Unter anderen Vorzeichen

Ein junger Mann trifft nach Jahren zufällig seine Pflegemutter wieder. Eine nur erotisch angehauchte, emotionale Geschichte. Autorenrechte © bei lost_of_mind, bitte keine unerwünschte Veröffentlichung.

Unter anderen Vorzeichen

Nicht alle Menschen haben einen geradlinigen Lebenslauf. Das hat verschiedenste Gründe. Es fängt schon damit an wo du geboren wirst. In meinem Falle Deutschland, DDR. Selbst dann ist die Lebenslotterie noch nicht entschieden. Du kannst die falschen Freunde finden, aber die suchst du dir wenigstens noch selber aus. Für falsche Eltern kannst du noch nichtmal was dafür. Mein Vater war überzeugter DDR-Grenzer, mit einem heimlichen Drang zu einem weiteren Bundesamt, Fan von Erich Mielke. Meine Mutter war Erzieherin in einem Heim. Auch da sollen dubiose Umstände geherrscht haben. Ansatzweise ahnte ich was die Gerüchte zu bedeuten hatten, denn der Erziehungsstil meiner Mutter könnte sich Zuhause an mir wiederholt haben. Mein Vater scherte sich nicht um mich. Kinder sind Frauenkram für ihn.

Nach der Wende wurden selbstverständlich alte Rechnungen beglichen. Die vormals so Privilegierten und heimlich Gefürchteten durften endlich folgenlos ausgegrenzt werden. Alleine schon weil wir in der DDR wie sonst wenige Familien ein Telefon hatten, da wusste jeder sofort bescheid: Zum Weitermelden. Und einen Wartburg. Ohne Wartezeit. Sowas beseitigte jeden Restzweifel.

Nachbarn kannten dich plötzlich nicht mehr und wechselten die Strassenseite. Weil Papa keine dubiosen Beziehungen nach oben mehr hatte mussten auch „Freundschaften“ nicht mehr aufrecht erhalten werden. Es gab eh schon nirgends mehr Arbeit. Wer von den neuen Arbeitgebern sollte also alte Apparatschiks einstellen wollen? Vor allem als was? Es wurden händeringend industrielle Fach- oder Bauarbeiter gesucht, drüben im Westen, keine Fachkräfte für Unterdrückung, Folter und Bespitzelung.

Du ahnst was geschah: Mein Vater saß Monate um Monate zuhause, versank in den Suff. Meine Mutter hatte wohl noch zugriff auf heimliche Tablettenbestände zum Ruhigstellen und bediente sich selber daran großzügig. Auf den Strassen war die ersten zwei, drei Jahre eh wilder Westen. Jeder suchte seine Chance und das rasche Geld, wollte vom neuen Wohlstand profitieren. Möglichst schnell. Und wenn du als junger Mensch dann noch falsche Freunde hast…

Kurz: Nach einigen unschönen schlenkern in meiner Lebenslinie kam ich in eine Pflegefamilie. Weit weg von meinen alten Freunden und meinen kaputten Eltern. In die totale Öde und Einsiedelei. Ins tiefste Bayern, fast schon wieder Tschechien. Und plötzlich war Ruhe! Gespenstische Ruhe. Da war niemand mehr der nächtelang mit dir um die Häuser ziehen wollte. Es gab nichts mehr zu „rauchen“ für die Bong, zumindest hatte ich keine Kontakte mehr dazu. Wenn du ein Fahrrad oder Moped geklaut hattest dann kam der Vater des Besitzers zu dir, holte es zurück, hat dir eine Ohrfeige verpasst dass es klatschte und du noch wie ein Kreisel rotiert bist. Sache Erledigt. Ohne Sherriffs. Vor diesen Männern hattest du Respekt.

Mein Pflegevater war auch so einer. Otto. Er arbeitete in der Glasfabrik. Zwei Meter hoch, ein Meter breit, ein Brustkorb wie ein Lastwagenkühlergrill. Sein Wort war Gesetz. Aber er war auch Gerecht. Immer. Und wenn ich mal was sinnvolles Anfing dann unterstützte er mich dabei. Immer. Nach einem aufreibenden Jahr hatte ich mich in mein Schicksal gefügt. Ging sogar wieder regelmässig zur Schule, war ja das einzige Entertainment im ganzen Landkreis ausser dem jährlichen Feuerwehrfest. So schaffte ich sogar einen Schulabschluss. Mit zwei Jahren Verzögerung, aber immerhin.

Meine Pflegemutter Linda war eine unglaublich geduldige und warmherzige Frau. Zum ersten Mal im Leben erfuhr ich so etwas wie Nestwärme. Regelmässigkeit und Ordnung. Sie glaubte an mich, ich machte bald schon keinen Blödsinn mehr nur um sie nicht zu enttäuschen. Ich bekam keine Befehle, sondern wurde höflich gebeten. Zum Beispiel am Abend um 22 Uhr Zuhause zu sein, damit ich zur Schule ausgeschlafen sei. Ihr zuliebe war ich da. Nur Sonntags in die Kirche brachte sie mich nie. Dafür half ich sogar manchmal im Haushalt oder im Garten. Ein bisschen wenigstens.Wie ich eine Lehre begann wurde ich da leider herausgerissen. Empfand es fast als Strafe gehen zu müssen. Es war schwierig genug für einen wie mich eine Lehrstelle zu finden, Otto hatte alle Register gezogen. Andere Stadt, Arbeiterwohnheim. Aber ich war inzwischen soweit gefestigt dass ich meine neuen Kumpels tatsächlich nach sozialen Gesichtspunkten aussuchen konnte. Auch die Lehre schloss ich ab, wurde im Betrieb übernommen und es zog so etwas wie Normalität ein.

Ich erinnerte mich noch oft und gerne zurück. An die legendär leckeren Sonntagsbraten von Linda. An die festliche Stimmung dabei. An ihre Hände an meinem Kopf, wenn sie mir selber die Haare schnitt und danach wuschelnd im warmen Luftstrom mit dem Fön trocknete. An Otto, wie er mir Angeln lernte in den vielen Karpfenteichen, wenn man sich sein eigenes Abendessen erst erjagen muss. Oder wie man ein lässiges Fahrrad bekommt ohne es zu stehlen, wie man das aus gebrauchten Teilen selber zusammen baut und mit Spraydosen cool stylt. Nun konnte ich sogar ein kleines gebrauchtes Auto – kaufen! Hat was, fahren ohne schlechtes Gewissen und mit Führerschein. Für dich klingt das vielleicht normal.

Ich fand eine Freundin, die ich vielleicht nicht unbedingt liebte, da sie manchmal etwas zickig und launisch sein konnte, aber zumindest sehr gerne mochte. An den Wochenenden machten wir kleinere und grössere Ausflüge, denn wir waren ja Mobil. Irgendwann fuhren wir auch mal zu Viert nach Regensburg um mit einem Schlauchboot die Donau hinab zu paddeln. Dort unter der Autobahn gibt es eine witzige Kanurutsche, um an dem breiten Stauwehr vorbei zu kommen. Wir sassen im Boot, zogen an der Kette, warteten bis das Türchen automatisch hinab klappte und blödelten derweil etwas herum.

Plötzlich rief mich eine Stimme. „Marvin? Maaarvin!“ Ich erkannte diese Stimme sofort, sah mich hektisch um. Linda! Ich freute mich so riesig! Sie trat aus einer Reisegruppe neben einem parkenden Bus heraus, in altmodischer Tracht, winkte. In diesem Moment war das Türchen ganz unten und die einsetzende Strömung sog uns in den schmalen Kanal, dagegen kann man sich nicht mehr festhalten. Ich hörte durch das rauschen des Wassers: „Melde dich doch mal! Die Telefonnummer ist immer noch die selbe!“ Ich winkte zurück, verlor dabei fast mein Paddel, denn in diesem Kanal geht es durchaus rasant zu Tal. Das macht ja den grossen Spaß dabei.

Dann wirbelten wir im Unterlauf im Kehrwasser, mussten erheblich paddeln um wieder die sanfte Strömung des Flusses zu erreichen. Von da an treibt man an einem Park vorbei durch wunderschöne historische Gebäude. Ich vergass deshalb für einen Moment das Geschehen, von unten sieht man auch nicht mehr auf den Parkplatz unter der Brücke hinauf. Die alberne Blödelei im Boot lenkte mich weiter ab. Erst Abends, in meinem Appartement in Augsburg erinnerte ich mich wieder. Kramte mein Mobilphone hervor.

„Ja, Linda!“

„Marvin hier. Das war ja eine Überraschung heute!“

„Umso mehr hat es mich gefreut! Du, am Telefon ist immer so blöd zu reden. Magst du nicht mal vorbei kommen zum quatschen? Wenn du anscheinend öfter mal grob in der Gegend bist? Von Regensburg bis zu uns ist es keine Weltreise mehr. Du kannst gerne mal Sonntags kommen, ich koche dann was für uns.“

Alleine dieses Angebot war zu verlockend! Ich erinnerte mich an saftige Semmelknödel und selbst gesammelte Pilze. Nur bei dem Gedanken lief mir das Wasser im Munde zusammen. „Gerne! Wann?“

„Wann immer du magst. Musst nur paar Tage vorher Bescheid geben.“

„Wenn das so ist: Wie sieht es gleich nächsten Sonntag aus? Bevor man das wieder ewig vor sich her schiebt?“

„Gerne! Prima! Komm gleich nach der Kirche! Noch so eine schöne Überraschung an einem Tag.“

Ich war total gerührt, hatte mich jetzt 5 Jahre, seit wir uns verabschiedet hatten und ich in den Bus stieg nicht mehr gemeldet und sie war immer noch so freundlich zu mir. Wie früher. Die folgende Arbeitswoche verging schleppend, immer wieder kamen die alten Gedanken zurück. Was sich wohl verändert hätte? Bestimmt garnichts.

Am Sonntag fuhr ich sehr früh los. Schaffte es sogar noch sie von der Kirche abzuholen, ihr zwei Kilometer Fussweg zu ersparen. Was sich verändert hatte? Vor allem Linda. Und das Haus. Es wirkte etwas, na ja, nachlässig. Farbe blätterte an der Wetterseite von der Wand, die Hecke nur am Gartentürchen notdürftig frei geschnitten, die Garage und der Garten zu gewuchert, aus der Dachrinne oben wuchs Gras. Sowas wäre seinerzeit undenkbar gewesen!

Innen war alles Top aufgeräumt, da schien es wie immer. Die selben Tapeten, die gleichen Gerüche, die alten Bilder an der Wand. Aber dennoch war was anders, mehr so ein Gefühl, eine Ahnung. Irgendwas fehlte. Ich saß in der Essecke und sah zu wie Linda hektisch zwischen Küchenzeile und Speisekammer hin und her wetzte. Sie hatte stark abgenommen? „Gib mir nur paar Minuten…“

„Kein Problem, lass dir Zeit! Kann ich was helfen?“ Ich stand auf und stellte mich neben sie. „Wie geht es eigentlich Otto? Ist er auf Schicht?“

Im Glaswerk laufen die Öfen 24/7/365. Die werden nur alle fünf Jahre mal für drei Wochen zu Wartungsarbeiten abgeschalten. Dabei dauert nur das abkühlen schon 6 Tage und das hochheizen genauso lange. Zudem muss die Überholung schnell gehen, eine wahnsinnig hektische Phase. Wenn mit Presslufthämmern unter härtesten Bedingungen die Rückstände herausgeschlagen werden. So gesehen war es nicht ungewöhnlich wenn Otto selbst zu Weihnachten nicht da gewesen wäre. Linda zuckte erkennbar zusammen.

