Ein heißer Juni 21 – Probieren geht über Studieren

Sabine stürzt aufgeregt in die Schankstube, stemmt die Fäuste in die Hüften und legt los: „Was geht da vor sich? Ist heute nicht Montag? Läuft die Zeit anders in der Höhe? Ist heute Freitag der 13.? Jedenfalls läuft nichts, wie es laufen soll. Schau mich an!“

Bruno kommt dieser Aufforderung liebend gerne nach, bietet sie doch im Evaskostüm immer einen reizvollen Anblick und wenn sie wütet, ganz besonders. Er grinst. „Wie, was? Ich gab dir doch Kleidung und mach dir was zum Essen. Du brauchst deswegen doch nicht nackig rumlaufen, auch wenn ich das, als Mann jetzt, ausgesprochen beflügelnd empfinde. Willst du doch noch eine Runde mit mir – äh – sporteln oder doch zuerst Knödel essen?“

„Blödmann!“, schimpft Sabine, „weißt du, was grad passiert ist? Die drei da draußen haben eine obergeile Nummer geschoben, einen hammermäßigen Dreier auf dem Tisch, und wie ich mit dem Bier komm’, hat sie mich angespritzt. Ja! Sie!!! Eine echte Spritzmöse, ausgerechnet! Davon hatte ich bisher bloß gehört und war mir gar nicht so sicher, ob es das auch wirklich gibt. Ich wollte schon immer mal eine sehen, aber ich habe bisher keine getroffen, weder unter meinen Freundinnen, noch sonstigen – äh – Bekanntschaften. Und ausgerechnet hier, wo ich damit absolut nicht rechnen kann, da steh ich ausgerechnet im Zielgebiet!“ Nun muss Sabine doch lachen. Ihre Wut ist schon verflogen. „Ich pack es nicht! Das war so überraschend, dass ich es gar nicht so richtig anschauen konnte. Ich glaube, ich frag sie einfach, ob sie es nicht noch einmal tun wollen, was meinst du?“

Bruno grinst noch mehr. „Ja, frag sie einfach!“ Er deutet mit dem Kinn zur Tür. Sabine dreht sich um, da steht die Frau lässig im Türrahmen, hält sich alibimäßig Arm und Hand vor strategische Stellen und lächelt verführerisch. Sie ist sicher gut doppelt so alt wie Sabine, hat aber eine noch immer tadellose Figur mit üppigen Brüsten, die zwar ein wenig hängen, aber trotzdem sehr appetitlich aussehen. Die kurz geschnittenen, schwarzen Haare verleihen ihr einen spitzbübischen Gesamtausdruck.

„Na, Gottseidank haben wir dir offenbar doch keinen Schock fürs Leben verpasst. Eigentlich wollte ich fragen, ob wir irgendwo duschen könnten, da ja jetzt doch jemand da ist. Vorhin dachten wir, es wäre keiner da, nachdem wir das Sc***d gesehen hatten. Montag ist ja Ruhetag, hätten wir eigentlich wissen können, gell, Bruno? Schließlich sind wir ja Stammgäste, sonst zwar nur am Wochenende, aber diese Woche haben wir Urlaub. Nur hatte Karin heute einen Termin beim Zahnarzt. Drum sind wir nur zu dritt unterwegs.“

„Darf ich vorstellen?“ Bruno kommt her und küsst die Frau. Sabine staunt. Ist das etwa die berühmte Tiroler Gastfreundschaft? „Das ist Sonja“, fährt Bruno fort, als hinter Sonja die zwei nackten Männer erscheinen. „Sie ist offiziell mit Kurt verheiratet und Karin, ihre kleine Schwester mit Klaus, aber eigentlich sind alle vier miteinander verheiratet. Und das ist Sabine, eine gute Freundin aus meinem Heimatort. Sie und ihre Busenfreundin, meine Schwester Susi, helfen mir in den nächsten Wochen, weil Marika nicht viel Zeit hat und weil sie ein bisschen was für den Urlaub verdienen wollen. Susi ist mit dem Schmunzelmonster zum Supermarkt gefahren und wollte Sabine vom Zug abholen, aber die kam alleine, zu Fuß und – jetzt kommt’s mir erst! – halbnackt hier an. Was hast du eigentlich getrieben und wo ist dein Gepäck?“

„Da hat sie ja Fortschritte gemacht, denn nun ist sie schon ganz nackt“, wirft Sonja keck ein.

