Hassan ergriff den Ochsenziemer, packte mein Haar, riss daran meinen Kopf hoch und in den Nacken, dass mir Tränen in die Augen traten und befahl:
„Küsse das Instrument deiner Qualen zehn Mal, du Metze!“ Ich gehorchte.
„Jetzt lecke ihn, damit er schön feucht wird, Sklavin!“ Wieder gehorchte ich, obwohl mir der Ekel Brechreiz verursachte. Das gelängte und getrocknete Glied eines Bullen lecken zu müssen, war einfach abscheulich. Dann schlug der Kerl auch schon mit aller Kraft zu. Ich hatte noch nie mit dem Ochsenziemer Bekanntschaft geschlossen. Ich glaubte, sterben zu müssen. Der Schmerz explodierte in meinem Arsch. Ich schrie gellend auf, ich tobte in meinen Fesseln. Ich riss in blankem Entsetzen meinen Kopf hoch, sah für den Bruchteil einer Sekunde fassungslose Empörung im Gesicht der Prinzessin bei dem Schauspiel, das ich bot. In meinem Kopf rauschte ein tosender Wasserfall der Qual, der nur langsam abebbte. Abu Hassan war erfahren genug, dass er den nächsten Hieb erst anbrachte, als ich erleichtert aufatmen wollte. Umso tiefer stürzte ich in die Hölle der Verzweiflung. Er hielt mich in dieser Hölle fest. Immer zum richtigen Zeitpunkt kam der folgende Hieb. Wie aus weiter Ferne drang das begeisterte Geschrei der Zuschauer in mein Bewusstsein und fügte meinen körperlichen Leiden seelische hinzu: das Bewusstsein, dass meine Qualen, meine Schreie, mein Aufbäumen, meine Hilflosigkeit die Zuschauer belustigten, ja aufgeilten. Die zehn Hiebe mit dem Ochsenziemer waren in ebenso vielen Sekunden verabreicht. Mit den Pausen dazwischen, um mich meine Schmerzen auskosten zu lassen, benötigten sie vielleicht fünf bis acht Minuten. Mir aber waren sie eine unendliche Abfolge von Schmerz. Mit Sicherheit wäre ich ohnmächtig geworden, wenn ich mir nicht wie ein Mantra immer wieder vorgesagt hätte, dass meine Qualen, je größer sie waren und je länger ich sie ertrug, desto mehr meinen Herrn in einen angenehmen Zustand der Erregung versetzten. Das hatte ich von Sharada gelernt, der Sklavin, die mein Herr aus dem Indien von Tausendundeiner Nacht mitgebracht hatte. (Siehe
SJ 032 Scheherazade 002) Dadurch war es mir möglich, all meine Leiden, all meinen Schmerz, all meine Demütigung der Lust meines Herrn zum Opfer zu bringen. Nur dieses gebetsmühlenhaft wiederholte Mantra ließ mich das Unmenschliche ertragen.

Schluchzend hing ich nach den zehn Hieben in den Seilen. Ich wurde umgedreht und wieder ausgespannt. Alles in mir verkrampfte sich. Auf meine Brüste war ich unheimlich stolz. Ich selbst fand sie schön und ich hatte noch niemanden gefunden, der sie nicht bewundert hätte. Sie sind nicht zu klein und nicht zu groß. Sie sind prall und elastisch. Die Haut ist samtig, angenehm zu berühren, warm und lebendig, strotzend und doch weich, die Warzenhöfe groß und die Brustwarzen sanft und weich im einen Moment und bei der geringsten Erregung blitzartig groß und hart. Krampfartiges Schluchzen erschütterte mich, wenn ich daran dachte, dass diese, meine Kleinodien, mit dem Bambusrohr gestriemt werden sollten. Mein Herr bewunderte meine Brüste doch auch! Abu Hassan würde sie sicher zuschanden hauen! Wie erleichtert war ich, als Sharada und Taurus zu mir traten, beide mit Bambusrohren in der Hand. In rasendem Stakkato schlugen sie zu, abwechselnd links und rechts, ohne Unterbrechung. Ich schrie, ich bäumte mich auf. Ich verfolgte entsetzt, wie Striemen auf Striemen sich über die weiße Haut der Brüste zogen, wie die runzeligen Warzen sich aufrichteten, als sie getroffen wurden. Meine gellenden Schreie klangen noch nach, obwohl die zehn Hiebe binnen weniger Sekunden vorüber waren. Oh, wie das brannte. Erschöpft ließ ich den Kopf nach hinten sacken.

Aber Abu Hassan war beileibe nicht geneigt mir eine Ruhepause zu gönnen. Er brannte darauf mir eine Hölle an Qualen zu bereiten, ein Teufel, der ein mein Selbstbewusstsein zerstörendes Flammenmeer in meinem Schoß zu entzünden gedachte. Genussvoll spielte er mit meiner Angst, mit meinem Entsetzen. Zu wissen, dass man in den nächsten Minuten fünf Hiebe zwischen die hilflos gespreizten Beine geknallt bekommen wird, ist ein grässlicher Gedanke, darauf warten zu müssen, ist noch viel grausamer. Ich bäumte mich auf, versuchte die Beine zu schließen, aber das zu beobachten machte Abu Hassan, seinen Männern, meinem Herrn und allen Zuschauern nur unheimlichen Spaß und erregte sie. Ich wusste nicht, welche Art der Knute Abu Hassan wählen würde. Mir war aber klar, dass er die giftigste aussuchen würde. Grinsend ließ er das Ding über meinem Gesicht baumeln, damit ich es ausreichend begutachten und seine Schmerz erzeugenden Fähigkeiten gebührend einschätzen konnte. Aber das war gar nicht so leicht. Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Es sah aus wie eine Hundepeitsche, aber nicht geflochten, sondern aus einem Stück und ziemlich biegsam. Der Handgriff war rund gearbeitet, ging aber dann in einen vierkantigen, sich verjüngenden Teil überging und spitz endete. Die Knute war nicht so lang wie die gefürchteten Nilpferdpeitschen oder Sjamboks des inneren und südlichen Afrikas, sah aber doch sehr beunruhigend aus. Mit voller Kraft angewendet, konnte es wohl sofort die Haut aufplatzen lassen. Ich begann zu zittern. Die Vorstellung, bald fünf blutende Striemen im Schoß zu haben, ließ mich erschauern und frösteln. Voll Genuss ließ Abu Hassan das Leder gegen meine Schamgegend tippen. Ich verkrampfte mich und sah ängstlich zu ihm auf. Höhnisch grinste er mich an. Er ließ das Leder an meinen Innenschenkeln entlang gleiten. Ja! Es war sicher Nilpferdleder. Aus einem Stück geschnitten und geformt, eine tödliche Waffe. Was mich ein wenig beruhigte, war die Tatsache, dass die Oberfläche des Leders aufgeraut war und sich beinahe angenehm weich und warm an der empfindlichen Haut meiner Schenkel anfühlte. Trotzdem wurde meine Panik immer größer. Mein Stolz war verflogen. Mit tränenumflorten Augen bettelte ich ihn an, nicht zu hart zuzuschlagen, endlich anzufangen, damit ich es hinter mir hatte. Aber er grinste nur höhnisch und überlegen zurück und ließ mich in meiner Angst und Verzweiflung baden. Schließlich aber hob er doch das Leder. Ich winselte in der Erwartung der Schmerzen vor mich hin. Ich wand mich verzweifelt unter der unbarmherzigen Ausspreizung, das Leder sauste nieder. Direkt in meiner Spalte explodierte ein Feuerball an Schmerz, der mich schrill und gellend aufschreien und in besinnungsloser Qual in den Seilen herumschnellen ließ, dass weitere Männer hinzuspringen mussten, um meinen Körper in seinem Toben zu bändigen. Es dauerte, ehe der unmenschliche Schmerz ein wenig abzuebben begann. In dieses Gefühl der Erleichterung fiel der zweite Hieb. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch Schlimmeres geben könnte, aber jetzt wollte mir der Atem stocken, ich spürte das Blut in den Schläfen pochen und stierte wie eine Irre ins Leere, so sehr bestand ich nur mehr aus brennender Qual. Die weiteren drei Hiebe waren nicht weniger schmerzhaft, aber meine Fähigkeit darauf zu reagieren wurde immer geringer, ein Zustand, der auf andere, ungewohnte Weise quälend war. Ich fühlte mich, als bestünde mein ganzer Körper aus einem brüllenden Flammenmeer, das mich brannte, brannte, brannte, aber mir die Gnade des Verbrennens nicht gönnte. Winselnd, krächzend, heiser geschrien, hing ich schlaff in den Seilen. Eilends wurden Pflöcke in die Erde getrieben und ich dort, wo ich bestraft worden war, ausgespannt festgezurrt wie ein Schlachttier. Und genau so fühlte ich mich auch. Die besinnungsraubenden Qualen ließen wohl ein wenig nach, waren aber immer noch heftig genug, dass ich mich winselnd und schluchzend in den erbarmungslosen Stricken wand und bäumte, wenn ein besonders heftiger Schmerzstoß mich durchfuhr. Ich muss ein aufgeilendes Schauspiel geboten haben. Beim Niederlassen auf den Boden hatte ich einen kurzen Blick in meinen Schoß erhascht. Fünf dunkelrote Striemen zogen sich fächerartig über meinen Unterbauch und Schamhügel und verschwanden in meinem Schoß. Aber, dem Himmel sei Dank, ich sah kein Blut.