„Otto hatte seine letzte Schicht angetreten. Ach, das weisst du ja garnicht. Ich konnte dich nicht erreichen.“

„Wie das denn?“ Es dauerte einen Moment bis ich begriff, ich ahnte es erst wie sich ihr Gesicht schmerzhaft verzog. „Du meinst er…“

Sie nickte traurig. Ich weiss nicht warum ich das tat, aus einem inneren Impuls heraus nahm ich sie in den Arm und drückte sie ganz feste. Ich war ihr zuvor noch nie so nahe gekommen. Sie murmelte an meine Schulter: „Du weisst ja wie er war. Nach aussen immer stark. Niemandem Sogen bereiten, alles in Ordnung. Er wollte es wohl selber nicht wahrhaben. Das Herz. Sie haben ihn im Gaselager nicht sofort gefunden, er war dort zur Dichtheitskontrolle. Erst zum Schichtwechsel, wie der nächste Kontrollierte. Da war bereits wertvolle Zeit verstrichen.“ Ihr schlanker Körper zuckte etwas vom schluchzen.

Was sagt man da? Am besten nichts. Ihre Trauer war etwas ansteckend. Wenn es mich auch nicht ganz so schmerzte wie sie, ich hatte mich mit Otto seit längerer Zeit nur noch in Erinnerungen beschäftigt, rechnete auch nicht wirklich damit ihn nochmal zu sehen. Obwohl ich mich durchaus gefreut hätte. Er wäre Stolz gewesen dass aus mir was anständiges wurde. Sein Verdienst. Ich kraulte Linda sanft im Nacken.

Nach paar Minuten berappelte sich Linda wieder. Wandte sich von mir ab damit ich ihr Gesicht nicht sah. Deshalb setzte ich mich besser wieder in die Eckbank zurück. Sie fing an Zwiebeln zu schälen und lenkte vom Thema ab: „Aber erzähle du doch mal? Wie ist es dir all die Jahre ergangen?“

Ich erzählte wahrheitsgemäss, es gab ja auch nichts mehr zu vertuschen. Erwähnte mehrfach welchen vorbereitenden Anteil sie und Otto daran hatten. Beobachtete derweil die Frau genauer: Linda hatte wirklich stark abgenommen. Die langen Haare vergraut und am Hinterkopf hochgesteckt. Sie trug ein braves Kleid, den sommerlichen Temperaturen geschuldet etwas leichter, aber es schien ihr bisschen zu groß. Das Lächeln, immer wenn sie sich zu mir umdrehte, wirkte künstlich. Man sah ihr durchaus an dass sie schwierige Zeiten durchmachte, wollte es aber unter allen Umständen verbergen. Insoweit unterschied sie da nichts von Otto.

Wir assen auf der Terrasse, wie früher. Es war auch genial lecker, wie früher. Nur dass das Moos durch die Plattenstösse wucherte und die Beete verkrautet waren. Wir plauderten lange, tranken noch Kaffee und assen leckeren Kuchen. Irgendwann zum Abend hin hatte ich genug von dem scheinbar optimistischen Geschwätz und fragte doch nochmal genau nach. „Wie geht es jetzt künftig mit dir weiter?“

Sie druckste ein wenig umher. „Na ja, ist etwas schwierig jetzt. Weil ich all die Jahre nach meiner Ausbildung als Hausfrau zuhause war bin ich jetzt nicht mehr die erste Wahl auf dem Arbeitsmarkt. Gibt eh kaum was bei uns. Ich bekomme ja etwas Witwenrente und habe einen kleinen Nebenjob in der Bücherei, es reicht schon, ich will mich nicht beklagen. Man muss es auch mal anders sehen: Ich habe sehr viel Freizeit um mich um Freunde und Hobbys zu kümmern. Ich kann meine Klamotten wieder selber nähen, das passt dann besser, hält länger wie das Zeugs aus China und kostet nur einen Bruchteil.“

„Nur das Haus wirst du auf Dauer so nicht halten können?“ Meine Gedanken überschlugen sich. Für vier Jahre war das auch meine Heimat. Drei Jahre davon waren die glücklichste Zeit in meinem Leben. Linda lebte seit ihrer Hochzeit mit Otto hier. Das kann man doch nicht den Bach runter gehen lassen?

Sie senkte den Kopf und schüttelte den traurig. „Das Haus habe ich noch, das hatte Otto ja von seiner Oma geerbt und die Renovierung mit dem neuen Dach war inzwischen auch abbezahlt. Aber der Unterhalt frisst mich auf. Nur alleine um das im Winter frostfrei zu halten. Gerade wo jetzt die Reparaturen losgehen und Otto nicht mehr da ist. Die Handwerker sind bei uns nicht so teuer, aber für eine Rentnerin?“

„Du müsstest einen grossen Teil abtrennen und vermieten. Dann teilt sich zumindest schonmal die Heizung. Und die Bank sieht dass Geld rein kommt.“

„Das sagst du so einfach. Auch das kostet schon Geld, welches ich nicht habe. Und bei der Bank betteln?“ Das stimmte schon. Eine Bank ist etwas die dir bei Sonnenschein einen Regenschirm leihen und wenn es dann tatsächlich zu regnen beginnt…

Wir sassen lange schweigend da, jeder hing seinen Gedanken nach. Für Linda waren es vermutlich existenzielle Sorgen. Für mich ein schlechtes Gewissen. Ich hatte den Beiden so unendlich viel zu Verdanken. Sie hatten es mir nicht einmal vorgehalten. War das der Moment meine Schuld zu begleichen? Ein Hinweis des Schöpfers? Auch wenn ich nie in die Kirche ging.

„Ich mache es!“ Sagte ich, zutiefst entschlossen. „Was?“ Linda blickte mich fragend an.

„Ich habe noch Überstunden und Resturlaub. Werkzeug und Maschinen sollten von Otto massig im Keller sein. Ich repariere das nötigste durch und wir stellen mit Trockenbau paar Wände. Separate Zähler zur Abrechnung sind nicht so teuer. Wenn wir uns etwas ranhalten ist das Nötigste in zwei oder drei Wochen erledigt. Du musst halt mithelfen. Alles andere kann man dann so mal am Wochenende nachschieben. Es wäre Unrecht das hier aufgeben zu müssen. Das Haus hat so ein gutes Charma.“

Linda sah mich mit grossen Augen an. „Meinst du wirklich?“

Mein Entschluss stand. Felsenfest. „Morgen rede ich mit meinem Abteilungsleiter und erkläre ihm die Situation. Mal sehen was er meint. Deine Aufgabe wird sein dir zu überlegen welche Räume du aufgeben kannst und was dir unbedingt bleiben soll. Welche Möbel weg können. Wo ein zweiter Eingang entstehen könnte und wie man den Garten sinnvoll teilt, das ist auf Dauer für dich alleine auch zuviel Arbeit. Dann schreibst du einen Zettel was alles repariert werden muss, geordnet nach Dringlichkeit. Fragst bei deinen Nachbarn rum wer dir einen Anhänger leihen kann. Ich melde mich bei dir sobald ich was wegen meiner Firma sagen kann.“

„Das würdest du wirklich machen?“ Linda schien plötzlich unglaublich Hoffnung zu schöpfen.

„Das ist das Mindeste! Selbst dann wäre meine Schuld noch nicht abgetragen. Und jetzt muss ich leider fahren, irgendwer hatte mir mal ständig gepredigt dass ich um 22 Uhr ins Bett gehen soll. Sind noch paar Kilometer!“

Linda erhob sich und lächelte mich an. Hatte entspannte Gesichtszüge. Unglaublich was ein wenig Hoffnung bei einem Menschen bewirken kann. Sie reichte mir die Hand und hielt mich noch einige Augenblicke zu lange fest. Sie liess zwar dann meine Hand los, fiel mir aber nochmal um den Hals und drückte mich feste. Auch wieder den einen Augenblick zu lange. Die Erleichterung war ihr anzumerken.

Ich stand danach wieder auf der Strasse, sah mich um. Alles war wie damals. Die Bushaltestelle vorne an der Ecke gab es noch. Wie ich das letzte Mal von hier ging, nur mit einer grossen Reisetasche in der Hand und in den Bus stieg sah ich mich nichtmal mehr um, denn ein blondes Bunny im Bus fesselte meine Aufmerksamkeit. Diesmal war ich überzeugt wieder zu kommen.

Zwei Wochen, fünf Telefonate und eine lähmende Diskussion mit meiner Freundin später kam ich Samstag Vormittag wieder. Mit einem grossen Koffer voller Klamotten. Bei Linda waren zwei ältere Herren in der Küche. Einen davon erkannte ich sofort: Es war der, welcher mir wegen dem geklauten Moped eine gescheuert hatte. Auch er erkannte mich, blieb aber völlig gelassen. Die beiden seien aus demselben Kirchenchor, sie wollten uns helfen. Wow! Sowas gibt es wohl nur noch auf dem Land? Es waren paar gute Skizzen angefertigt worden, lagen auf dem Küchentisch. Einer von denen hatte wohl Vorkenntnisse?

Wir fingen sofort an. In der Einfahrt stand ein alter Traktor mit grossem Anhänger. Mit Gewalt durch das wuchernde Gestrüpp gesteuert. Da flogen als erstes Zentner von überflüssigem Zeugs hinein, der musste mehrmals in einer Grube abgekippt werden. An einer Wand waren mit Neonspraydosen Markierungen angebracht worden. Den fetten Vorschlaghammer überliessen sie mir Jungspund. Der nächste Hänger am Abend war voll mit Bauschutt, konnte allerdings erst am Montag geleert werden. Deshalb kümmerte ich mich am Sonntag vor allem um den Garten, besser um ungehinderten Zutritt zum Haus.

Ich schlief anfangs in meinem alten Zimmer. Es war alles noch so wie damals, nur dass zwischenzeitlich wohl ein anderer Jugendlicher Zuflucht gefunden hatte. Ein paar Schnitzereien am Bettgestell waren definitiv nicht von mir. Und die Türe fehlte inzwischen, samt Türstock. Samstag, Sonntag und Montag Abend quälte mich ein brutaler Muskelkater. Dafür war das Essen von Linda legendär lecker, ihr war sehr daran gelegen dass wir nicht verhungerten. Die beiden Männer wurden immer freundlicher zu mir.

Bei Linda merkte man jede Stunde eine Besserung ihrer Laune, ihr Gesicht wirkte unbekümmerter, die Sorgenfalten glätteten sich. Sie langte im Rahmen ihrer Möglichkeiten beherzt mit hin, wenn sie sich nicht um das Essen kümmerte. Einer der Männer, Horst, also nicht mein Peiniger, hielt scheinbar etwas die Fäden in der Hand, er äusserte sehr genaue Vorstellungen. Er war es auch der das ganze Material vom Baumarkt anschleppte. Bis auf Holz, das brachte der andere, der mit dem kräftigen Händchen kam immer nur am späten Nachmittag und Abends, er war vor allem mit den Holzarbeiten der Trockenwand und dem verkleiden der Treppe sehr schnell und geschickt. Keine Ahnung warum sie da unbedingt auf Holz bestanden, ich schloss es auf einen Ökotick.