„Das ist wieder typisch Sabine!“, ruft da Susi, die sich von hinten angeschlichen hat. „Kaum betrittst du die Bildfläche, schon ist Chaos pur und eine Orgie angesagt. Und das ohne mich!“ Sie breitet die Arme aus und Sabine fliegt hinein. Die Wiedersehensfreude ist groß, entsprechend heftig wird geküsst. Dann reden alle durcheinander und keiner kennt sich mehr aus, bis Susi ein Machtwort spricht: „Schluss und Aus! Ich hab den Wagen voll mit Lebensmitteln und der steht auf dem Parkplatz in der Sonne. Am besten helfen alle mit, das Zeug in den Kühlschrank zu befördern, dabei könnt ihr der Reihe nach erzählen und danach spricht nichts gegen eine Orgie. Oder wie seht ihr das?“

Essen wäre echt nicht schlecht jetzt!

„Also, was essen wäre echt nicht schlecht jetzt“, murrt Sabine ein wenig, macht sich aber, nackt, wie sie ist, auf den Weg und folgt Susi zum Parkplatz. Achselzuckend schließt sich das nackte Trio an.

Während sie Würstel, Schinken, Käse, Milch, Obst, Gemüse, Salat und weitere Lebensmittel in die Küche tragen, wo Bruno alles verstaut, machen sich auch Susi und die drei Sexualakrobaten miteinander bekannt, dann erzählt Sonja freimütig: „Wir vier, also meine Schwester Karin, Klaus, Kurt und ich haben uns vor rund zwanzig Jahren bei einem Rudelbums im Studentenheim kennen gelernt. Ab da waren wir unzertrennlich und haben das Studium, alle Architektur in Innsbruck, soweit als möglich gemeinsam bewältigt. Klaus und Kurt waren schon ein wenig weiter und haben zwei Jahre später promoviert, wir Mädels noch einmal zwei, beziehungsweise drei Jahre später. Beruflich haben wir ein gemeinsames Architekturbüro, ‚4K’, weil mein zweiter Vorname ist Kira, aber privat gefällt mir Sonja besser. Und privat? Da haben wir seit der Studentenzeit wenig geändert. Wie du ja bemerkt hast, vögeln wir gern miteinander, konnten uns nie entscheiden, wer wen oder ob überhaupt heiraten sollte. Im Endeffekt haben wir halt pro forma zwei Ehen geschlossen. Das ist im ‚Heiligen Land Tirol’ immer noch besser fürs Image. Vor allem wegen der Kinder.“ Sie lacht ein wenig bitter. „Gerüchte gibt es natürlich genug und unsere Partys sind, zumindest nach Mitternacht, des Öfteren ein wenig entgleist. Du willst also noch einmal genau schauen, wie ich spritze?“, wechselt Sonja Kira abrupt das Thema. „Ja, warum nicht? Ich bin eh schon wieder geil und meine zwei Männer haben sicher auch noch Lust. Aber nur zuschauen geht nicht. Da musst du schon mitmachen.“

„Ich mach auch mit!“, ruft da Susi, die sich inzwischen auch – „angezogen fühle ich mich da etwas deplatziert“ – nackt ausgezogen hat. „Süß sind sie schon, deine zwei Männer. Aber leider habe ich grad meine Tage bekommen und Sabine wahrscheinlich auch, denn die läuft mit mir synchron.“

Kurt lacht und beginnt zu pfeifen. Klaus singt dazu:

„Frau Wirtin hatt’ auch einen Offizier
der kam im Jahr zwölfmal zu ihr
er fickt’ sie nur in der Perio-o-de
und wenn er dann im Blute schwamm
träumt’ er vom Heldento-o-de.“

Sabine lacht ebenfalls und kontert:

„Wir haben hier den frechen Klaus
der meint, es mache gar nichts aus
doch ich halt’s nicht für opportu-u-un
aber er könnt’, wenn’s ihm beliebt
es ein-, zweimal von hinten tun.“