Die Prinzessin hatte mit fassungslosem Entsetzen meine Bestrafung angesehen. Immer wieder setzte sie dazu an, Abuqual zu beschimpfen und zu fordern, er solle nicht mich, sondern sie bestrafen, weil sie mich zum Reden animiert hatte.
Ich muss gestehen, dass dieser Mut der verwöhnten Marie_Madeleine mich sehr beeindruckte. Vielleicht war sie doch keine ganz so hohle Nuss, als welche ich sie eingeschätzt hatte. Immer, wenn sie versucht hatte den Mund aufzumachen, hatten die Männer, die sie bewachten und festhielten, ihre Oberarme gepackt und so gedrückt, dass ihr das Wort in der Kehle stecken blieb. Behaglich grinsend, angesichts des erregenden Anblicks, den ich ihm bot, verkündete mein Herr:
„So, mein widerspenstiges Prinzesschen! Du hast gesehen, wie ich mit ungehorsamen Sklavinnen umspringe und hoffe, dass du daraus gelernt hast.
Andernfalls ergeht es dir wie Christiane! Hast du das verstanden, Sklavin?“
„Ja, Herr!“, erwiderte sie halb eingeschüchtert, halb aufmüpfig. Auf einen Wink von Abuqual begannen Abu Hassan und seine Männer dort weiter zu arbeiten, wo ich aufgehört hatte. Sie lösten die Knoten, die von der Prinzessin in ihrer Schusseligkeit erzeugt worden waren, zogen ihr das Mieder aus, dann den obersten Rock. Wie erstarrt ließ sie das zunächst über sich ergehen, als ob sie träume. Als ihr aber die Bluse und der erste Unterrock ausgezogen wurden, begann sie sich lebhaft zu wehren, kreischte und schlug um sich, sehr zum Gaudium der Männer und der Zuschauer. Sie konnte nicht viel ausrichten. Zu viele Hände waren es, die sie festhielten, an ihr zerrten und zogen, sie mit Vergnügen zwickten und zwackten, sie befummelten. Sie schrie die Männer wütend an, trat um sich. Stück um Stück ihrer Kleidung verschwand. Ihre vergeblichen Bemühungen hatten nur die Wirkung, dass mein Herr, die Männer, die das Weib entkleideten und alle Zuschauer schallend lachen mussten, bis ihnen die Bäuche wackelten. Selbst mir wurden beim Zuschauen meine eigenen Schmerzen erträglicher, obwohl ich den Kopf arg verdrehen musste, um alles mitzubekommen. Schließlich war Marie-Madeleine nackt. Das Gelächter erstarb.

An seine Stelle traten lüsternes Glotzen und Gier. So etwas von heller, beinahe weißer Haut, von rotgoldenem Schamhaar und rosigen Brustwarzen und Warzenhöfen hatten die Schaulustigen noch nie gesehen. Die Prinzessin versuchte Brüste und Scham zu bedecken, sich zusammen zu krümmen. Mit hochrotem Kopf, die Schenkel krampfhaft und x-beinig aneinander gepresst stand sie da, ein göttliches Bild der wehrlosen Scham und Demütigung. Abu Hassan setzte noch eins drauf, indem er und ein zweiter Mann Marie-Madeleine an den Armen packten und sie zwangen mitzugehen. Zuerst ließen sie die Prinzessin vor meinem Herrn aufmarschieren. Anerkennend und mit Genuss musterte er das nackte Weib ausgiebig. Ich kannte meinen Herrn. Weibliche Reize lassen ihn nie kalt: sie wecken bei ihm ritterliche Gefühle oder grausame Neigungen oder beides. Vor ihm stand ein nahezu vollkommenes Beispiel einer anmutigen, schönen und mutigen Frau, das ihn sicher nicht unbeeindruckt ließ.
Als einziges Manko hätte ich eine gewisse Farblosigkeit durch die zu weiße Haut festgestellt. Aber in diesem Umfeld von Abupain war selbst das von einem gewissen, eigenartigen Reiz. Ihr von Zorn und Unmut gerötetes Gesicht, die blitzenden Augen, das aufgelöste, in Unordnung gebrachte Haar, das ihr Gesicht umrahmte, der schlanke Hals, die prallen Brüste, die sich hoben und senkten und immer wieder erzitterten, die sanfte Wölbung von Bauch und Hüften, das hell gelockte Dreieck ihrer Scham und die schlanken, wohlgeformten Beine boten ein Bild vollendeter Weiblichkeit. Sobald Abuqual sich satt gesehen hatte, winkte er und Abu Hassan führte die Prinzessin wie ein wildes Tier in der Arena um das gesamte Rund des Hofes, damit wirklich Jede und Jeder ihre Anmut und Nacktheit genießen konnte.

Aber danach wurde es ernst. Das Schauspiel dessentwegen die Menschen gekommen waren, nahm seinen Lauf. Marie-Madeleine wirkte erstaunlich gefasst, als Abu Hassan sie zur Bastonadebank lenkte. Ihr Blick war starr auf das Foltergestell gerichtet, dem sie sich mit jedem Schritt näherten. Ich wunderte mich über diese Ruhe. Keine Spur jener Auflehnung, die sie gegen das entkleidet Werden gezeigt hatte. War sie erschöpft? Sammelte sie sich? Glaubte sie, das Ungeheuerliche könne und dürfe nicht geschehen?