Nur so nach und nach, im Laufe der ersten Woche bekam ich am Rande mit dass wohl der Sohn von Horst mit seiner Freundin einziehen sollte. Er schien auch das Baumaterial vorzustrecken, um es später von der Miete abzurechnen. Prima, dann musste ich nicht an mein Sparbuch und es konnte gleich Ordentlich gemacht werden. Ich hätte es eher nicht so extrem Aufwendig ausgeführt.

Nach einer Woche war rohbaulich komplett abgetrennt. Inclusive Leitungen, die um zusätzliche Zähler erweitert wurden. Die neue Haustüre zur Garage hin noch nur ein Loch in der Wand. Was aber egal war, weil Lindas restliche Wohnung schon in sich geschlossen blieb. Die Aufteilung war etwa 30/70, Linda blieben nur drei Zimmer, Küche, das ehemalige kleine Gästebad neben dem Eingang und der Keller. Das gesamte obere Stockwerk samt ausgebautem Dachgeschoss und ein kleiner Teil von unten wurde zur separaten Wohnung, wahrscheinlich hätte man sogar zwei kleinere Wohnungen abgrenzen können. Sie wollte es so.

Ich musste deshalb mein altes Zimmer verlassen und schlief übergangsweise am Sofa. Die Garage ging an die Mieter, was jedoch egal ist weil Linda eh kein Auto hat. Die Woche drauf kam der anscheinend neue Nachbar, half mit seiner Freundin schon beim Tapezieren und streichen. Mit der Frau wäre ich auch gerne zusammen gezogen! War das nicht die Blonde aus dem Bus damals? Komplett unerreichbar.

Fortan war ich drüben weitgehend raus aus dem Geschehen, konnte mich überwiegend um Lindas Wohnung kümmern. Durch die Wandänderung mussten paar Schönheitsreparaturen gemacht werden oder Zimmer wurden gleich neu gestrichen. Ich half drüben nur noch manchmal mit um die Küchenmöbel und Tonnen von Fliesen hochzuschleppen oder die neue Haustüre zu stellen. Für Wasser und Bodenbeläge kamen irgendwelche Kumpels nach Feierabend, alles mit Strom machte ich selber. Hab ich gelernt. Eine Hand gab der Anderen die Klinke weiter, jeden Abend war bis 23

Uhr Remmidemmi. Das beeindruckte mich sehr, denn aus der Stadt kannte ich sowas nicht mehr. Dass jeder jedem hilft. Ohne diskutieren. Viele Hände, schnelles Ende.

Linda wandelte sich jeden Tag weiter. Sie lächelte wieder viel mehr, besonders wie sie begann die verbliebenen Zimmer einzuräumen. Linda freute sich sichtlich über jeden kleinen Fortschritt. Wie der Garten die alte Form bekam, die Dachrinnen tatsächlich in die Kanalisation entwässerten und nicht auf die Terrasse. An der Wetterwand keine Farbreste mehr blätterten. Die Sat-Schüssel wieder 30 Programme ausspuckte, die Heizung nicht mehr gurgelte und die Wasserhähne nicht mehr tropften. Innerlich wirkte sie mit sich im Reinen, schien die Situaton zu akzeptieren oder sogar die Chance darin zu erkennen.

Paar Tage gab es nochmal eine etwas ungute Situation, da alle Zimmertüren zum Anstreichen ausgehängt waren. Alle! Auch wenn man sich um Diskretion bemüht kann man nicht ständig Privatsphäre garantieren und bekommt am rande Sachen mit, die einen weniger angehen. Die Badgeräusche von Linda ähnelten sich total mit denen meiner Freundin. Die hingegen liess immer mit Absicht alle Türen in meinem Apartement offen, keine Ahnung was die damit bezweckte. Auch diese Phase meisterten wir mit viel Nachsicht und Geduld.

Nach drei Wochen, am Freitag war ich bei Linda rechtzeitig weitgehend fertig. Der Rest hat nach und nach Zeit. Nebenan wurde sowas wie ein Richtfest gefeiert, wo wir neben den anderen Handwerkern auch eingeladen waren. Da erst bekam ich mit wie viele Menschen drüben eigentlich beschäftigt waren. Alle für ein ehrliches Danke und die Gewissheit dass man auch für sie da ist, wenn man gebraucht wird.

Alleine für mich wäre das so nicht zu schaffen gewesen, da hatte ich mich völlig verschätzt, auch wenn ich nicht so aufwändig saniert, sondern eben nur abgetrennt hätte. Alleine, nur mit Linda als Helferin hätte sich das noch über viele Monate gezogen und das Ergebnis wäre nicht annähernd so Professionell geworden. So hingegen glänzte die neue Wohnung im absoluten Neuzustand. Was ja auch den Wert des Hauses insgesamt enorm steigerte. Linda und ich vergönnen es dem jungen Paar. Immer vorteilhaft wenn man Nachbarn so gut kennenlernt. In Lindas Wohnung hingegen wurde ja nur das nötigste repariert. Auch schon genug Arbeit.

Keine Ahnung wie das alles Abgerechnet wurde, geht mich auch nichts an. Ich hörte nur flüchtig etwas von einigen Jahren halbe Miete, oder so. Betriebskosten wurden ja extra erfasst. Zumindest schien Linda nicht sehr besorgt. Ab da sollten auch nur noch Möbel in die neue Wohnung getragen werden und es wurde deutlich leiser im Haus. Wir verabschiedeten uns als erste von der Party.

Linda bezog mir noch mein Bett und ich sah zu. Früher machte ich das selber. Das festliche Kleidchen und die schicken Schuhe standen ihr sehr gut. Dann ging sie auf mich zu, nahm mich spontan in den Arm und drückte mich ganz feste. Etwas unbeholfen legte ich meine Hände an ihre schmalen Hüften. Ich fühlte ihre Wärme wohlig durch meinen Körper strömen. Warum war das nur so angenehm? Weil es von Herzen kam?

Sie lehnte sich zurück ohne mich frei zu geben, sah mich durchdringend an. Hatte Linda etwa ihre Augen geschminkt? „Danke Marvin! Du ahnst garnicht welche Last du mir von den Schultern genommen hast.“ Ich war etwas sprachlos, auch peinlich berührt. Denn für mich war es pure Notwendigkeit. Sie fuhr fort: „So, das letzte Wochenende machen wir jetzt mal nichts mehr! Du warst so fleissig, ruh dich wenigstens noch zwei Tage aus und lass dich ein bisschen verwöhnen. Geniesse den schönen Garten.“

Ich bedauerte fast wie sie mich frei gab, sah ihr hinterher bis sie um die Ecke verschwand, hörte noch das leise Tackern ihrer Absätze bis sie in ihrem Schlafzimmer verschwand. Für mich gab es jetzt ein Bett im neuen Nähzimmer von Linda, erschöpft und erleichtert ging ich schlafen. Erst wenn die Anspannung und der Druck abfällt merkt man doch wie sehr der Körper geschunden wurde. Von drüben hörte man es noch leise Feiern, aber ich schlief sofort ein.

Am Samstag erwartete mich langes Ausschlafen und danach ein opulentes Frühstück. Wer soll das nur immer alles Essen? Linda druckste ein wenig rätselhaft herum. So von wegen Fahrzeit und Sprit. „Warum, wo möchtest du hin?“ Fragte ich.

„Bad Griesbach hat eine schöne Therme. Wir könnten uns dort symbolisch den Baustaub abwaschen, sozusagen als Feier der Fertigstellung. Meine Wohnung ist wirklich ansprechend geworden und ich wollte dich deswegen dort Einladen. Ist aber halt ziemlich weit zu fahren.“

Das beunruhigte mich am wenigsten. Ich habe ein normales Einkommen, ein kleines sehr sparsames Auto, lebte im Alltag nicht unverhältnismässig, eine folge von Ottos und Lindas Erziehung. Mir machte eher Sorgen dass sie das schon wieder sponsoren wollte? Ich ahnte durchaus wie es auf ihrem Konto aussehen würde. Zumindest einstweilen noch. Mit dem Vorsatz das irgendwie anderweitig regeln zu wollen sagte ich zu.

Die Sorge war unbegründet, denn Linda hatte Gutscheine, bei der Oster-Tombola der Landfrauen gewonnen. Ich wartete nur sehr lange vor dem offenen Spind, wollte ihren Kram mit einschliessen. Nach vielleicht 5 Minuten fragte ich mal vorsichtig über den Sichtschutz der Umkleidekabine hinweg: „Linda, bist du noch da?“

Hinter der Sichtschutztüre hörte ich ihre Stimme: „Schon, ja! Nur mein Badeanzug passt mir nicht mehr! Ich hätte den Zuhause noch prüfen sollen, weil ich den Jahre lang schon nicht mehr getragen hatte. Und jetzt?“

„Unten im Eingangsbereich sah ich welche zum kaufen.“

„Die sind viel zu teuer! Hoffentlich müssen wir deswegen jetzt nicht wieder heimfahren?“

Ich überlegte kurz. Sah dort in der Ecke zufällig eine verlassene Kindersocke am nassen Boden liegen, in einer offenen Umkleide lag ein einsamer Kamm auf der Ablage. Damit fiel mir etwas ein! Ich grinste. „Linda, warte einen Moment, es gibt eine Lösung!“ Schon war ich verschwunden.

Ging zum Kassentresen vor, sprach die freundliche Kassiererin an: „Meine Mutter hatte letztes Mal versehentlich ihren Badeanzug liegen lassen. Wurde der vielleicht zufällig abgegeben?“

Die ältere Frau grinste mich breit an. „Sie auch?“ Bückte sich unter den Tresen und zauberte einen riesigen vollgestopften Karton hervor. „Sie soll sich ihren raussuchen, wenn er dabei ist.“ Ich eilte schwer bepackt zurück, klopfte an Lindas Türe, sie öffnete und spähte nur mit dem Kopf heraus. Sah mich mit dem Karton stehen und lachte laut los. „Na du bist mir ja einer!“

Mit einer Hand pickte sie sich etliche Stücke heraus, sorgsam bedacht ihren Körper mit der Türe zu verbergen. Dabei sah ich über den Spiegel hinweg an der Seitenwand der Kabine ihren unbekleideten Körper. Sagte aber nichts. Linda blickte nur immer auf die Rückenettiketten in den Kleidungsstücken bis sie zufrieden schien. Legte mehrere Teile über die Kartonkante, suchte sich dann das scheinbar neuwertigste Teil davon aus. Verschwand, schloss die Türe. Ich brachte den Karton zurück und bedankte mich sehr höflich.