„Das lass ich mir nicht zweimal sagen!“ Klaus legt ihr freundschaftlich die Hand auf den Po. „Und was ist mit deinem Bruder? Macht der auch mit? Und gibt es vielleicht auch einen weniger öffentlichen Ort? Wir wollten vorhin ja nicht unbedingt ein ‚public fucking’ veranstalten, aber als wir das Sc***d ‚MONTAG RUHETAG’ gesehen hatten und dazu auch, dass das Schmunzelmonster nicht da stand, sind wir davon ausgegangen, dass uns niemand sieht, weil die Ecke hinter der Hecke doch ziemlich uneinsichtig ist. Ausziehen mussten wir uns ja sowieso, weil wir in den Regen gekommen waren und unsere Kleider zum Trocknen aufhängen wollten. Tja, die Gelegenheit war günstig, Sonja hat uns den ganzen Tag schon angeschärft, da …“

„Ja, gut, das ist schon klar“, unterbricht Sabine, „aber das ist nicht mein Bruder, sondern Susis Bruder. Von welchem Schmunzelmonster redet ihr dauernd?“

„Das kann ich dir sagen“, meldet sich Susi zu Wort. „Der kleine ‚Jeep’ da, der Suzuki LJ 80. LJ, El-Jot? Elliot? Elliot, das Schmunzelmonster. Alles klar? Und ob Bruno bei einer Orgie mitmacht? Kann ich ehrlich nicht sagen. Er baggert zwar alles an, was ihm vor die Flinte läuft und weiblich ist, aber bisher waren wir noch nie gemeinsam querbumsen.“

„Ich brauch’ auf jeden Fall zuerst einmal etwas zum Essen, sonst halt ich es nicht mehr aus. Du, Sonja, kannst ja inzwischen bei Bruno dein Glück versuchen, ich kann mir nicht vorstellen, dass er dir lange widerstehen kann. Und dann müsste ich endlich mal mein Gepäck aus der Lastengondel holen.“

Inzwischen sind sie wieder in der Hütte angekommen und Bruno hat mitgehört. „Was soll Sonja bei mir versuchen und was ist mit deinem Gepäck?“ Es bleibt nichts übrig, also gesteht Sabine ihr Missgeschick und erntet einigen Lacherfolg. Sonja schmeichelt sich an Bruno heran und hat ihn bald soweit, dass er vorschlägt, das weitere Geschehen auf die hintere Terrasse im oberen Stock zu verlegen. „Nach dem Essen ein kleiner Verdauungsfick kann ja nicht schaden!“

Knödel und Pelargonien

Die ‚hintere Terrasse’ entpuppt sich als ziemlich breiter Balkon, auf dem ein langer Tisch steht, an dem alle Nackedeis bequem Platz finden. Bruno hat die ganze Bande zum Knödelessen eingeladen und jedem gleich Teller und Besteck mitgegeben. Er erscheint mit einer riesigen Suppenschüssel, die er in die Mitte stellt. Dabei trägt er, dem Anlass entsprechend eine Kochmütze und sonst nur eine kleine Kochschürze, unter der sich anscheinend einiges regt. Sonja ist neugierig und forscht sofort nach, aber Bruno gibt ihr einen Klaps auf die Finger. „Erst wird gegessen. Ich verspreche dir, dass nichts davon wegkommt.“

Dann machen sich alle über die herrlichen Speckknödel her. Am Ende ist die Schüssel leer. Bruno behauptet, es seien dreißig Knödel drin gewesen, aber niemand gesteht, mehr als drei gegessen zu haben.

Sabine aber stöhnt und schaut dabei so schuldbewusst drein, dass alle darauf wetten wollen, dass sie mehr als fünf Knödel verschlungen hat. Das aber weist sie energisch von sich. „Es waren genau fünf, nicht mehr und nicht weniger“, gibt sie leise zu. Und dann lauter: „Ich bin so vollgefressen, dass ich jetzt keinen Druck auf den Bauch vertrag‘. Der muss frei schwingen!“ Mit diesen Worten stellt sie sich an die Balkonbrüstung und streckt aufreizend ihren Hintern raus. „Kommt, Sonja, Susi! Lasst uns die Landschaft bewundern! Also Jungs, ran an den Speck!“

Kurt reagiert am schnellsten. Er stellt sich gleich hinter Susi und knetet gekonnt ihre Brüste. „Göttlich, einfach göttlich!“, schnurrt er und beschmust ihre Schultern.