Sie wehrte sich jedenfalls nicht, als sie bäuchlings auf die breite, umgedrehte Bank gelegt wurde, an der zwei Beine entfernt worden waren. An die verbliebenen beiden wurden nun die im Knie rechtwinkelig gebeugten Unterschenkel mit Lederriemen festgemacht, dass die Fußsohlen nach oben zeigten. Da die Bank breit war, wodurch die Schenkel gespreizt wurden, konnten die Zuschauer direkt zwischen die Beine blicken, während ihr Gesicht meinem Herrn zugekehrt war. Schließlich wurden der Prinzessin die Arme auf schmerzhafte Weise hinter dem Rücken verschnürt. Lediglich ein leises Seufzen entfloh ihren zitternden Lippen. „Gleich wird sie losheulen!“, dachte ich bei mir.
Ich war neugierig. Ich lebte erst kurz als Abuquals Sklavin in dem Wüstenfort und hatte noch nie eine Bastonade miterlebt. Ich wusste, dass es eine mehr oder weniger barbarische Strafform in orientalischen Ländern war, mehr nicht. Bei uns in Ungarn wurden die straffälligen Weiber ausgestäupt, also mit entblößtem Oberkörper, oder ganz nackt an einen Ochsenkarren gefesselt und durch den Ort geführt, während der Büttel ihre Rückseite geißelte, peitschte oder mit einer Gerte oder dem Rohrstock bearbeitete. Das war ein Gaudium für Jung und Alt, ein erregendes Schauspiel.

Während ich da ausgespreizt vor aller Augen lag, von nur langsam abebbenden Schmerzwellen gepeinigt, schweiften meine Gedanken in meine Jugendzeit zurück und lenkten mich durch ihren erregenden Inhalt von den eigenen Qualen ab. Gleichzeitig beobachtete ich weiter die umständlichen Vorbereitungen zu Marie-Madeleines Bastonade, die dazu dienten, ihr eine möglichst große Höllenangst einzujagen.

Meine Schwester Henriette und ich waren damals oft auf dem Nachbarsgut des Grafen Bathory eingeladen. Er hatte nur eine einzige Tochter, Erszebet. Ihre Mutter war verstorben. Ihre beiden Schwestern und die Kindermädchen waren bei einem Bauernaufstand vor ihren Augen bestialisch gefoltert, vergewaltigt und schließlich an jenem Baum aufgehängt worden, in dem versteckt sie all diese Gräuel beobachtet hatte. Immer wieder erzählte sie uns die Geschichte, beinahe zwanghaft, wobei sie wie in Trance war, voll Trauer um ihre geliebten Schwestern, aber gleichzeitig sexuell erregt. Wenn wir bei ihr waren, reagierte sie sich dann auf grausame Weise an einer jungen Bediensteten ab, wenn sie uns besuchte, waren wir ihre Opfer, oder aber, und das fanden wir eigenartig, sie forderte uns auf, irgendwelche der Folterungen, denen die Schwestern vor ihren Augen ausgesetzt gewesen waren, an ihr nachzuvollziehen. Wahrscheinlich war das eine Art Selbstbestrafung dafür, dass die Erzählung der Geschehnisse nicht nur traurig stimmte, sondern sie auch sexuell erregte. Sie betonte auch meistens, dass die Männer ihre Lust befriedigen und die Brut des Grafen austilgen wollten, die Weiber aber die Gefangenen leiden ließen, aus Rache dafür, dass ihr Vater, der grausame Graf Georg von Bathory, das Jus Primae Noctis auf derart brutale Art und Weise ausübte, dass so mancher Leibeigene seine Braut nicht mehr haben wollte, wenn der Graf sie ihm nach der Benutzung wieder zustellen ließ. Wahrscheinlich rührte Erszebets eigene Grausamkeit als Erbe von ihrem Vater her, aber auch von jenem grässlichen Erlebnis! Doch das ist eine andere Geschichte, die ich vielleicht auch ein Mal niederschreiben werde. Meine Aufmerksamkeit richtete sich wieder vermehrt auf das Geschehen an der Bastonade Bank.

Abu Hassan machte sich einen Spaß daraus, der wehrlosen Prinzessin die verschiedenen Züchtigungsinstrumente im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu halten. Seine drastischen Beschreibungen der Wirkungen ließen Marie-Madeleine zittern und die Augen entsetzt aufreißen. Er sc***derte, welche Peitschen die Fußsohlen bis auf die Knochen zerfetzten, welche Stöcke und Prügel das Gefühl von Messern, welche die Sohlen zerfleischten, vermittelten und wie die Qualen der Opfer dadurch zu verlängern waren, dass man Essig, Salz oder scharfe Gewürze in die Wunden schmierte.

Ich konnte mir nicht vorstellen, mein Herr würde zulassen, dass die Fußsohlen der Prinzessin blutig geschlagen würden. Das hätte ihren Wert zu sehr vermindert. Andererseits wollte er sicher ein erregendes und auch abschreckendes Schauspiel für sich und das Publikum. Ich war gespannt wie wahrscheinlich alle im Hof Anwesenden.