Wie ich zurück kam stand Linda bereits vor dem Spind und meine Augen gingen auf. Sie zog und zupfte etwas unsicher an ihrem „neuen“ Badeanzug herum, stopfte ihre Schamhaare seitlich in die weiten Beinausschnitte hinein. Es half nichts, sie blieb etwas knapp bedeckt. Verschüchtert fragte sie: „Meinst du ich kann das wirklich tragen? Darauf hab ich jetzt wieder nicht geachtet. Oder magst du die Kiste nochmal holen?“

Aber es stand ihr wirklich sehr gut! Ich sah deutlich wie sehr sie die letzten Jahre, insbesondere die letzten Wochen durch die viele Arbeit abgenommen hatte. Zu Ottos zeiten noch war sie eher, naja, der Bayer sagt dazu Kerndlgfuadat. Frei übersetzt also kernig weiblich gerundet. Nun war sie richtiggehend schlank und durch die viele Bewegung auf der Baustelle wirkte zudem alles sehr fest und straff. Nochmal betont durch den eng sitzenden, auf Figur geschnittenen Badeanzug. Ich sah wirklich zweimal hin! „Also ich finde den Prima! Richtig Flott! An deiner Stelle würde ich den behalten.“

„Na, wenn du meinst?“ So wirklich schien sie nicht überzeugt, wollte wohl aber nicht weiter aufhalten. Ich schloss den Spind zu, machte das Armband an. Zu meiner Überraschung nahm mich Linda bei der Hand, schob eilig nach: „Ich hab meine Brille mit eingesperrt. Die bringt auch nichts weil sie immer beschlägt. Du musst mich heute etwas rumführen. Geht leider nicht anders.“

Kurz trennten sich unsere Wege bei den Duschen, aber im Schwimmbereich wartete Linda bereits auf mich. Man merkte wie sie angestrengt in die Menschenmasse spähte und mich wohl nur an meiner Stimme oder am Dialekt erkannte. Ich grinste in mich hinein, denn durch die Nässe wurde der Badeanzug sogar auch noch leicht transparent. Zumindest das dunkle Dreieck und die dunklen Nippelchen zeichneten sich bisschen ab. Jetzt wurde es auch noch frivol? Ich sagte ihr nichts um sie nicht weiter zu verunsichern.

Ich schämte mich auch kein bisschen mit dieser Frau an der Hand. Erstens weil uns dort eh niemand kannte und zweitens bemerkte ich durchaus den einen oder anderen anerkennenden Blick weiterer Badegäste. Was ihr ja wegen der Kurzsichtigkeit verborgen blieb.

Linda blieb ständig ziemlich eng bei mir, hielt Körperkontakt oder meine Hand, hatte wohl Sorge mich zu verlieren und dann auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Unser Umgang miteinander wurde stetig lockerer. Manchmal blödelten wir albern umher, manchmal klammerte sie sich wie ein Äffchen auf meinen Rücken und liess sich von mir durch das Wasser ziehen. Dabei spürte ich ihre mittelgrossen Brüste sehr deutlich. Meist blieb sie auch nah bei mir wenn wir nur mit den Ellenbogen aufgestützt am Beckenrand vor den Wasserdüsen in der Wand lümmelten.

Eigentlich sind diese Wasserdüsen schon richtig fies? Wenn man es genau sehen wollte dann räkelte sich die eine oder andere Frau durchaus wohlig vor den gebündelten Wasserstrahlen? Frauen jeder Altersklasse, wobei eher überwiegend reifere Frauen anwesend waren. Auch bei Linda gingen die Wasserdüsen nicht spurlos vorüber? Zumindest bekam sie ganz rote Bäckchen. Ich lockerte damit nur meine Wirbelsäule.

Was soll ich sonst sagen? Es war nicht nur angenehm für mich, ich genoß das Bad regelrecht. Ich kann es nicht erklären, aber diese ständige Nähe zu Linda wirkte unglaublich vertraut. Mit meiner Freundin war ich auch oft schwimmen. Die hat eine ähnliche Figur, vielleicht etwas weniger Oberweite. Auch sie trägt sehr knappe Badeanzüge oder Bikinis. Aber meine Freundin nutzt es ständig zum Posen und sich in Szene zu setzen. Manchmal tut sie sogar so als wären wir nicht zusammen dort wenn sie einen besonders tollen Typen erspähte. Das schmerzt, dieses Gefühl dass man jederzeit durch was besseres ersetzt werden könnte.

Linda scherte sich nicht um andere Leute, sah vermutlich ohne Brille nichtmal deren Mimik oder Gestik. Dafür kümmerte sie sich ausschließlich um mich und schien sich nicht ständig nach was besserem unzusehen. Vielleicht war ich in Lindas Augen sogar das bessere? Auch im Blubberpool sass sie sehr nahe bei mir, unsere Beine berührten sich seitlich die ganze Zeit.

Es war sehr Schade wie die gebuchte Zeit vorüber war, ich hätte es noch den ganzen Nachmittag mit ihr dort ausgehalten. Vor dem Spind besah ich mir nochmal ihre schönen Beine, dann verschwand sie mit einem Bündel Bekleidung vor dem Bauch in ihre Umkleide. Den ergatterten Badeanzug nahm sie mit.

Der Abend endete mit einem bombastischen warmen Abendessen, unglaublich mit welcher Geschwindigkeit sie das immer auf den Tisch zaubert und danach noch mit einer Stunde vor dem Fernseher, um innerlich etwas herunter zu fahren und den prall spannenden Bauch zu entlasten. Der Tag war für mich überraschend Aufregend gewesen.

Am frühen Sonntag morgen kam mir Linda auf dem Flur entgegen, nur in ein knappes Handtuch gewickelt und mit nassen Haaren am Rücken. So fiel mir wieder auf welch schöne Beine sie eigentlich hatte. Sie strahlte mich total vergnügt an. 15 Sekunden später wusste ich warum, wie ich biseln wollte: Morgenlatte. Aber sowas von! Zuhause trug sie ihre Brille, wahrscheinlich hatte Linda es durch die Jogginghose bemerkt? Nun auch nicht mehr zu ändern, immerhin war ihr das Grinsen dabei nicht vergangen.

Das Frühstück war wieder sehr üppig, mit frischen Brötchen und duftendem Kaffee. Linda trug nun ein freches Sommerkleidchen in fröhlichen Farben. So langsam fand sie ihren Lebensmut auch äusserlich wieder? Sie hippelte die ganze Zeit nervös in der Küche umher. Setzte sich zwar dann zu mir, ass aber nichts. War sie schon fertig? Dabei wollte sie los zum Gottesdienst.

Wohlig vollgefuttert sah ich auf meine Uhr. Immer noch Früh, im Betrieb wäre jetzt Frühstückspause. Ich überlegte. Linda muss meine Gedanken erraten haben, fragte: „Was wollen wir heute machen?“

„Hast du noch was zum arbeiten?“ Fragte ich.

„Nein, ich dachte vielleicht an einen Ausflug? Wenn du schon ein Auto dabei hast? Sonst kommt man hier nicht so einfach weg. Zudem sind wir zeitig dran. Holst du mich direkt von der Kirche ab? Du kannst gerne auch mitgehen in den Gottesdienst.“

Dankend lehnte ich ab, sah derweil etwas Fussball auf Eurosport. Die Empfehlung des Nachbarn schickte uns später nach Tschechien, genauer Marienbad. Das ist nur ein kleiner Ort, aber mit teilweise historischer und gepflegter Bausubstanz. Einem schönen kleinen Kurpark, wo zufällig ein Strassen-Musiker-Festival veranstaltet wurde. Überall standen Buden oder Zelte mit leckerem Fresskram umher. Ziemlich vollgefuttert entschieden wir uns für einen Verdauungsspaziergang im tollen Stadtpark drüberhalb der Strasse.

Überall schlenderten weitere Pärchen umher. Teilweise junge Pärchen, auch mit Kinderwagen, teilweise erkennbar Kurgäste, die ihre gemeinsame Zeit nur wenige Wochen teilen durften. Für eine Stunde legte ich aus unerklärlichen Gründen meinen Arm um Lindas Schulter und sie nach einer kurzen Pause der Überraschung auch ihre Hand um meine Taille. Vielleicht weil es alle um uns herum taten? Wir schlenderten langsam und genüsslich durch den Park. In meinem Fall war es wirklich ein Genuss! Diese angenehme vertrauliche Nähe. Wir tranken Kaffee, assen ein Eis. Es störte mich kein bisschen wenn Passanten sichtlich überlegten ob wir zusammen wären. Die meisten würden sich insgeheim wohl auf Kurschatten festlegen?

Der Unterschied von Linda zu meiner Freundin ist Bemerkenswert. Vom kalendarischen Alter her als erstes, aber das war es nicht. Es waren die lockeren Gesprächsthemen, die erleichternde Ruhe, die erkennbare Freude am schönen Tag und der angenehmen Situation. Die interessierte Neugierde, auch mal bei vermeintlichen Kleinigkeiten stehen zu bleiben um zu kucken. Kein böses Wort, kein Nörgeln, keine Ansprüche. Im Grunde reicht ein Wort: Harmonie.

Auf der Rückfahrt riet mir Linda nochmal billig vollzutanken und die erlaubten 2×4 Stangen Zigaretten für Kumpels mitzunehmen, dann wäre wenigstens ein kleiner Teil der Fahrtkosten gedeckt. Das Abendessen bei Linda fiel aus, weil wir vom ständigen naschen unter Tag immer noch voll waren.

Wir plauderten noch etwas auf der Terrasse, teilten unsere Eindrücke. Auch hier störte mich nicht dass Linda unter dem Tisch anscheinend bewusst Kontakt unserer Füsse hielt. Das war kein Zufall, denn immer wenn ich mich etwas bewegte setzte sie sogleich nach. An diesem Abend verabschiedete sie mich im Flur mit einem flüchtigen Küsschen auf den Mund und einem langen tiefen, fast schmachtenden Blick.

Bei der langen Heimfahrt wurde mir so richtig bewusst: Linda und ich verbrachten ein super harmonisches Wochenende miteinander. Sie wirkte vielleicht noch nicht ganz Glücklich, aber zumindest sehr Zuversichtlich und Zufrieden. Sie machte Pläne wie es weiter gehen könnte. Voller Elan. Sie verwöhnte mich tatsächlich wie einen Prinzen, tischte auf was die Küche hergab und bis sich die Tischplatte bog. Und für einen Moment keimte bei mir wieder das alte Gefühl von glücklicher Familie auf. Bis ich Sonntag spät abends nach Augsburg zurück kam. Erst beim Aussteigen fiel mir auf dass ich meinen Koffer bei Linda im Flur vergessen hatte. Egal, denn mich plagten nun ganz andere Befürchtungen!

Ich hatte böse Vorahnungen was kommen könnte. Das war schon zu erahnen wegen den äusserst knappen und lange verzögerten Antworten auf meine SMS. Anrufe blockierte sie. Ich öffnete die Wohnungstüre und sogleich stürmte es auf mich ein. Meine Freundin tobte.

„Sooo, hatte der feine Herr einen schönen Urlaub alleine?“ Schon dieser schnippische Tonfall! Gleich Vorwürfe ohne jeglichen Gruß. Noch nichtmal richtig zur Türe rein, damit es ja alle Nachbarn mitbekommen. Ich hasse es.