Bruno steuert auf Sabine zu, doch diese lehnt ab. „Mein Arsch ist dem Klaus versprochen und du hast mich ja jetzt sowieso wochenlang da. Gönn dir doch was Neues und zeig der Sonja, dass nicht nur dein Kochlöffel hart ist!“

„So neu nun auch wieder nicht“, widerspricht Sonja. „Ich war schon gelegentlich mit der Karin allein, also ohne Männer da und der Bruno war sehr zuvorkommend zu uns, du verstehst?“

Sabine versteht. Wie auch nicht! Trotzdem staunt sie ein wenig. Bruno und die feurige Marika, Bruno und die Sennerin Claudia, Bruno und die Schwestern Sonja und Karin. Bruno und wer weiß, wer noch alles, Sabine inklusive. Der kommt ja auch ganz schön unter die Leute, auch wenn er da sozusagen in der Einöde werkt. Gelassen tritt er hinter Sonja, küsst sie heiß und nachhaltig, schmust mit den vollen Brüsten und massiert dabei auch gleich ihre feucht glänzende Muschi. Sonja stöhnt heftig, reckt ihm ihren noch immer prallen Po entgegen und Bruno versenkt langsam und genüsslich seinen Kolben von hinten in ihren lüsternen Kelch.

Inzwischen hat sich Sabine um Klaus’ Schwanz gekümmert, ihn groß und hart geblasen und bietet ihm nun ihren Hintereingang an. Doch der hat anderes im Sinn. „Arschfick ist nicht so meins. Wenn es dir nichts ausmacht, dann zieh doch bitte den Stöpsel raus. Mich stört ein wenig Blut nicht, ganz im Gegenteil. Nicht, dass ihr glaubt, ich träumte dabei vom Heldentod wie Frau Wirtins Offizier, aber Tatsache ist, dass sowohl Karin als auch Sonja während der Periode besonders empfindsam sind und in der Zeit die besten Orgasmen erleben. Entgegen vieler Vorurteile ist es auch keineswegs in irgendeiner Form für irgendwen gefährlich.“

„Das stimmt schon“, assistiert Sabine, „Selber hab ich das eigentlich noch nie ausprobiert, aber gereizt hat es mich schon. Die meisten Männer haben da meist gewisse Vorbehalte, drum finde ich mich mit den paar Ruhetagen gelassen ab, doch fürs Ausprobieren war ich schon immer zu haben.“ Mit diesen Worten zieht sie auch schon am Schnürchen und den von Marika ‚ausgeliehenen’ Tampon aus der Scheide. Da will auch Susi nicht nachstehen und ‚entstöpselt sich’ ebenfalls. Sabine zuckt die Schultern. „Wenn Sonja wieder so geil abspritzt, müssen wir hier sowieso schrubben, da kommt es auf ein paar Blutstropfen auch nicht mehr an. Bruno, gib dein Bestes, wir wollen dann was sehen!“

Die kommende Viertelstunde arbeiten die drei Männer im Schweiße ihres Angesichtes. Was auf Karin und Sonja zutrifft, scheint sich bei Susi und Sabine zu bestätigen. So schnell sind die beiden noch selten zu ihrem ersten Orgasmus gekommen. Da mag die tolle Szenerie auf dem Balkon mit den angehängten Roten-Pelargonien-Kisterln und dem prächtigen Panoramablick aufs Waldertal und die Schrammser Alpen mit den zwei markanten Spitzen über dem Gollauer Gletscher auch eine Rolle spielen, aber die beiden kommen in immer kürzeren Abständen, während Sonja von Bruno einem gewaltigen Höhepunkt entgegen getrieben wird.

Innerhalb einer Minute ejakulieren, Klaus, Kurt und zuletzt Bruno. Sonja befindet sich im Zustand purer Raserei. Kurt und Klaus legen sie rücklings auf den Tisch. Bruno bringt schnell Besteck, Teller und Suppenschüssel in Sicherheit. Die rot schimmernden Schwänze von Klaus und Kurt haben kaum nachgelassen und Sonja ‚frisst’ sie geradezu in ihrer Gier, entlässt sie nacheinander sauber aus ihrem Schlund. In höchstem Tempo ficken sie nun ihre zwei Männer abwechselnd. Auch Bruno kommt noch zweimal an die Reihe. Susi und Sabine halten ihre Schenkel schön weit gespreizt und massieren unentwegt ihre Klitoris. Da endlich passiert es. Sonja schreit ihre Lust in die Tiroler Berge. „Ja, ja, jaaaa! Ich komme, ich kooomme, jaaaa!“ Und tatsächlich spritzt sie ein weiteres Mal, in drei, nein vier Schwällen schießt sie ihre Flüssigkeit hinaus, teilweise sogar über die Balkonbrüstung, rein in die Pelargonien. Sie keucht erschöpft, hechelt und lacht. „Ihr werdet sehen, die werden heuer ein Meter groß!“, verspricht sie.