Schließlich waren alle Vorbereitungen abgeschlossen. Das Schauspiel konnte beginnen. Zwei von Abu Hassans Männern standen bereit. Jeder von ihnen hatte einen Bambusstock in der Hand. Da der Stock ziemlich dick war, hatte es mein Herr wohl nicht darauf abgesehen, die Fußsohlen der Prinzessin zu zerfleischen, sondern nur darauf, ihr heftige Schmerzen zu bescheren.
„Zwanzig auf jede Sohle, Abu Hassan!“, verkündete er laut. Abu Hassan nickte den beiden Stockträgern zu. Einer von ihnen hob den Stock und ließ ihn niedersausen. Mit einem hässlichen, dumpfen Klatschen landete er. Mich fröstelte und unwillkürlich krümmte ich meine eigene Sohle. Die Prinzessin hatte einen spitzen, jammernden Schrei ausgestoßen, der mich eigenartig berührte. Ich hatte den Eindruck, dass nicht der Schmerz es war, der sie zwang zu schreien, jedenfalls nicht der körperliche. Die Zuschauer johlten zwar vor Begeisterung, aber weniger wegen des Schreies, sondern vielmehr wegen des Hochschnellens des Oberkörpers der Prinzessin. Der Schmerz in ihrer Sohle bewirkte, dass ihr Gesicht sich rötete, die Zähne knirschten und ein wilder Ausdruck in ihre Augen trat. Dazu kontrastierten die hellen Brüste, die da baumelten und zitterten. Für Augenblicke schien der Körper in diesem zitternden Krampf verharren zu wollen, aber die Kraft reichte nicht. Mit einem dumpfen, grollenden Laut aus ihrer Kehle klatschte der Oberkörper zurück auf die Bank. Die Brüste wurden breit gequetscht. Ich hätte erwartet, dass aus Marie Madeleine ein schluchzendes, heulendes Bündel Elend würde, aber ich hatte mich getäuscht. Nicht getäuscht allerdings hatte ich mich in dem Gefühl, der erste Schrei sei ihr weniger aus Schmerz, denn aus hilflosem Zorn, verletzter Eitelkeit und der Sicherheit entlockt worden, dass eine derartige Demütigung einer französischen Prinzessin niemals widerfahren könne. Doch schien in dem Augenblick, in dem ihr klar wurde, dass es trotzdem geschah, die anerzogene Contenance, die Haltung und Selbstbeherrschung, zurück zu kehren. Ihre vor Wut flammenden Augen richtete sie starr auf den Sklavenjäger, aber kein weiterer Schrei kam aus ihrem Mund. Verbissen wehrte sie sich dagegen zu brüllen. Der Schmerz der weiteren Hiebe entlockte ihr nur zischende Laute, gelegentlich ein dumpfes, beinahe brünstiges Grollen. Das instinktive Hochschnellen des Oberkörpers vermochte sie nicht zu beherrschen. Im Gegenteil: ihr Versuch, die beschämenden Schmerzensschreie zu unterbinden, machte das Aufbäumen zu einem besonders erregenden Schauspiel, das im Publikum zu Begeisterungsstürmen Anlass gab. Nur allzu rasch waren die zwanzig Hiebe verabreicht. Die Stricke wurden gelöst, aber Marie-Madeleine blieb leise zitternd und kraftlos liegen. Nur die Unterschenkel glitten langsam an den Bankbeinen entlang nach unten, mühsam und stöhnend brachte sie die verkrampften Arme vom Rücken nach vorn und legte die Stirne darauf, als ob sie schlafen wollte. Erst die barsche Stimme des Sklavenjägers weckte sie aus der krampfhaften Starrheit.
„Steh auf, Sklavin! Komm her und bedanke dich für die milde Bestrafung!“
Mühsam, stöhnend und seufzend, rappelte sich das nackte Weib auf. Wankend und vorsichtig humpelnd trippelte sie zum Sitz Abuquals. Es war ein köstlicher Anblick. Die Brüste wackelten, das Gesicht war verzerrt, die Arme beiseite gestreckt, die Finger verkrampft, der Gang ein wenig breitbeinig, jedenfalls nicht übermäßig elegant. Die Zuschauer johlten. Vor dem Sklavenjäger fiel sie auf die Knie, beugte sich vor, bis ihre Stirn den Boden berührte und reckte dadurch ihren erlauchten Arsch hoch, dass weitere Begeisterungsbekundungen die Folge waren. Mit leicht bebender, aber trotzdem erstaunlich fester Stimme bat sie:
„Herr, vergebt mir meinen Fluchtversuch. Es war ein törichtes Unterfangen.
Ich danke Euch für die Milde, die Ihr bei meiner Bestrafung walten ließet und verspreche feierlich, keinen weiteren Fluchtversuch zu planen oder zu unternehmen oder Euch anderweitig zur Last zu fallen!“
„Schade, schade, Sklavin!“, erwiderte Abuqual, „Ich hätte dir gar zu gerne noch viele, weitere Strafen zugemessen. Haben die Schmerzen dich leider doch zur Einsicht gebracht, dass Gehorsam dich davor bewahrt?“
„Nicht der Schmerz, Herr!“, entgegnete sie mit blitzenden Augen und einem Anflug von Unmut in der Stimme. „Nicht der Schmerz ist es, der mich bewogen hat, Euch das Versprechen zu geben. Schmerzen vergehen. Schmerzen kann ich ertragen. Was nicht vergeht, was zeitlebens wirken wird, ist die Demütigung. Und Demut war es auch, die mich bewog, Euch freiwillig das Versprechen zu geben, das Ihr mir vielleicht abverlangen hättet können!“ Bei den letzten Worten huschte ein Anflug von wissendem, stolzem Lächeln über ihr Gesicht. Aber der Sklavenjäger ist ein guter Beobachter. Der Groll in seiner Stimme war ebenso kaum merkbar, als er lauernd fragte:
„Gabst du dieses Versprechen als Sklavin oder als Prinzessin des königlichen Hofes von Frankreich?“ Ihre Antwort erstaunte mich:
„Herr! Als Sklavin steht es mir nicht zu irgendetwas zu versprechen. Ich bin Euer Eigentum, eine Ware, rechtlos und bedeutungslos. Ihr könntet mir ja befehlen zu fliehen, weil es Euch Spaß macht, eine Menschenjagd zu veranstalten. Aber auch als Sklavin höre ich nicht auf, Prinzessin Marie-Madeleine zu sein und als diese gab ich das Versprechen und werde es auch halten, selbst wenn jemand anderer als Ihr mir Gelegenheit zur Flucht bieten würde!“
„Gut gesprochen, Prinzessin Marie-Madeleine! Steh auf, Sklavin!“ Sie gehorchte. „Du bist ein kluges Mädchen!“ Auf einen Wink des Sklavenjägers wurden ihre Kleider gebracht, die nackten Sklavinnen umringten die Prinzessin und kleideten sie flink an. Dann traten sie zurück an ihre Plätze. Der Sklavenjäger musterte die Prinzessin lächelnd und bat:
„Setzt Euch hier an meine Seite, Prinzessin Marie-Madeleine! Ihr sollt bis zu Eurer Auslösung mein werter und gern gesehener Gast sein. Ich hoffe das Vergnügen zu haben, Euch möglichst oft an unserem Abendmahl teilnehmen zu sehen und mich mit Euch unterhalten zu können!“ Sie nickte zustimmend mit einem leisen Lächeln, das ihr bezaubernd zu Gesichte stand und fragte:
„Darf ich als Euer Gast gleich zu Beginn eine kleine Bitte äußern?“ Abuqual runzelte die Stirn. Ich hielt den Atem an. Ziemlich kühl sagte er nur:
„Bitte sehr!“ Mit einem Lächeln, das ich nur als holdselig bezeichnen konnte und mit einer Stimme, die ich nur als zuckersüß zu beschreiben im Stande war, bat sie:
„Herr! Ich kenne die zwei Seiten Eurer Beziehung zur Sklavin Christiane. Sie scheint mir eine in dem Wüstenfort nicht seltene zu sein. Deshalb bitte ich Euch:
Lasst ihr die Fesseln abnehmen. Sie hat um meinetwillen und, wie ich vermute, um Euch gefällig zu sein, gelitten. Lasst ihr Kleider geben und sie für die Zeit meines Aufenthaltes bei Euch meine Kammerfrau und vor allem meine Freundin sein, von der ich noch zu lernen bereit bin!“ Bei diesen Worten hellte sich Abuquals Miene auf. Er stimmte ihr freudig zu, ich bekam Kleider, setzte mich neben Marie-Madeleine und genoss den Rest der Strafvorführungen. Nach etwa drei Monaten kam das Lösegeld aus Frankreich an. Wie mir die Prinzessin beim Abschied mit leuchtenden Augen mitteilte, schenkte Abuqual ihr die gesamte Summe als Aussteuer.

So sahen also die Gedanken und Bilder aus, die mir beim Überqueren des Hofes durch den Kopf gingen. Die Erinnerungen heizten sowohl meine Erwartungen, als auch meine Befürchtungen gewaltig auf. Ich wurde feucht in meinem Schoß, ich begann aber auch zu zittern vor Angst.