„Das war kein Urlaub. Ich war Arbeiten. Das hatte ich dir lange erklärt.“ „Jaja, für jeden dahergelaufenen hast du Zeit aber nicht für deine Freundin.“ „Das ist nicht eine Dahergelaufene. Diese Frau ist wie meine Mutter.“ „Blödsinn. Deine Mutter hockt in der Klapsmühle. Und die besuchst du nie!“ „Müssen wir das jetzt besprechen? Ich bin wirklich Müde!“

„Immer weichst du aus. Mit dir kann man nie vernünftig reden!“ Es war deutlich zu merken dass sie Streit suchte. Es ging nicht um die Sache, denn die war eindeutig klar. Sie wollte unbedingt Schuld zuweisen und das letzte Wort behalten. Das war mir früher schon öfter aufgefallen, nur da konnte ich es meist abbügeln. Nur diesmal schien sie sehr Aggressiv: „Du gondelst in der Weltgeschichte umher und ich sitze alleine zu Hause.“

„Du warst nicht nur zu Hause, du warst an deinem Ausbildungsplatz beim Arbeiten.“

„Aber am Wochenende!“

„Da warst du sicher bei deiner Freundin! Du hättest aber auch gerne kommen können um mit zu helfen. Dort waren viele andere Menschen die auch halfen. Das war durchaus auch spassig!“

„Spinnst du? Bei wildfremden Menschen? Wer hilft denn mir?“ „Ich habe dir immer geholfen wenn was war.“

„Aber nicht die letzten drei Wochen.“

„Warum, war denn was wichtiges?“

„Nein, aber es hätte ja was passieren können und dann wärst du nicht da gewesen.“

Mir platzte der Kragen. Es war bald Mitternacht und ich muss um 5.30 Uhr Aufstehen. Diese Diskusssion würde endlos so weiter gehen. Ich sah einen letzten Ausweg: „Ich denke du schläfst heute Nacht besser zu Hause!“

„Wie, du willst mich zu meinen Eltern schicken? Das hier ist auch meine Wohnung!“

„Du bist hier weder gemeldet noch zahlst du Miete dazu. Du kannst jederzeit gerne bleiben, aber nicht wenn du dich so trotzig benimmst.“

„Ich fahre doch um die Zeit nicht mit dem Bus zu meinen Eltern!“ „Dann nimmst du eben mein Auto. Hauptsache du fährst jetzt!“ „Aber…“

Ich drückte ihr meinen Autoschlüssel in die Hand und schob sie samt ihrer Handtasche aus meinem Appartement hinaus. So ein erfüllender Arbeitseinsatz, so ein friedliches und harmonisches Wochenende und dann so ein ernüchterndes Ende. In Gedanken ging ich kurz all meine Sünden im Leben durch. Anscheinend hatte ich das verdient. Oder ich sollte noch was lernen. Wie war das mit dem Charma?

Glücklicherweise konnte ich am nächsten Morgen bequem auch mit der Strassenbahn zur Firma fahren. Nur etwas übernächtigt. Bis Montag nach der Arbeit waren 25 SMS aufgelaufen. Ich las die ersten 3. Übelste Vorwürfe. Den Rest löschte ich ungelesen weg und schaltete das Telefon aus. Mein Wagen stand nicht vor meinem Wohnhaus. Macht nichts, denn zum Supermarkt sind es nur 900 Meter zu Fuss.

Dienstag Abend schaltete ich mein Mobilphone nochmal an, aber sofort war der Nachrichtenspeicher voll und blockiert. Nein, das tue ich mir jetzt nicht an. Am Mittwoch das selbe. Donnerstag Abend fuhr ich mit dem Bus und einem Reserveschlüssel in der Tasche zu ihren Eltern, mein Auto war nicht da. Aber es war zu erahnen dass sie wahrscheinlich bei einer bestimmten Freundin sein könnte. Mit der zusammen sie immer so gerne über Männer ablästerte. Dort stand auch tatsächlich mein Wagen und ich fuhr damit nach Hause.

Freitag zur Mittagspause lief sofort mein Nachrichtenspeicher wieder über und ich überlegte gründlich ob ich mir sowas das ganze Wochenende weiter antun wollte. Vom Firmentelefon im Büro rief ich Linda an, ob wir am Wochendende noch etwas arbeiten sollen. Wollte einen Vorwand finden um mich bei ihr Einwanzen zu können. Die Aussicht auf das ruhige Bett im Nähzimmer und selbst gebackenen Kuchen war einfach zu verlockend! Oder mit der neuen blonden Nachbarin etwas über die Terrasse hinweg zu plaudern?

„Du kannst sehr gerne vorbei kommen, aber nicht zum Arbeiten. Wir könnten etwas den schönen Garten geniessen oder einen Ausflug machen.“ Auch Linda wirkte regelrecht begeistert. Selbst wenn sie offensichtlich viele gute Bekannte hat so fühlte sie sich seit Ottos abgang sicher auch manchmal Einsam. Es ist durchaus ein Unterschied, ob man mit einem Nachbarn über den Zaun plaudert, in dem Bewusstsein, dass es weiter getratscht werden könnte oder das tiefe persönliche Gespräch mit jemandem dem man vertraut, dem man sich öffnen kann. Ich hatte den Eindruck bekommen als würde mir Linda unbedingt vertrauen.

Freitags ist in der Regel um 14 Uhr im Betrieb schluss. So kam ich pünktlich zum Abendessen bei Linda an. Sie tischte wieder auf wie für eine Kompanie Soldaten. Will sie mich mästen? Linda hingegen schien immer noch dünner zu werden, nur hatte sie inzwischen das Kleid enger genäht, es saß perfekt auf Figur. Und nochwas hatte sich geändert, eben fiel es mir auf. Ja, richtig! Linda hatte sich ihre langen Haare in ihrem alten Naturton überfärben lassen, ein flotter Schnitt und eine dezente Dauerwelle komplettierte ihre neue Erscheinung. Wir sassen noch sehr lange auf der Terrasse zum reden, es wirkte so vertraut. Meine Freundin hatte ich vergessen.

Von den neuen Nachbarn hörte man poltern von Umzugskartons, klappern von Geschirr, welches in Schränke verteilt wurde. Albernes kichern, manchmal kindisches kreischen von ihr. Irgendwann später dann auch ziemlich eindeutige „Geräusche“ aus deren neuen Küche, das Fenster war angekippt. Vermutlich nahm er sie auf der neuen Arbeitsplatte. Wie sehr ich ihn beneidete! Linda grinste nur breit, auch sie ahnte sofort was dort anscheinend abging. Räumte den Terrassentisch ab und wir gingen nach drinnen.

In der Küche stand sie für einen Moment in Gedanken, ging ihr Blick sehnlich ins nichts, sie schien sich an etwas zu erinnern, sagte ganz leise zu sich selber: „Ach ja, das waren noch Zeiten! Ein neuer Mann, das wäre schon was.“

Ich verabschiedete mich zur Nachtruhe, ging sehr nachdenklich ins Nähzimmer. Erinnerte mich schlagartig wieder an meinen Koffer, der am Fussende des Bettes stand. Öffnete den, nahm einen Jogginganzug für die Nacht und meine Zahnbürste heraus. Linda hatte all meine Klamotten durchgewaschen und ordentlich in den Koffer sortiert. Sie ist ein Goldstück!

Ich lag noch länger wach, mit dem vermuteten Szenario von nebenan vor Augen. Ich kannte deren Küche gut, hatte bei den Hängeschränken mit hin gelangt. Und ich kannte den Körperbau der blonden jungen Frau, hatte oft genug verstohlen hinterher gesehen. Besonders in engen Jeans ist deren Po extrem knackig!

Der Samstag verging dann doch unerwartet mit viel Arbeit. Ich hatte eine höfliche „Einladung“ der Nachbarn bekommen. Aber jeder Handgriff der ins Haus investiert wurde blieb ja für Linda, wertete ihr Anwesen weiter auf. Zudem war es mir lieber wenn ich bei Arbeiten dabei war, denn dann weiss man im Störfall was gemacht wurde. Vor allem wenn Strom oder Wasser im Spiel ist oder es um die Aufteilung im Garten geht. Einen Zaun wollten alle vermeiden. Weitere Motivation ist zudem der neuen Nachbarin immer mal wieder flüchtig zu begegnen. Linda war am Friedhof unterwegs, wollte Otto besuchen und es ihm ein wenig schön machen.

Den langen Arbeitstag beendete ein leckeres Abendessen. Ich war etwas erschöpft und kauerte mich auf das Sofa vor den Fernseher. Es liefen die Goldsucher in Dmax. Wenn die Satschüssel schon sowas ausspuckt? Eigentlich eher ein typisches Männerprogramm. Linda kauerte sich neben mich auf das Sofa. Überraschend nah und ohne Brille. Dann sah sie eh nichts von der Handlung. Statt dessen massierte sie mir sanft die ganze Zeit meine Schultern, den Nacken und Arme. Fast schon eher ein streicheln. Ausdauernd und Einfühlsam. Ich hätte grunzen können vor wohlbefinden.

Ich wunderte mich dennoch. Womit hatte ich das verdient? Es war höchst angenehm, unbestritten, von meiner Freundin jedoch kam so etwas nie. Von Linda bisher auch noch nie. Hatten ihr der vertraute Kontakt der letzten Wochen die Vorbehalte genommen? Oder nahm sie das um die alten Erinnerungen an Otto aufzufrischen? Wie sich eine Partnerschaft anfühlen könnte? Es fiel mir schwer mich gegen Mitternacht vorsichtig von der Frau zu lösen, sie war inzwischen eingeschlafen.

Am Sonntag hatte ich echt Bock auf Ausflug, wollte Linda von der Hausarbeit fernhalten. Das Frühstück verschlief ich noch. Ich entschloss mich sie deshalb direkt von der Kirche abzuholen und dann gleich weiter zu fahren. Essen könnten wir auch problemlos unterwegs, denn der Preisunterschied vom Wald zur Stadt ist signifikant.