Die anschließende Dusche haben sich alle sechs redlich verdient. Nur Bruno blickt ein wenig bekümmert. Jetzt muss er noch ein paar Scheite von seinem Brennholz opfern, sonst gibt es abends kein warmes Wasser.

Sabines Rucksack wird geborgen

Sabine kann sich noch ein liegengebliebenes T-Shirt aus Brunos Fundus aussuchen. „Jetzt bräuchte ich aber dringend meinen Rucksack. Warum bist du bloß mit der Lastengondel einfach stehen geblieben?“, murrt sie.

„Warum sollte ich die Gondel ganz herauf ziehen, wenn heute um fünf noch der Limo-Lieferant kommt? Da müsste ich sie dann erst wieder runter lassen. Dort, wo sie hängt, hängt sie doch gut!“ Er grinst ein wenig fies. „Hätte ich sie aber ganz unten gelassen, wäre sie jetzt wohl halbvoll mit dem Müll, den die Wanderer nicht mit nach Hause nehmen mögen. Oder Kinder setzen sich rein und schaukeln so wild, dass sie aus dem Seil springt. Alles schon dagewesen. Dass du dich da rein setzt, damit konnte ich ja nicht rechnen. Richtig! Ihr müsst euch beeilen, denn ich kann ja die Gondel jetzt nicht einfach hinunter lassen, denn so, wie du es mir berichtet hast, schleift dann deine Jean durchs Gebüsch. Ihr müsst mich dirigieren, damit ihr die Sachen vorsichtig abnehmen könnt. Fahrt gleich los. Sonja und ihre Männer könnt ihr auch mitnehmen.“

So machen sie es auch. Vorsorglich schnorrt Sabine gleich noch ein o.b., dann quetschen sie sich in den klapprigen ‚Elliot’. Die Fahrt ist holprig, aber Susi kennt den Weg nun schon ein bisschen. Außerdem ist sie eine gute Fahrerin, so geht alles gut. Unten, sie verständigen sich mit Bruno mit der Klingel, dirigieren sie die Gondel langsam herunter, lösen nacheinander Gürtel, Hose, Jacke, Badetuch, packen alles zusammen ins Auto, warten auf den Getränkelieferanten, helfen ihm zweimal die Gondel voll zu laden und winken ihm freundlich zum Abschied. Dann machen sie sich an die Auffahrt. Diesmal darf Sabine ans Steuer, denn auch sie soll die Tücken des Fahrweges kennen lernen. Außer einigen scharfen Haarnadelkurven, wobei einmal die kurze Gerade dazwischen im Rückwärtsgang zu bewältigen ist, womit man sich das Reversieren spart, liegt eine Besonderheit an einer Passage zwischen drei dicken Fichten. Der Weg führt im Slalom dazwischen durch, aber so schmal, dass man mit jedem breiteren Geländefahrzeug stecken bliebe. „Daher“, erläutert Susi, „hält er so am Schmunzelmonster fest. Wenn er es austauschen muss, wird wohl zumindest einer der Bäume dran glauben. Der Revierjäger will ihm das eh dauernd einreden, sagt er. Und das nur, damit der mit seinem Landcruiser bis zur Hütte fahren kann, was Bruno aber nicht will.“

Endlich oben, führt Susi ihre Freundin gleich ins Zimmer, das sie sich teilen werden. Es ist winzig, aber gemütlich, ganz in Holz, wie ja auch der ganze obere Stock der Hütte. „Zirbenholz“, erklärt Susi, „riecht ganz toll.“

Gleich darauf hat Sabine alles im Schrank verstaut. „Und jetzt erzählen“, fordert Susi, „erst du, dann ich und dazu gehen wir raus auf den Balkon und genießen die Abendsonne. Die heizt da richtig hin, solange sie scheint, da können wir noch ein wenig Bräune tanken. Ich werde dich einölen.

Die beiden liegen nackt in Liegestühlen auf dem Balkon und tauschen ihre Erlebnisse aus. Beide haben ja einiges zu berichten.