Mit dem Körbchen voll Äpfeln betrat ich Abuquals Zimmer, kniete mich entsprechend der Vorschrift hin und wartete auf seinen Befehl, der auch sehr rasch kam.
„Bring her, Christiane!“ Ich erhob mich, nahm das Körbchen und stellte es vor Abuqual hin. Mein Herz pochte bis zum Hals. Ich stand mit gesenktem Blick vor ihm. Wieder wagte ich es unauffällig nach ihm zu schielen. Er bemerkte den schlechten Apfel nicht sofort, sondern griff, in Gedanken verloren, in den Korb, erwischte prompt den oben liegenden, angefaulten Apfel, führte ihn zum Mund und biss herzhaft hinein. Ich musste mir auf die Lippen beißen um nicht laut aufzulachen. So komisch sah das aus. Sein Gesicht war zum Brüllen. Erstaunt zuerst, dann zornig blickte er zwischen dem Apfel und mir hin und her. Er wollte ernstlich wütend werden. Ich fürchtete das Schlimmste. Aber er warf noch einen Blick auf mich, die ich vor unterdrücktem Lachen, aber auch in panischer Angst bebte. Er warf sich entspannt in den Sitz zurück und stieß hervor:
„Ah, Madame Christiane beliebt es sich unbeliebt zu machen! Das wird sie aber bereuen!“ Er klatschte in die Hände. Abu Hassan und seine Garde stürmten herein. Ich wurde gepackt. Nicht zu sanft. Die Kerle wussten, was der Sklavenjäger zu sehen wünschte und sie kosteten selbst auch das Gefühl aus, nacktes Weiberfleisch, das sich in den Griffen wand und aufbäumte, in ihren Fäusten zu spüren. Ich roch den Schweiß und die Erregung der Männer und ich selbst war auch erregt. Sie wussten, dass ich durch einfaches Stillhalten vieles hätte vermeiden können und ich wusste, dass sie mit einigen gekonnten Griffen und ihrer Übermacht mich binnen Sekunden außer Gefecht hätten setzen können. Stattdessen veranstalteten wir ein Gerangel, bei dem ich mich kräftig zur Wehr setzte und sie sich absichtlich ungeschickt verhielten. Allerdings geschickt genug, mich an jenen Stellen zu packen, zu kneifen, zu boxen und zu verdrehen, an denen es für mich besonders schmerzhaft war. Keuchend und schreiend versuchte ich vergeblich mich zu entziehen. Ich wurde einfach zum Spielball ihrer grausamen Launen. Ich wurde ausgespannt wie gekreuzigt, dann wieder zusammen geknuddelt wie ein Ball, musste meinen Schoß dem Sklavenjäger entgegen recken, den Körper gespannt wie eine Bogensehne und zwei Füße im Kreuz, bis mir der Atem stockte, ich wurde in einen senkrechten Spagat gezwungen, der wieder meine Schamgegend obszön entblößte, sie ließen mich hüpfen, dass meine Brüste hochflogen und satt auf die schweißglänzende Haut zurück klatschten, ließen mich kopfüber zwischen sich baumeln, Kopfstand machen, wobei sie ganz, ganz langsam meine Beine spreizten, bis die von Schweiß und Erregung feuchten Schamlippen mit einem schmatzenden Laut auseinander schnalzten, sie ließen mich breitbeinig stehen und führten meine Arme hinter meinem Rücken in eine Strappado Haltung, in der meine Brüste baumelten, als Ziel für die Fäuste und für Fußtritte. Der Sklavenjäger hielt sich den Bauch vor Lachen über meine erfolglosen Bemühungen und die grotesken Verrenkungen, zu denen mein Körper gezwungen wurde. Als ich ermüdete, rief Abuqual atemlos vom Lachen:
„An den Pfahl mit ihr, zuerst Gesicht zum Pfahl, dann umgekehrt.“ Ich erschrak. Das hieß, dass auch meine Brüste daran glauben mussten, vielleicht sogar meine Fotze. Wellen von Angst und Lust durchliefen meinen Körper abwechselnd, als zwei Kerle mich abführten. Beim Hinausgehen hörte ich noch, dass er nach Emma und Taurus rief und nach seiner Peitsche verlangte. Ich lächelte still vor mich hin. Meine Berechnungen schienen aufzugehen. Aber offensichtlich nicht ganz. Ich hatte befürchtet, dass mein Herr Abu Hassan und seinen Männern die Bestrafung überlassen würde. Da er aber nach seiner Peitsche verlangt hatte, wollte er das Werk vielleicht doch selbst übernehmen, wenigstens die wesentlichen Teile. Ich war zufrieden. Diese Zufriedenheit erhielt aber sehr rasch einen mächtigen Dämpfer, als wir in den Hof kamen und ich Aisha herbeieilen sah. Ich schüttelte wütend meine Eskorte ab und schritt selbstbewusst mit meinen nackten Sohlen über den rauen und steinigen Boden zu dem Pfahl. Ich fixierte die hölzerne Säule, an der ich mich bald in Qualen winden würde. Meine Nippel richteten sich hart auf, meine Spalte wurde feucht, ich spürte meine Klitoris pulsieren und die Wärme, die sich von meiner Muschi verbreitete. Ich verhielt meinen Schritt knapp vor dem Pfosten an. Mit allen Sinnen nahm ich das Foltergerät wahr. Ich roch das sonnengedörrte Holz, ich sah die Kratzer an seiner Oberfläche über Kopfhöhe, die von den Fingernägeln stammten, welche von gepeinigten Opfern der Peitsche verzweifelt in das Holz gegraben worden waren, ich sah die glatt geriebenen Stellen tiefer unten, an denen sich von Schweiß überströmte und oft blutig gepeitschte Rücken, Brüste, Bäuche, Ärsche und Geschlechtsteile in unmenschlichen Qualen gerieben hatten, ich glaubte die verzweifelten Schreie der gepeinigten Frauen und Männer zu hören, meine eigenen, die ich bald ausstoßen würde, aber es war nur das Geheule und Gejohle der in den Hof strömenden Fortbewohner, die sich von meiner Auspeitschung einen Nervenkitzel erhofften. Ich vermeinte schon jetzt das Blut zu schmecken, wenn sich beim Versuch den Schmerz zu verbeißen die Zähne in meine Lippen graben würden. Ich tat den letzten Schritt und presste meinen bebenden, nackten Körper Trost suchend an den Pfahl. Ich spürte seine Härte, die angenehme Hitze des von der Sonne aufgewärmten Holzes. In diesem Moment wurde mir der himmelhohe Unterschied bewusst, der Unterschied zwischen dem toten, harten, gefühllosen Holz und meinem weichen, empfindsamen und verletzlichen Körper. Ich schmiegte mich an den harten Pfosten, er gab mir Halt, machte mir aber auch schmerzlich den Gegensatz und meine Fähigkeit zu leiden bewusst. Ich war derart in meine Gedanken und Empfindungen versunken, dass ich kaum wahrnahm, was mit mir geschah.

Aber dann kroch ein Geruch in meine Nase, den ich gar nicht mochte. Aisha stand neben mir und funkelte mich aus ihren dunklen Augen an. In ihnen blitzte Feindseligkeit auf und die Freude darüber, dass ich ihr wehrlos ausgeliefert sein würde. Wir mochten einander nicht besonders. Sie war neiderfüllt über meine Stellung bei Abuqual, mir wieder war ihre primitiv grausame Art zuwider, ganz abgesehen von dem Geruch, den sie verbreitete. War sie doch eine einfache, schwarze Sklavin aus dem Lande Kusch gewesen, die mein Herr, der Sklavenjäger, mitgebracht und den Wüstenfortbewohnern zum Einstand geschenkt hatte. (Siehe SJ 002 Gastgeschenke 2). Aisha hatte unbestreitbare kämpferische und taktische Fähigkeiten, weshalb sie, sobald der Sklavenjäger auf Reisen war, zusammen mit Dajena für die Sicherheit des Wüstenforts zu sorgen hatte. Diese Stellung brachte ihr einen Sonderstatus ein. In ihrer Überheblichkeit glaubte sie, dadurch mir oder gar Sonja gleichgestellt zu sein. Wenn mein Herr ihr erlaubt hatte mich zu züchtigen, konnte ich mich auf unmenschliche Qualen gefasst machen.