Vor der Kirche musste ich etwas warten. Ein paar ältere Männer standen beieinander herum, einer davon trat auf mich zu. Ich erkannte ihn, es war der, welcher damals das gestohlene Moped zurück gekapert hatte und die Holzarbeiten beim Umbau leistete, er grüsste mich auffallend freundlich. „Seid ihr mit dem Sanieren bei Linda fertig?“

„Ja, dank eurer Hilfe! Die neuen Nachbarn wohnen schon darin.“

„Was machst du eigentlich Beruflich? Ich hab schon gesehen dass du bei dem Umbau beeindruckend rangeklotzt hattest. Das hätte dir hier garkeiner zugetraut. Wie sich Menschen doch ändern können?“

„Ja, das habe ich Otto und Linda zu verdanken. Ich bin Elektriker. Im Alltag mache ich Schaltschränke für Industrieanlagen im Akkord.“

Eine seiner Augenbrauen lüftete sich. „Echt? Du kennst dich aus mit Maschinen?“

„Sollte ich, ja. Ich hab jetzt nicht so viel Berufserfahrung, aber in der Theorie auf jeden Fall.“

Er überlegte kurz. „Denn ich habe ein Sägewerk. Es ist ziemlich alt, die Leitungen dementsprechend in einem schlechten Zustand. Strom und ölige Sägespäne sind jedoch die besten Voraussetzungen für ein Drama. Unser externer Elektriker, der sonst immer kommt wehrt sich schon ständig mit Händen und Füssen da überhaupt noch was anzufassen. Alles gehört mal ordentlich erneuert, sowas kann aber nur wer machen der keine Angst vor dreckigen Händen oder hohen Leitern hat wie du. Was machst du heute noch?“

„Ich wollte mit Linda in den Wildpark.“

„Ich hole auch grad meine Frau ab. Kannst du nicht schnell für eine Stunde vorbei sehen? Mir nur mal deine Meinung sagen?“

Ich wusste ja schon dass auf dem Land der Sonntag durchaus ein normaler Arbeitstag sein kann. Wollte Linda aber auch nicht enttäuschen. „Lassen wir das Linda entscheiden wenn sie kommt, ich hätte nichts dagegen.“

So fuhr ich 15 Minuten später hinter einem schweren Cermedes hinterher. Linda und die Gattin des Sägewerkers kannten sich offensichtlich gut, sie verschwanden auf der Terrasse auf einen Kaffee und ein Schwätzchen. Ich wurde über ein beeindruckendes Fabrikgelände geführt. Sah natürlich anders hin wie ein normaler Gast. Teilweise war es wirklich kriminell. Total alte Leitungen, noch mit Glasseide umwickelt und daran hingen moderne, gigantische Motoren. Alles total verstaubt. Dass dies noch nicht abgefackelt war grenzte an ein Wunder. Genauso sagte ich ihm das.

„Genau das predigt mir mein Elektriker auch jedesmal wieder. Mein Problem ist aber dass ich nicht das ganze Werk für 6 Wochen abschalten kann, besonders jetzt nach dem Windbruch. Man müsste es abschnittsweise nach und nach erneuern, neben dem regulären Betrieb. Vielleicht mal am Wochenende oder Nachts. Und den alten Dreck auch gleich entfernen. Wer will sich sowas antun?“

„Alleine kann das eh niemand machen. Dazu braucht es mindestens zwei.“

„Einen Hiwi könnte ich abstellen. Ich brauche jemand der keine Angst vor Arbeit und dreckigen Händen hat. Bist du so jemand?“

Ich druckste ein wenig herum. Einerseits verlockend, vom Akkord weg zu kommen. Eigenständige Arbeit, nicht dauernd unter Aufsicht einer Stoppuhr. Das Anwesen ist so weiträumig, da muss man einem Mitarbeiter vertrauen. Andererseits… Er merkte wohl meinen inneren Zwiespalt, setzte nach: „Pass auf Junge, was verdienst du jetzt?“

„12achtzig die Stunde plus Akkordzuschlag.“

„Ich zahle dir 16 plus Weihnachtsgeld. Und du bist weitgehend dein eigener Herr, das siehst du ja. Du suchst dir dein Werkzeug selber beim Lieferanten zusammen.“

„Und was wenn die Arbeit fertig ist?“

„Du bekommst einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Hier geht die Arbeit nie aus, es gibt laufend was zu reparieren und ich suche immer händeringend nach Leuten. Wenn wir schon wen im Haus haben und ich nicht jede Anfahrt von Externen extra bezahlen muss dann könnten wir auch mal Solarzellen auf das Dach schrauben. Erweitern und modernisieren. Und zur Not musst du lernen die Sägemaschinen zu bedienen oder Stapler zu fahren.“

Boah, das sass! Sechzehn! Das ist für einen relativen Berufsanfänger schonmal eine Hausnummer. Mein innerer Widerstand schmolz zunehmend. Er sah es mir wohl auch an. „Was ist Junge? Was stört dich noch?“

Ich zögerte weiter. „Dürfte ich mir das überlegen oder mit Linda besprechen?“

„Sicher! Du musst dich jedoch entscheiden bevor das alles hier abfackelt. Dann gilt mein Angebot leider nicht mehr.“ Er grinste breit.

Inzwischen waren wir zurück am Hof angekommen. Linda erspähte uns, erhob sich und ging über die Terrassentreppe zu meinem Auto.

Er reichte mir die Hand: „Also, wie verbleiben wir?“ „Ich melde mich binnen einer Woche.“

Linda und ich stiegen ein und setzten den Weg zum ursprünglichen Ziel fort. Man fuhr schon alleine fast einen halben Kilometer nur durch Holzstapel hindurch. Linda sah mich von der Seite an. „Was ist, Marvin? Du siehst so nachdenklich aus?“

„Ja schon, hör mal zu…“

Linda wirkte total begeistert, für sie schien alles klar: „Marvin, das ist doch prima! Überlege mal wie lange du brauchst bis du in der Fabrik auch nur annähernd auf so einen Lohn kommst? Dazu die enorme Berufserfahrung die du sammeln kannst, alleine das schon!“

„Und was ist mit wohnen?“

„Du kannst natürlich bei mir für den Anfang ein Zimmer bekommen, bist du was eigenes gefunden hast. Wir haben so lange schon problemlos zusammen gewohnt, da kommt es jetzt auf paar Wochen nicht zusammen.“

„Du meinst also…?

„Unbedingt! Wenn du sonst keine dringenden Argumente hast dann sollte kein Zweifel nötig sein.“

Wir waren noch nicht im nächsten Ort angelangt, da grinste ich schon wieder. Dringende Argumente? Meine Freundin schied vermutlich inzwischen als Argument aus. Was hielt mich sonst in Augsburg? Paar nette Kumpels. Ein winziges Appartement in einem Wohnkloo. Ein erträglicher Job der mich gut ernährte, aber für die nächsten 20 Jahre genauso weiter gehen würde. Und was hatte ich hier? Hier hatte ich die schönste Zeit meines Lebens. Und mit Linda so etwas wie eine Familie und ein Zuhause. Was gab es tatsächlich noch zu überlegen? Noch auf dem Marktplatz kehrte ich ruckartig um.

Mein künftiger Boss sass mit seiner Frau auf der Terrasse und assen zu Mittag. An meinem Grinsen beim Aussteigen sah er wohl schon von weitem meine Entscheidung. „Das ging ja schnell! Aber jetzt setzt euch erstmal her und esst mit Uns. „Gerda, reicht es für Gäste?“

Seine Gattin winkte lässig mit der Hand ab. „Leicht!“

Es wurde ein leckeres Mittagessen und ein heiteres Gespräch. Über Kirchenchor, unfähige Politiker, die neue Umgehungsstrasse, den indischen Pfarrer und Personalmangel im Allgemeinen. Erst mit dem letzten Satz kam er nochmal auf unsere Vereinbarung zurück:

„Du kümmerst dich jetzt mal um deine Kündigungsfrist und gibst dann Bescheid wann du anfangen kommst. Denk daran im Guten von der alten Firma zu gehen. Deinen Arbeitsvertrag geb ich derweil bei der nächsten Chorprobe an Linda, du wirst wohl nicht jeden Tag dorthin fahren wo du jetzt wohnst.“

Wie wir am frühen Nachmittag erneut in den Wagen stiegen freute sich Linda riesig. Sie ergriff beiderseits meinen Kopf, schüttelte den, hauchte mir überschwänglich ein Bussi auf den Mund und wuschelte dann albern in meinen Haaren. Anscheinend sah sie auch für sich eine vorteilhafte Wendung? Ich hatte nichts schriftliches in der Hand, seltsamerweise zweifelte ich bei diesem Mann nicht einen Moment an seinen Zusagen.

Nur mit Wildpark wurde es nichts mehr, das war zeitlich inzwischen unrentabel. Aber auch so gibt es genügend Ausflugsziele in der Nähe. Wir landeten an einem heimeligen kleinen Fluss mit urigen grossen Felsen, stacksten entweder im kühlen Wasser umher oder sassen zwischendurch in den Sonnenstrahlen, welche durch die umgebenden Bäume bis an den Boden reichten zum trocknen. Bei mir schien das noch halbwegs einfach, ich trug darunter Boxershorts. Jedoch Linda zickte kein bisschen rum, sie entledigte sich zu meiner Überraschung ihres Kleides und spielte nur mit Slip und BH bekleidet mit mir am Wasser herum.

Und was sollte ich sagen? Sie kann es sich wirklich leisten! Ich meine das war jetzt nicht so die ultra Reizwäsche oder so, eher vom Schnitt her vielleicht einem Bikini vergleichbar. Dunkelblau und nur ganz leicht transparent. Mir imponierte eher die unbeschwerte Lockerheit, auch wenn dort nicht viele Störenfriede zu erwarten gewesen wären. Ich gewöhnte mich an ihren angenehmen Anblick und sah durchaus auch paarmal öfter und sehr viel genauer hin. Eigentlich die ganze Zeit.

Irgendwann stutzte Linda dann doch, wie ich sie vielleicht mal etwas zu genau musterte. Sie sah an sich hinab. „Was ist? Passt was nicht an mir?“

„Doch, doch!“ Beeilte ich mich zu sagen. „Es passt alles hervorragend! Ich dachte mir eben nur wie sehr du dich die letzten Jahre zu deinem Vorteil verändert hast.“

„Findest du? Danke!“ Sie lächelte erfreut und stakste langsam durch das Wasser auf mich zu. Ich sass auf einem kleinen Felsen. „Eigentlich war es Otto, der mehr so auf handfestere Frauen stand. Ich merke durchaus wie es mir so besser geht. Es tun keine Gelenke mehr weh, die Haut ist besser und all meine Klamotten und Schuhe von ganz früher passen wieder, zum Teil ist das wieder modern. Man bewegt sich ganz anders.“

„Das wird auch für dein Selbstbewusstsein besser sein?“

„Ja klar, vor allem wenn mich sogar junge Männer jetzt wieder aufmerksam ansehen.“

„Du hast es bemerkt? Bitte entschuldige, ich wollte dir nicht zu nahe treten!“ Für einen Moment war es mir wirklich peinlich!

Linda stand inzwischen vor mir, hatte ihre Hand seitlich an meinem Hals abgelegt und streichelte sanft mit dem Daumen meine Wange. „Ach woher, ich sehe das eher als Kompliment! Du machst es ja unauffällig. Genau wie bei der blonden Nachbarin.“ Dann kicherte sie amüsiert los.

„Du merkst aber auch alles!“

„Bist wohl nicht sehr glücklich mit deiner Freundin? Du hast doch eine?“

„Wahrscheinlich. Noch. Ich denke das wird sich jetzt bald haben damit.“

Linda versuchte es scherzhaft darzustellen, lachte dazu übertrieben: „Dann werde ich eben deine Freundin.“ Ihre Augen, ihr Blick drückten jedoch keinesfalls Scherz aus.

Ich weiss nicht was mich geritten hatte. Ich nahm Linda ihre Brille ab, legte diese vorsichtig hinter mich und zog sie mit meinen Händen an der Hüfte vor mich, stellte meine Knie breiter damit sie näher vor mir stand. Ihre Oberweite war etwa in meiner Kopfhöhe, nun sah man ihre Nippelchen schon deutlicher durch die Körbchen des BH schimmern. Ich musste meinen Kopf in den Nacken nehmen um sie im Gesicht ansehen zu können. Ihre Augen waren leicht geschminkt.