„Übrigens“, wechselt Sabine auf einmal das Thema, „habe ich da im Zug eine Tageszeitung gefunden, die mir jemand überließ. Da ist ein Inserat drin, das musst du dir ansehen. Mich würde so was reizen und zusammen sind wir doch ein unschlagbares Team.“ Sabine wühlt in ihrem chaotischen Rucksack und zieht endlich ein zerfleddertes Bündel Papier heraus. Gleich obenauf ist eine außergewöhnliche Anzeige über zwei Spalten.

Anruf bei Signora Decimo,

‚[size=117]Afrika ruft![/size]’, heißt es da und gesucht werden für eine Safari Lodge nahe der Serengeti zwei Praktikanten oder Praktikantinnen. Fremdsprachenkenntnisse sind Bedingung, außer Englisch mindestens noch eine weitere und zwar zumindest fließend in Wort und Schrift. Führerschein wird vorausgesetzt, Erfahrung mit größeren Fahrzeugen erwünscht, praktische Begabungen sehr von Vorteil, Kenntnisse in Erster Hilfe usw. Die Bewerber müssen flexibel, unkompliziert und gesund sein, da im Busch nicht mit allen Annehmlichkeiten der Zivilisation gerechnet werden kann. Mindestalter 18 Jahre. Geboten werden außer freier Kost und Unterkunft ein Taschengeld von $ 35 in der Woche, sowie die Möglichkeit, für gute Leistungen Trinkgeld zu erhalten und dazu jede Menge Erlebnisse. Dienstbeginn 1. Oktober bis Ende September. Alle 3 Monate werden zwei Wochen unbezahlter Heimaturlaub gewährt, dafür werden aber Hin- und Rückflüge bezahlt. Nicht konsumierte Heimflüge können abgelöst werden. Bewerber sollen sich telefonisch vorstellen.

„Das ist aber eine Nummer in der Schweiz, ein Handy“, merkt Susi sofort. „Ich kenn die Vorwahl. Also das fasziniert mich auch. Die Bezahlung ist zwar schon recht knauserig, aber ich scheiß aufs Geld, wenn ich dafür Löwen, Tiger und Elefanten zu sehen kriege.“

„Tiger nicht!“, berichtigt Sabine, „dafür Leoparden, Antilopen, Giraffen und Affen. Was ist? Rufen wir an, spritzen wir die Uni für ein Jahr und jagen dafür wilde Tiere?“

„Ich weiß schon, dass es in Afrika keine Tiger gibt. Und ja, ich bin dafür. So was ist eigentlich unbezahlbar und wenn für unsere Fotos wirklich so viel Geld herein kommt, wie Pepi-San gesagt hat, dann können wir uns das auch leisten. Es wird ja alles bezahlt und mitten im Busch gibt es auch keine ‚FM-Boutiquen’, in denen du das Geld rausschmeißen kannst.“

Sabine blickt zweifelnd, ob das jetzt eine Frechheit war. Als sie sich an ihren Besuch mit Bine in der suspekten FM-Boutique in München und die letztlich von der Verkäuferin gegebene Erläuterung, dass FM für ‚Fick-mich!’ steht, erinnert, muss sie dann doch lachen und Susi fällt natürlich ein. Sie kichern, lachen und brüllen letztlich, dass ihnen die Tränen übers Gesicht laufen. Nur mühsam beruhigen sie sich, dann gibt sich Sabine einen Ruck: „Los! Anrufen! Sofort! Bringen wir es hinter uns. Wir würden es uns für ewig vorwerfen, wenn wir die Chance sausen lassen.“

Susi zückt ihr Handy und wählt. „Pronto!“, meldet sich eine sympathische weibliche Stimme. Susi legt gleich auf Italienisch los und erklärt, dass sie und ihre Freundin auf das Inserat hin anrufen. Die Stimme wirkt erstaunt: „Sie sind Italienerin? Wir haben doch in Italien gar nicht inseriert.“ Susi berichtigt, dass sie und die Freundin Deutsche, ihre Großeltern aber Italiener sind, die fast 40 Jahre in Deutschland gelebt und auch gearbeitet haben, jetzt wieder in der Basilicata wohnen, in Mataranea. Nach vielen langen Ferien von klein auf, kann sie, Susanna Martini, italienisch wie ihre Muttersprache.
Das sei schon mal erfreulich, sagt die Stimme, jetzt auf Englisch und stellt sich als Mariella Decimo von „10!“ in Lagonda vor. ‚Von „10!“’ sagt sie so, wie man vielleicht ‚von Coca Cola’ oder ‚von Mercedes’ sagen würde. Sie habe die interessante Aufgabe, die Bewerber auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen, für einen guten Freund, der die Lodge betreibe. Nachdem Susi ein paar ihrer Interessen und Kenntnisse auf Englisch beschrieben hat, wechselt sie unvermittelt auf Spanisch und erzählt von ihrer engsten Freundin Sabine.