Abu Hassan hatte mir, wohl auf Weisung meines Herrn, gut gepolsterte Handgelenksmanschetten angelegt. Dadurch wusste ich, dass ich nicht stehen, sondern während der Auspeitschung hängen würde. Ich biss mir auf die Lippen. Dieses Mal wollte mein Herr mich anscheinend wirklich leiden sehen. Aisha drängte die Männer weg, betrachtete missbilligend die weichen Manschetten und warf die Seile, an denen die Männer mich hatten hochziehen wollen, den Kerlen wütend ins Gesicht. Stattdessen griff sie sich eine rostige Kette vom Boden und schäkelte sie an beide Manschetten. Gewissenhaft setzte sie die Splinte ein, führte die Kette durch eine runde Öse ganz oben auf dem Pfosten und zog daran, bis meine Füße drei Zoll über dem Boden schwebten. Ich hätte beinahe aufgeschrien. Mein ganzes Gewicht hing an den Handgelenken. Durch das Zusammenschäkeln lag Handrücken an Handrücken, wodurch sowohl an den Handgelenken, als auch noch mehr in den Schultern heftige Schmerzen ausgelöst wurden. Das konnte ja gut werden! Noch war kein Hieb gefallen, aber ich wand mich schon in Schmerzen. Aisha griff nach einer langen Bullenpeitsche und holte aus. Offenbar wollte sie verhindern, dass ich sie mit meinen Füßen treten konnte.

Aber sie hatte ihre Rechnung ohne meinen Herrn gemacht. Seinen Augen entgeht nichts, schon gar nicht etwas derart primitiv Eingefädeltes.
„Aisha!“, donnerte er. „Eine Kette zwischen ihre Füße und vor den Pfahl damit!“ Wütend über diese Einmischung und grummelnd vor Zorn gehorchte sie, zischte mir aber ins Ohr:
„Warte nur, Zuckerpuppe! Dein Herr will dich schonen, aber du wirst es büßen!“ Wenn es nach ihrem Willen gegangen wäre, hätte ich mich vor Schmerzen nach allen Seiten gedreht, so aber war ich halbwegs fixiert und bot ihr nur die Rückseite zum Peitschen. Der Sklavenjäger legte noch nach:
„Aisha! Kein Blut! Dir gehören nur Rücken, Po und Schenkel! Verstanden?“
„Ja, Herr!“, gab sie mürrisch zurück und fragte: „Wie viel, Herr?“
„Zwei D…!“ Er unterbrach sich, musterte die Peitsche und das Weib und befahl kurz:
„Ein Dutzend!“
Vor unbeherrschtem Grimm entfuhr Aisha eine patzige Antwort:
„Ein Dutzend, Herr? Das ist doch keine Bestrafung!“ Sie wollte noch weiter eifern, aber ein eisiger Blick des Sklavenjägers und seine schneidenden Worte ließen sie verstummen:
„Willst du wirklich besser wissen als ich, welche Wünsche ich hege, Sklavin? Du wirst schon dafür sorgen, dass meine geliebte, aber aufmüpfige Christiane deine Peitsche als Strafe empfindet. Aber ich warne dich: Vergiss dich nicht! Denk an das vorhin Gesagte! Außerdem bekommst du anschließend deine eigene Strafe für die unerlaubte Widerrede. Jetzt beginne endlich!“
Bebend vor unterdrückter Wut hob Aisha die Peitsche. Ich verspannte mich in Erwartung des Schmerzes, den ich kannte. Ich biss die Zähne zusammen. Aber, was ich zu spüren bekam, war so höllisch, dass mein Atem stockte und ich starr und steif an den Handgelenken hing. Es fühlte sich an, als hätte die Peitsche mich mitten entzweigeschnitten, als ob ein eisiges Schwert meinen Leib in eine obere und in eine untere Hälfte geteilt hätte. Im nächsten Augenblick begann der getroffene Popo zu brennen. Feurige Flammen schienen sich von ihm auszubreiten. Stöhnend und keuchend wand und krümmte mich in meinen Fesseln, wollte meine Hände beschwichtigend auf die glühenden Stellen legen und konnte es doch nicht. Wie von Sinnen strampelte ich in einem Paroxysmus der Qualen. Die Augen wollten mir aus den Höhlen treten. Fassungslos warf ich den Kopf nach hinten und starrte durch tränenverschleierte Augen zum blauen Himmel. Und das sollte ich noch elf Mal ertragen? Schlagartig wurde mir klar, wie sehr mein Herr mich bisher geschont hatte, wie sehr er mich lieben musste, wenn er bisher darauf verzichtet hatte, mich in dieser Weise hemmungslos zu züchtigen. Dass er es konnte, wusste ich. Dass er es genoss, wusste ich auch. Aber diese Gedanken blitzten nur kurz auf, sobald das Feuer der Qual, das Aisha mit ihrem Hieb entfacht hatte, auf ein etwas erträglicheres Maß zurück gegangen war. Sie war eine Meisterin darin, dieses Feuer zu entfachen und hielt es gerne auf einem Niveau, das genau genommen unerträglich war. Ich musste mich rechtzeitig auf die nächste Feuerwoge einstellen, wenn ich nicht wahnsinnig werden wollte. Der nächste Hieb traf meinen Rücken. Das Klatschen des Leders auf meiner Haut ließ mich frösteln, denn erst einen winzigen Augenblick später kam das Gefühl geschnitten zu werden und noch ein wenig danach das brennende Lodern. Ich bäumte mich wild auf, biss mir die Lippen blutig im Versuch nicht zu schreien und doch konnte ich einen gurgelnden, heiseren Laut nicht unterdrücken. Das Biest hatte auch meine rechte Brust getroffen, die ja an dem Pfahl, an den ich eng gefesselt war, breit und zur Seite gedrückt wurde. Noch zehn Mal musste ich so einen unmenschlichen Hieb über mich ergehen lassen. Wer nie so wehrlos, hilflos, gefesselt derart grausamen Hieben ausgesetzt gewesen ist, kann gar nicht ermessen, welches Ausmaß an Qual, an Demütigung, Erniedrigung, an Wut und Schmerz und schließlich an Ergebung in das unabwendbare Schicksal so eine Strafe zur Folge hat. Nach dem zwölften Hieb hing ich schreiend, heulend und rotzend an dem Pfahl. Der Schweiß rann mir in Bächen vom Leib und brannte in den Augen. Unwillkürlich wehrt man sich nach Kräften gegen das Schreckliche, das einem angetan wird, auch wenn man weiß, dass es sinnlos ist und nur Kräfte raubt, die man zu Bewältigung der Qualen brauchen würde. Der Schmerz lässt keine klaren Gedanken zu, ganz zu schweigen von irgendwelchen Willensäußerungen. Man leidet, versinkt in einem Meer von Qualen und wünscht nichts Anderes als deren Ende.

Da hing ich also nun, ein Häufchen Elend, schluchzte vor mich hin, erschöpft und kraftlos. Ich bestand nur aus Schmerz: die Handgelenke, die Arme, die Schultern, der Rücken, der Popo, die Schenkel, aber auch die Brüste und der Schoß. Erstens hatte Aisha absichtlich oder unabsichtlich in ihrer Wut meine Titten getroffen und zweitens war ich selbst mit meinem verzweifelten Kampf gegen die unerträglichen Qualen wieder und wieder wie von Sinnen gegen das harte Holz des Pfahls gekracht, hatte mich an ihm gerieben und wieder abgestoßen.