„Du weisst aber schon was ich mir von einer Freundin erwarten würde?“ Ich wurde ernst. Sie überlegte kurz. „Das was die neuen Nachbarn neulich in der Küche machten?“

„Ja, das vielleicht auch? Und noch viel mehr. Küssen, schmusen, streicheln…“

„Lauter so schöne Sachen was ein Mann und eine Frau eben so miteinander machen.“ Linda wirkte erheitert.

Linda nahm beide Hände in mein Gesicht, kraulte mit ihren Fingerspitzen meine Ohren. Die Hände zitterten ganz leicht. Vom ständigen kalten Wasser an den Beinen oder vor Aufregung? Wir sahen uns sehr lange an. Mit sehr tiefem Blick. Jeder versuchte im Gesicht des Anderen eine regung zu erkennen, zustimmung oder ablehnung zu ergründen. Die Luft knisterte vor Anspannung. So stand Linda vor mir. Ewig. Bis sie sich ganz plötzlich von mir löste und murmelte: „Muss ja nicht sein!“

Sie reckte sich um mich herum, setzte ihre Brille wieder auf, stakste im Wasser davon, hob einen Ast auf um damit weiter im Wasser zu stochern. Beim Bücken bekam ich nochmal den schmalen Po entgegen gestreckt. Doch, das hat was! Hab ich jetzt irgendwas falsch gemacht?

Die Sonne verschwand früh, denn wir waren in einem kleinen Tal und ab da wurde es auch rasch kühler. Ihre festen Nippelchen hoben sich deutlich im BH ab. Linda streifte ihr Kleidchen wieder über und schlüpfte in ihre modernen flachen Dianetten. Leise plaudernd spazierten wir zum Auto zurück und sie nahm meine Hand. Ganz selbstverständlich, so unendlich vertraut wirkend.

Am Abend bei ihr zuhause fiel mir der Abschied wirklich schwer. Ihr anscheinend auch? Linda war mir innerlich bereits wieder so dermassen nahe! Aber zunehmend weniger als Mensch, sondern mehr als Frau? Ihre warme gütige Art. Die erkennbare Lebensfreude, die sie wieder ausstrahlen konnte. Den Respekt den sie mir gegenüber zeigte. Eigentlich wollte ich sie im Flur nur mal flüchtig in den Arm nehmen, kurz knuddeln. Sie jedoch hing sich auch um meinen Hals, musste sich dazu etwas auf die Zehenspitzen strecken. Ihre mittelgrossen Brüste wurden feste gegen meine Rippen gedrückt.

Es sollte meinerseits nur eine kurze Geste werden. Aber wir standen, Minute um Minute. Sahen uns direkt an. Gedanken geisterten in Köpfen. Keiner wollte der erste sein der diese schöne Stimmung unterbricht. Sie kraulte mich etwas mit den Fingerkuppen im Nacken. Und mir stellten sich vor Wohligkeit die Härchen an den Armen auf. Die Stimmung war durchaus sehr aufgeheizt, ich kämpfte verbissen gegen eine Latte. Vergeblich! Die hat sie wegen der körperlichen Enge garantiert gespürt, denn sie schmiegte ihren Körper gegen meinen.

Nach vielleicht einer Viertelstunde küsste sie mich auf den Mund. Es war genau die Sekunde zu lange die es von einem Bussi unterschied, dann erst gab sie mich Frei. „Komm gut nach Hause!“ Sagte sie leise, verschwand in ihrem Schlafzimmer.

Eigentlich wollte ich gehen. Aufrichtig! Keine Ahnung was mich zurück hielt. Ich folgte ihr nach mehreren Augenblicken ins Schlafzimmer, normal habe ich darin nichts verloren. Sie stand da, wollte sich anscheinend gerade Nachtfertig machen, ein Nachthemd lag vor ihr auf dem Bett. Sie hatte ihr Kleidchen abgestreift und legte eben ihren BH ab, wie sie meine Schritte hörte und sich zu mir umdrehte. Nur noch im Slip, mit hängenden Armen, ihre Oberweite blitzte mich direkt an.

„Linda?“ Sagte ich stockend mit belegter Stimme. „Ja, Marvin?“ Auch ihre Stimme bebte leicht.

Wieder standen wir mehrere Minuten unbeweglich voreinander sahen uns eindringlich an. Dann, eine kleinste Regung von ihr: Sie schielte mir in meinen Schritt, ihr Blick verharrte dort einen Moment zu lange. Dieser Blick wirkte interessiert, nicht gleichgültig oder neugierig. Ich bewegte mich auf Linda zu, vielleicht etwas ungestüm, vielleicht half sie auch nach, ich riss sie mit mir und wir beide plumpsten auf ihr breites Bett, ich mit halber Überdeckung auf sie drauf.

Unsere Münder fanden sich Augenblicklich, sofort kam es zu einem gierigen Knutschen. Zungen wühlten energisch, Speichel floss. Linda wand ihre Arme wie eine Krake um mich, wand sich unter mir, schmiegte sich feste gegen mich, ich fühlte sogar ihre harte Brustwarze gegen meine Rippen stechen. Ich drängelte meinen Oberschenkel zwischen ihre Beine, sofort rieb sich Linda mit ihrem Schritt daran.

Da war jeder Zweifel überflüssig, diese Frau stand unter Strom. Sogar so wie ich meine Freundin noch nie erlebt hatte. Aus der reiferen Frau brach etwas lange angestautes wie ein Vulkan heraus und riss mich in deren Bann. Ihre Hände waren überall, sie streichelte mich, drücke meinen Kopf gegen ihren um energischer küssen zu können, kratze mich mit ihren Fingernägeln.

Unsere Körper wanden sich, sie rieb sich an mir immer wilder, dann begann sie mir mit zitterigen Händen die Kleidung vom Körper zu ziehen, etwas ungeschickt und erkennbar ungeübt, ich half mit, möglichst ohne unsere Münder abreissen zu lassen, nur einmal mussten wir ganz kurz unterbrechen um mein Shirt über den Kopf zu bringen.

Sie bebte am ganzen Körper vor Aufregung, das machte es so liebenswert, denn es wirkte nicht abgekocht, so gelangweilt wie bei meiner Freundin. Wie ich nackt war robbte ich ganz über Linda, drängelte mein Becken zwischen ihre Beine, die sie bereitwillig für mich öffnete. Ihren Slip zog sie nicht aus, nahm nur den Zwickel zur Seite indem sie mit einer kurzen Drehung ihres Körpers den elastischen Slip hinten seitlich über eine Pobacke zog und führte mit ihrer eiskalten und zitternden Hand meinen Schwanz vor den Eingang. Sie zog meine blanke Eichel paarmal durch die Labien um Nässe zu verteilen, ich spürte deutlich die dichte Schambehaarung kratzen.

Doch rein in sie kam ich Problemlos. Tief rein, in einem Zug. Reibungslos und erstaunlich eng wurde ich empfangen, das schenkte sich nichts zu meiner deutlich jüngeren Freundin. Man merkte deutlich dass Linda nie ein Kind entbunden hatte. Sie stöhnte mir leidenschaftlich in meinen Mund und drängte mir mit Macht ihr Becken entgegen. Krallte eine Hand in meinen Po um mich fester gegen sich zu pressen.

Ich blieb erstmal ziemlich lange ruhig stecken und genoss das erste Eindringen. Konnte kaum fassen was ich in diesem Moment da erlebte. Unerwartet und dennoch, oder gerade deshalb unglaublich schön. Linda gab sich mir hin. Sie wollte es, zeigte das eindeutig. Das war nicht nur geduldet wie bei meiner Freundin immer. Ich hatte das Gefühl dass ich für Linda etwas besonderes bin. Sie mag mich sehr und für sie schien es die Krönung unserer Freundschaft zu sein. Die ersten Empfindungen an meinem harten Pimmel waren wie sie ihren Körper an mir rieb, sich auf der Stange wand, wie sich das glitschige Gewebe durch ihr bewegendes Becken um meine Stange schlängelte.

Mehr noch genoss ich das unfassbar leidenschaftliche schmusen und knutschen. Wie ihre steinharten Nippelchen über meine Rippen kratzten. Ich wurde erst wieder an meinen Pimmel erinnert wie der durch die Bewegungslosigkeit etwas weicher zu werden drohte, dann begann ich vorsorglich mit sanften Stössen. Dabei wurde mir weiterhin bewusst, wie stark der Reiz der engen Muschi an meinem Pimmel war, ich musste sehr vorsichtig sein um nicht zu früh zu kommen. Aber das kannte ich auch schon von meiner Freundin.

Mit vielen rechtzeitigen Unterbrechungen konnte ich den gemeinsamen Akt ziemlich strecken, leider wurde ein anbahnender Höhepunkt von Linda dadurch auch abgewürgt, aber sie kam jedesmal schnell wieder in Fahrt sobald ich mich fester in ihr bewegen konnte. Zum Schluss hinaus war ich dann sogar so abgestumpft dass ich es richtig lange noch durchhielt und Linda feste knallen musste um auch selber in aufsteigender Kurve zu verbleiben.

Lindas Körper zitterte und vibrierte. Verkrampfte zunehmend. Zweimal musste ich ihren Höhepunkt leider abwürgen, doch nun staute sich bei ihr erkennbar etwas gewaltiges an. Das schmusen wurde zur Nebensache, ich beobachtete sie immer genauer. Nie hätte ich gedacht dass diese ansonsten so brave Frau zu solcher Hingabe fähig wäre. Ihr Bauch wurde steinhart, sie zitterte am ganzen Leib.

Ihre angezogenen Oberschenkel pressten mein Becken wie ein Schraubstock, so dass ich nicht nur mit dem Pimmel feste in sie drücken, sondern bei jedem Stoß auch gegen ihre kräftigen Beine arbeiten musste. Linda schnappte nur immer ganz kurz nach Luft, das ausatmen schien sie zu vergessen? Auch innen in ihrem Unterleib wurde es fühlbar fester, ich musste mit deutlich mehr Kraft in sie drücken, was den Reiz auch für mich erheblich verstärkte.

Irgendwann konnte ich mich nicht mehr halten. Ich rammelte noch paarmal extrem hart in sie, drückte tief nach, blieb mit hohem Druck stecken und liess es laufen. Es packte mich und mein Körper schüttelte sich, mein Samen strömte pulsierend in ihren Unterleib und genau in diesem Moment kam Linda auch. Sie riss mir mit ihren Fingernägeln den Rücken auf, biss mir schmerzhaft in meine Unterlippe, wimmerte mit schmerzverzerrtem Gesicht wie ein verletztes Tier. Ihr Körper verkrampfte total für ein paar Sekunden und dann erschlaffte sie ganz einfach.

Ihr ganzer Körper wurde einfach total weich, zerfloss auf dem völlig zerwühlten Bettlaken. Ich war auch fertig, konnte mich nur mit Mühe auf Ellenbogen und Knien halten, um nicht auf ihr zusammen zu brechen. Wir atmeten beide sehr schwer. Nach ein paar Minuten öffnete sie ihre Augen wieder, sah mich Linda selig an und streichelte mich liebevoll im Gesicht. Vielleicht erkannte sie meine Zwickmühle, sie drehte sich etwas unter mir heraus, so dass ich leider ihre Muschi von meiner schnell weicher werdenden Pfeife verlor.