Aber mit der will Mariella Decimo lieber selber sprechen, daher gibt Susi das Telefon weiter. Die Unterhaltung verläuft ähnlich, zuerst auf Englisch, dann deutsch, schließlich französisch. Hier kann endlich mal Sabine punkten, in Französisch ist die Frau in der Schweiz nicht ganz so geübt, während Sabine davon profitiert, dass sie bis zu ihrem 13. Lebensjahr in einem Vorort von Marseille aufgewachsen ist, weil ihr Vater beruflich dort gebunden war. Als vollwertiges Mitglied einer Mädchengang hat sie nicht nur französisch fließend, sondern auch spezielle Redensarten verinnerlicht, an denen sonst die meisten Nichtfranzosen scheitern. Dass sie darüber hinaus im Hafen auch einen ‚Schatz’ von Kraftausdrücken erworben hat, der jeden Vollmatrosen erbleichen ließe, lässt sie lieber unerwähnt. Man soll ja potentielle Arbeitgeber nicht unnötig erschrecken. Dafür legt sie noch nach, dass sie auch russisch ganz gut beherrscht.

Die Stimme am Telefon klingt immer erfreuter. Zuletzt hätte Frau Decimo noch gerne Fotos der beiden Kandidatinnen und bittet, diese an Mariella Decimo <[email protected]> zu senden. Sabine bedauert. Sie seien für die nächste Zeit auf einer Alm ohne Internetzugang, aber sie könne ja schnell mit dem Handy zwei Fotos machen und MMS schicken. Schnell ziehen sich die beiden T-Shirts über, dann klickt die eingebaute Kamera zweimal, es wird gesendet.

Ein paar Sekunden herrscht Schweigen. Dann meldet sich Mariella wieder: „Die Fotos sind angekommen. Irgendwie kommt ihr mir bekannt vor. Kann es sein …?“ Man hört eine Weile Getuschel im Hintergrund, dann: „Kann es sein, dass seit kurzem Fotos von euch existieren, auf denen ihr – hm – äh – wenig oder gar nichts anhabt?“

Sabine erbleicht, Susi nicht weniger. War es das? Aus und vorbei? Dass die Fotos von Pepi-San veröffentlicht werden, haben sie ja gewusst, aber so schnell und dann sogar auch in der Schweiz? Wie geht das denn? Wahrscheinlich wollen die Leute jetzt nichts mehr mit ihnen zu tun haben, aber leugnen ist zwecklos. Susi gesteht, mit bebender Stimme. „Und was heißt das jetzt für uns.“ Perlendes Lachen ist die Antwort, große Erheiterung am anderen Ende.

„Das heißt“, erklärt die Schweizerin kichernd, „dass der Josef Oberberger eure Fotos als Referenz zu uns geschickt hat, weil er ein Perfektionsseminar hier bei uns in der Camera Academy belegen möchte. Und es heißt auch, dass die Welt kleiner ist, als man es sich vorstellen kann. Wir haben gerade gestern die Bilder bekommen und gleich begutachtet. Die sind wirklich sehr gut geworden. Sehr heiß! Da habt ihr ja gute Chancen, eine Menge Geld dafür zu bekommen. Und, das kann ich auch sagen, ihr habt allerbeste Chancen, auf der Izithandana Lodge anheuern zu können. Wir melden uns demnächst auf dieser Nummer. Ciao, Ragazze!“

„Hoffentlich haut das hin“, sagt Sabine mit leicht bebender Stimme. Ich würde das so gern ausprobieren, die Landschaft, die Tiere, die Männer. Ob die wirklich so toll gebaut sind?“

„Das werden wir schon sehen“, erwidert Susi selbstbewusst. „Studieren können wir danach immer noch!“

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