Umso entsetzter war ich, als ich nun meines Herrn Befehl an Aisha vernehmen musste:
„Aisha! Für die Fortsetzung der Bestrafung wünsche ich Christiane umgedreht und X-förmig ausgespannt, dass Brüste und Schoß ein unbewegliches Ziel abgeben! Verstanden?“
„Ja, Herr!“, frohlockte sie und machte sich eifrig und rücksichtslos ans Werk. Sie löste meine Fesseln. Kraftlos sank ich zu Boden. Sie beachtete mich gar nicht, denn sie wusste, dass ich weder ihr gefährlich werden konnte, noch zur Flucht im Stande war. Eifrig und voll Erwartung fixierte sie zwei Eisenstangen mit Ösen an den Enden oben und unten quer an die Rückseite des Pfahls, schob ein dickes Vierkantholz mit spitzem Ende durch die dafür vorgesehene Öffnung des Pfahls. Entsetzt verfolgte ich ihr Tun. Die Spitze war genau in Höhe meiner Kreuzgegend und bewirkte, dass ich nach vorne durchgebogen stehen bleiben musste und nicht zurück ausweichen konnte, wenn die Hiebe meine Vorderseite zerfleischten. Ich schluchzte verzweifelt in mich hinein. Da hörte ich meines Herrn Stimme:
„Aisha! Nicht den spitzen Distanzhalter! Nimm den abgerundeten!“ Ich war sofort erleichtert. Wenigstens wollte Abuqual nicht, dass ich mir an der Spitze den Rücken aufriss, wenn ich halbwahnsinnig vor Schmerzen versuchte, den Hieben zu entgehen. Widerwillig und grollend gehorchte Aisha auch dieses Mal. Dafür riss sie mich derb und absichtlich grob hoch und befestigte erst meine Handgelenksmanschetten, dann meine Fußgelenksmanschetten an den Ösen der beiden Querstäbe. Diese hatte sie so in dafür vorgesehenen Halterungen angebracht, dass ich von vornherein schon nicht aufrecht stehen konnte, sondern Bauch und Schoß obszön nach vorne wölben musste. Eine ungeheuer demütigende Stellung.
„Dieses Mal wirst du alle Engel singen hören, meine Liebe! Ich werde dich nicht schonen, egal was mir danach geschieht. Dieses Vergnügen lasse ich mir nicht entgehen!“, zischte sie mir bösartig ins Ohr. Mit einem Riesenholzschlägel trieb sie mir danach noch das Vierkantholz von hinten ins Kreuz, dass ich nur mehr keuchen und schluchzen konnte, so sehr wurde ich dadurch X-förmig ausgespannt. Schon wollte sie den Rückhaltepflock zum Fixieren in dieser Stellung in das Loch treiben, als wieder die schneidende Stimme meines Herrn sie innehalten ließ.
„Aisha! Um ein Loch nachlassen!“ Aisha kochte vor Wut und Zorn. Ich konnte nur hoffen, dass Abuqual auch weiterhin auf mich aufpassen würde. In ihrem jetzigen Zustand hätte Aisha mich wohl kaltblütig ins Grab gepeitscht.

Als alles fertig war, griff Aisha wieder zu ihrer tödlichen Peitsche, blickte aber doch noch zu Abuqual und wartete auf seine Erlaubnis ihr Zerstörungswerk zu beginnen. Er aber stand auf und kam lächelnd heran. Er inspizierte alles, dann strich er sanft und beruhigend über meine Brüste und den Bauch, legte sie sachte in meinen Schoß und ließ mit leisen Bewegungen meine Säfte fließen, zog aber rechtzeitig die Hand zurück. Beinahe wollte ich deshalb schmollen, dachte mir aber, da ich ihn kannte, dass er sicher einen guten Grund dafür hatte. Er drehte sich um zu Aisha und donnerte sie an:
„Was muss ich sehen, Aisha? Striemen und sogar einzelne Blutstropfen an den Brüsten, dem Bauch und an den Schamlippen von Christiane. Das war dir ausdrücklich verboten, du ungehorsames Biest!“ Er riss ihr die Peitsche aus der Hand und warf sie Abu Hassan zu.
„Packt sie, macht Christiane los und fesselt Aisha an ihre Stelle!“, befahl er. Es bedurfte einiger Männer, um die zunächst fassungslose, dann aber wild schreiend um sich schlagende Aisha zu bändigen, während andere mich vorsichtig befreiten und mich auf einen Wink des Sklavenjägers hin mit der Wundersalbe behandelten. Sofort fühlte ich mich wohl und gekräftigt, nur die Erinnerung an das durchgemachte Grauen ließ mich noch frösteln. Ich beobachtete, wie Aisha an meiner Stelle festgezurrt wurde. Sie zitterte vor unterdrücktem Grimm über die veränderte Lage. Alle, Abu Hassan und seine Männer, die Zuschauer und wir Sklaven und Sklavinnen erwarteten in atemloser Stille das Urteil, das der Sklavenjäger über Aisha fällen würde. Ich blickte zwischen beiden hin und her. An Abuquals Stirn waren die Zornesadern geschwollen. Ich konnte nicht anders. Ich stürzte zu ihm hin, fiel auf die Knie und blickte zu ihm auf. Meine Augen bettelten darum reden zu dürfen. Er bot mir die Hand, zog mich hoch und fragte:
„Was ist in dich gefahren, Christiane? Was willst du? Warum ziehst du Strafe auf dich? Sprich!“ Dabei war sein Blick so zornig, so verständnislos, ja, auch so verletzt, dass ich hätte weinen mögen. Ich nahm mich mit aller Macht zusammen und bat:
„Herr! Lasst es nicht Aisha entgelten! Sie kommt aus dem wilden Lande Kusch und kann nicht anders als so zu sein wie sie ist. Gerade dadurch ist sie von unschätzbarem Wert für das Wüstenfort, wenn Ihr, Herr, abwesend seid. Sie ist gefürchtet weit und breit und hält uns die Feinde und Neider vom Leib!“
„Das hast du sehr schön und sehr diplomatisch vorgebracht, Christiane!“, erwiderte mein Herr. „Es ist dir wirklich ernst damit? Du willst, dass ich ihr die Strafe erlasse?“ Ich erschrak. Das klang spöttisch, unpersönlich und drohend. Ich musste all meinen Mut zusammennehmen.
„Herr! Verzeiht! Ich will nicht! Ich habe eine Bitte ausgesprochen und die Gründe für diese Bitte dargelegt. Wenn es Euch darum geht, ein Weib in Qualen zappeln zu sehen, dann verabreicht mir die Strafe, die Ihr Aisha zukommen zu lassen beliebt!“ Er reagierte heftig, beleidigt, aber schließlich hellte sich seine Miene auf.
„Gut, Christiane, du hast verständig gesprochen. Aber lassen wir doch Aisha selbst über ihr Schicksal entscheiden! Komm!“ Ich folgte ihm zu der grausam ausgespannten Kriegerin. Er musterte sie streng und fragte dann:
„Aisha! Du hast dein Schicksal selbst in der Hand. Du hast gehört, dass Christiane mich gebeten hat, dir deine Strafe zu erlassen, ja, dass sie diese sogar auf sich nehmen will. Gib mir eine ehrliche Antwort: Wie viele Hiebe hättest du Christiane verabreicht, wenn ich dir freie Hand gelassen hätte?“ Lange Zeit schwieg Aisha, bohrte den scharfen Blick aus ihren dunklen Augen fragend in den gelassenen des Sklavenjägers. Schließlich gab sie sich einen Ruck, schüttelte die Unentschlossenheit ab und sagte laut und deutlich:
„Ich hätte ihr fünf Dutzend über die Brüste gegeben, hätte sie zerfetzt und drei Dutzend in den Schoß. Ohne die Wundersalbe hätte sie das nicht überlebt!“

Ein erwartungsvolles Aufstöhnen ging bei diesem Bekenntnis durch die versammelte Menge. Eine blutige, drakonische Strafe musste die Folge sein. Stattdessen lächelte der Sklavenjäger und meinte:
„Dein Glück, Aisha, dass du dich entschlossen hast, bei der Wahrheit zu bleiben! Du erhältst ein Dutzend Hiebe mit deiner eigenen Peitsche, und zwar von Christiane. Sie hat freie Hand, aber ich will Blut sehen! Den Rest Deiner Strafe hat, wie du gehört hast, Christiane übernommen. Ich werde sie selbst vollziehen!“ Und zu mir gewendet, setzte er hinzu:
„Sie gehört dir, Christiane!“ Widersprüchliche Gefühle, Wünsche und Begierden überfielen mich bei den Worten meines Herrn. Rachegelüste: ich wollte es Aisha heimzahlen! Harmoniebedürfnis: ich wollte die Kluft zwischen uns nicht vergrößern! Friedfertigkeit: jedes Lebewesen soll nach seiner Fasson selig werden! Machtlust: wie süß und erregend ist doch das Gefühl, ein wehrloses Wesen nach Belieben missbrauchen zu dürfen. Wann hat schon eine Sklavin im Wüstenfort die Gelegenheit, eine andere nach Herzenslust zum Schreien zu bringen? Ich hob die Peitsche und war selbst in diesem Moment noch nicht sicher, welchen der Gefühle ich Raum geben sollte. Aber das Positive, Lebensbejahende in mir siegte. Ich schlug so zu, dass der griffnahe Teil der Peitsche zwar seitlich auf die Schenkel Aishas klatschte, aber das schnalzende Ende nur den Pfosten traf und sich um ihn schlang. Aisha war zuerst verblüfft über die harmlosen Schmerzen, die ich ihr zufügte, spielte aber dann begeistert mit. Sie schrie und bäumte sich auf, wand sich in den Fesseln. Für die Zuschauer sah das toll aus. Sie waren auch hellauf begeistert und taten das lautstark kund. Von Hieb zu Hieb wuchs in mir das Verlangen, wirklich richtig zuzuschlagen. Nur meinem Herrn entging nichts von all dem. Er durchschaute den Trick mit der Peitsche und er kannte mich gut genug, um zu wissen, mit welcher Lust ich Schmerzen nicht nur ertrug, sondern auch austeilte.
Gespannt und neugierig wartete er darauf, wie ich seine Forderung nach Blut erfüllen würde. Das Peitschen machte mich geil. Ich biss mir auf die Lippe, um nicht alle Hemmungen fahren zu lassen und wirklich zuzuschlagen. Für den letzten Hieb trat ich allerdings zurück. Tief atmend holte ich aus und ließ das fauchende Peitschenende mit voller Wucht über Aishas linke Brust schnalzen. Sie stieß einen schrillen Schmerzschrei aus und erstarrte, dann wand sie sich wild. Auch ich hatte einen Schrei ausgestoßen, aber einen der Lust. Danach aber eilte ich sofort zu Aisha, machte sie los, berührte mit meiner Fingerspitze den Blutstropfen an ihrer linken Brust und steckte ihn in den Mund. Dann nahm ich ihre Hand in meine, führte ihren Finger an meine aufgebissene Lippe bis ein Blutstropfen an ihm haftete und ließ die Hand los. Aisha stand zuerst wie versteinert da, starrte mich an, als sei ich ein Märchenwesen, dann aber grinste sie, steckte den Finger in den Mund und lutschte mein Blut.

Langsam war der Sklavenjäger herbei geschlendert. Er trat zu Aisha und musterte die Striemen und die kleine Wunde, aus der träge ein Blutstropfen quoll, dann wandte er sich an mich:
„Du hast meine Forderungen wörtlich, aber nicht dem Sinn nach erfüllt. Trotzdem bin ich mit dir sehr zufrieden. Komm mit! Ich will dir deine selbst gewählte Strafe verabreichen. Ich freue mich schon darauf. Zuschauen ist ja ganz reizvoll, aber selbst zu peitschen, ist doch viel lustvoller! Traust du dir zu es ungefesselt über dich ergehen zu lassen, Christiane, oder soll ich dich binden?“
„Handelt nach Eurem Gutdünken, Herr! Ich werde mich in jedem Fall bemühen, Euch nicht zu enttäuschen. Es ist mir eine große Freude, Euch wieder ein Mal zu Diensten sein zu dürfen.“ Er schaute mich groß an, ein wenig spöttisch, ein wenig auch betroffen, verbeugte sich übertrieben vor mir und versicherte:
„Oh, oh, meine scharfzüngige Maid! Die Botschaft vernahm ich wohl! Darf ich Euch einladen, heute abends meine holde Gespielin zu sein!“ Ich ging auf seinen Ton ein:
„Sehr wohl, mein Herr, Euer Angebot kommt mir tatsächlich gelegen!“ Dabei hielt ich ihm die Hand zum Kuss entgegen. Auch darauf ging er ein, lachte, dass sein Bauch gewackelt hätte, wenn er eine Wampe besäße, was ja nicht der Fall ist.
„Ja! Aber, herzallerliebste Maid! Zuerst gibt es zwanzig zünftige Peitschenhiebe!“ Ich frohlockte! Was scherten mich schon zwanzig Hiebe. Meine Berechnung war aufgegangen. Besser hätte ich es mir gar nicht wünschen können.

Aber es gab noch eine Unterbrechung. Aisha kam herbeigeeilt. Sie hatte unseren Wortwechsel vernommen. Sie kannte das Verhältnis, das zwischen dem Sklavenjäger und mir bestand, nicht so genau und hatte nur die die zwanzig zünftigen Hiebe vernommen. Sie kniete sich vor dem Sklavenjäger nieder und bat mit gesenktem Kopf:
„Verzeiht, Herr, dass ich es wage Euch anzusprechen. Gestattet mir, darum zu bitten, die Hälfte der für Christiane bestimmten Hiebe übernehmen zu dürfen!“

Selten hatte ich Abuqual so perplex und mit offenem Mund dastehen gesehen. Er wollte wütend werden, musste aber offensichtlich innerlich so lachen, dass er seinen Groll nur prustend und stockend herausbrachte:
„Was ist denn das heute für ein vermaledeiter Tag, an dem die Sklavinnen pausenlos das Wort ergreifen? Und du, Aisha? Bist du ganz meschugge? Christiane hat doch deine Strafe übernommen. Wie kannst du jetzt die Hälfte zurückverlangen?“ Ganz harmlos und mit umwerfender Logik gab sie die Antwort:
„Aber Herr! Habt Ihr nicht gesehen, dass wir Blutsschwestern geworden sind? Wir teilen alles, Herr!“ Dieser wusste nicht, sollte er toben oder sollte er weinen. Da beides angesichts der Zuschauer unwürdig erschien, sagte er nur resignierend:
„Ja, dann! Kommt, ihr Blutsschwestern!“

Nie vorher und nie nachher erlebte ich eine so lustige Auspeitschung!

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