Aber damit konnte ich mich neben ihr ablegen und mich seitlich an sie kuscheln. Unbewusst spielte ich mit einer Hand noch an einer ihrer Brüste, zwirbelte leicht die harte Brustwarze. Natürlich griff die Schwerkraft schon etwas an ihrer Oberweite an, aber in meinem momentanen Gefühlsflash waren das dennoch die schönsten Brüste die ich bis dahin zu sehen glaubte. Ich mochte Linda eigentlich immer schon sehr als Mensch, nun kam die tiefe Befriedigung dazu die sie mir als Frau so unerwartet schenkte. Ich wollte nicht, aber glitt dann recht bald in einen unruhigen Schlaf. Ich registrierte nicht wie lange wir tatsächlich noch gebumst hatten.

Ich wachte vom ungewohnten scheppern der Briefkastendeckel und von einem am Randstein klappernden Fahrrad auf, wie der Zeitungsboote die Tageszeitungen austrug. Erschrak. Erinnerte mich dass ich vergass den Wecker zu stellen und an den wunderschönen Grund dafür. Ich löste mich wiederwillig und vorsichtig von Linda, die im Schlaf immer wieder nach mir griff.

Leise zog ich früh am Morgen die Haustüre hinter mir zu. Mein Pimmel klebte etwas in der Unterhose, normal hätte ich nochmal duschen sollen. Aber es eilte! Beim Bäcker um die Ecke brannte in der Backstube bereits Licht. Ich grübelte auf der Autobahn noch lange, musste kräftig Gas geben damit ich rechtzeitig zur Arbeit käme. War eh noch kaum was los. Noch nie musste ich mein kleines Autochen so gnadenlos prügeln. Ich war kein bisschen Müde, den ganzen Arbeitstag und die folgende Woche noch total aufgekratzt.

Auch das Andere ging dann überraschend schnell: Kündigungsfrist in der alten Arbeit 4 Wochen, plus 1 Woche zum vollen Monat hin. Resturlaub hatte ich leider keinen mehr, der war zum Umbau vollständig aufgezehrt. Ich konnte jedoch durch massive Überstunden noch paar Tage abkürzen. Am Abend zog mich eh nichts in mein Appartement. Die verbleibenden Wochenenden verbrachte ich noch in Augsburg, die letzten Angelegenheiten regeln und mit den Kumpels nochmal gemeinsam zum Billard gehen. Es ist unwahrscheinlich dass man sich über solche Entfernungen hinweg noch recht oft sehen wird.

Das mit meiner Freundin wollte ich irgendwie versöhnlich abschliessen. Sie zickte weiter rum, meinte wohl ich müsste auf Knien angekrochen kommen. Ich gab auf, beliess es die letzten Tage beim oberflächlichen Umgang. Drei Abende nochmal zusammen weg gegangen, paar leere und hohle Phrasen, manche Frauen wollen das so? Ich zählte meine Tage eh schon rückwärts runter und hoffte auch hier dass es die Entfernung richten könnte. War gespannt darauf wie lange es dauern würde bis sie bemerkte dass ich garnicht mehr da war.

Für meine Wohnung konnte ich einen Nachfolger finden der direkt nahtlos im Anschluss alles mitsamt der kargen Einrichtung übernehmen wollte und vor allem vom Vermieter auch akzeptiert wurde. Bei meinem Nachmieter garantierte das Jugendamt für die Kosten. Er ist ein Azubi in ähnlicher Lage wie ich damals, nur er hatte genug vom Arbeiterwohnheim. Verständlich, denn dort können durchaus auch rauhe Sitten herrschen. Ob er auch meine Freundin mit übernehmen will? Zumindest hatte sie noch einen Wohnungsschlüssel.

Der eigentliche Umzug war dann ernüchternd. Alles was ich im Leben besaß passte in einen Kleinwagen mit umgelegter Rückbank. Wobei den meisten Platz noch das Fahrrad verbrauchte. Ein Mountainbike, damals gekauft von meinem dritten Gesellenlohn. Bis dahin sorgsam mit einer fetten Kette im Radkeller abgesichert. Man weiss ja warum…

Immerhin schon mal mehr, denn wie ich angekommen war hatte ich nur eine grosse Reisetasche bei mir. Wieder verliess ich einen Ort ohne mich nochmal umzusehen. Aber diesmal sah ich nach Vorne! Voller freudiger Erwartung. Denn es fühlte sich für mich an als würde ich nach Hause kommen. Zumindest an den Ort wo ich mich am wohlsten gefühlt hatte, der mir bereits schonmal für 3 Jahre meine Heimat bedeutete. Heute verstehe ich sogar den bellenden Dialekt der Menschen dort weitgehend. Ich stiess nicht mehr auf Ablehnung, wurde zumindest schonmal geduldet. Und von einem Menschen ganz sicher erwartet!

So war es auch: Linda nahm mich stürmisch in den Arm und wieder standen wir die paar Minuten zu lange eng umschlungen im Flur. „Willkommen zuhause!“ Sie presste mir einen langen nassen Kuss auf den Mund. „Hast du schon was gegessen?“ Wie hätte es auch anders sein sollen? Ich folgte ihr in die Küche.

„Wir müssen noch überlegen was ich als Kostgeld beisteuere. Du bekommst jetzt nichts mehr vom Jugendamt dazu und ich werde normal verdienen.“ Sprach ich in ihren Rücken, kraulte zärtlich ihren Nacken während sie einen Topf umrührte.

„Darüber will ich nicht reden, das ist mir unangenehm. Wir wissen ja nichtmal wie lange du da sein wirst, bis du was eigenes hast. Mach was du für richtig hälst, mir ist es gleichgültig. Wenn du unbedingt meinst dann wirf es einfach in die Haushaltsschublade, wo mein Geldbeutel immer drin liegt.“

An diesem Abend unterhielten wir uns noch sehr lange. Linda hielt das Gespräch am laufen. Man merkte dass sie sehr froh war über Ansprache. Sie riss sogar die sonst so propagierten 22 Uhr. Ich wollte in mein Bett im Nähzimmer gehen, Linda fragte mich ganz offen ob ich nicht lieber bei ihr im Bett schlafen wolle. Hatte ich sogar ein klein wenig darauf gehofft? Wir krochen beide gänzlich unbekleidet unter eine Bettdecke. Kuschelten uns sehr eng aneinander, schmusten noch kurz und schliefen dann bald ein.

Genauso wachte ich am nächsten Morgen vom Wecker auf. Eng umschlugen mit Linda, eine ihrer festen kleinen Pobacken in der Hand. Sie stand mit mir auf und schmierte mir nackt wie sie war in der Küche ein Pausenbrot. Ich fand das wirklich rührend! Mal abgesehen vom appetitlichen Anblick. Früher hatte ich nie die Frau in ihr gesehen, da war sie einfach ein liebenswerter Mensch für mich.

Mein neuer Arbeitsantritt, ein Donnerstag, war dann recht angenehm, der dauerte tatsächlich einen ganzen Tag. Ich wurde vom Vorarbeiter einmal komplett herum geführt, war fasziniert aus welchen Ecken, Fahrzeugen und Verschlägen überall Menschen heraus kamen. Wo sich endlose Verteiler- und Sicherungskästen versteckten, über Jahrzehnte angehäuft und natürlich weitgehend ohne Pläne. Ein älterer Kollege wurde mir als Handlanger beigestellt.

Ich bekam sogar so etwas wie ein Dienstfahrzeug! Ein kleiner Gabelstapler mit abstell- und abschliessbarem Kasten für vorne drauf. Mit einer gesicherten Gitterbox ergänzt sogar notdürftig als Hebebühne oder Leiterersatz zu verwenden. Spontan hätte ich fast laut los gelacht, aber angesichts des weitläufigen Geländes und der zu erwartenden Materialmengen wirkte dies dann doch wieder durchdacht.

Den zweiten Tag verbrachte ich in der nächsten Stadt bei einem Fachausrüster um elektrikertypische Werkzeuge und Messgeräte auszusuchen. Auf einem Sägewerk dominieren sonst für die schnelle Reparatur zwischendurch üblicherweise Hammer, Rohrzange, Flex, Kettensäge, Hochdruckreiniger. Und Gabelstapler! Massen Gabelstapler in allen Grössen. Wovon ich den kleinsten abbekommen hatte. Ich werde wohl der erste sein der im Verhältnis so etwas ähnliches wie chirurgische Präzision einführen wird? Schraubendreher statt Kettensäge.

Und schon kam das erste Wochenende! Gemütlich strampelte ich mit dem Fahrrad nach Hause zu Linda, sah mich in der weitläufigen Umgebung um. Es dämmerte bereits, aber weit und breit kein Sherriff der kleinlich kontrolliert ob dein Licht geht. Was sollte hier auch ein Sherriff wollen? Meines Wissens nach wohnte derzeit niemand im Ort, der sich am Eigentum anderer bedienen würde oder eine sonstige Bedrohung für die öffentliche Ordnung darstellt. Ausser dass einer am Heimweg vom Wirt im Suff versehentlich gegen eine Laterne läuft. Was ein eklatanter Unterschied zu meiner Geburtsstadt!

Linda erwartete mich in einem netten Röckchen mit leicht transparenter Bluse und mit einem leckeren Abendessen. Ebenso lecker war ihr Anblick. Erstaunlich was sie inzwischen mit einfachen Mitteln aus ihrem Typ machen konnte? Sie trug sogar leicht höhere und elegante Schuhe. Für mich? Oder ihr Selbstbewusstsein? Schon beim Essen löcherte sie mich neugierig nach meinen ersten Eindrücken. Schwierig mit vollem Mund zu antworten, zudem es so lecker schmeckte und man deswegen ständig gierig nachschaufelte.

Wir setzten das Gespräch am Sofa fort. Ich lümmelte lässig auf dem breiten Sitzmöbel, Linda hockte sich mit abgewinkelten Knien mir zugewandt auf meine Oberschenkel, musste dazu ihren engen Rock weit hochschieben, es wurde der verstärkte Höschenteil ihrer schwarzen Strumpfhose deutlich sichtbar. Sie zog mir jedes Wort aufmerksam von den Lippen ab, suchte offensichtlich Bestätigung für meine weiteren Pläne. Die ganze Zeit kraulte sie mich mit beiden Händen am Hals und ich hatte meine Hände an ihren Hüften liegen.

Jetzt erst fiel mir auf dass sie am Dekolltee genau den einem Knopf zuviel geöffnet hatte und damit ihr BH im Ausschnitt ganz leicht sichtbar war. Die Höckerchen wurden wie Melonenhälften kräftig nach oben gehoben. Ein Push-Up? Verlockend wenn man das die ganze Zeit so direkt vor Augen hat. Ich musste meinen Blick mit Nachdruck in ihr Gesicht zwingen. Hatte Linda tatsächlich diskreten Lippenstift aufgelegt?

Linda wollte erkennbar das Gespräch am laufen halten. Fragte und fragte. Immer wieder spähte ich etwas tiefer und sah wie die Ansätze der leicht herausspitzenden Melonenhälften bei jedem Atemzug auf und ab gingen. Linda atmete verdächtig aufgeregt? Auch an mir ging diese Situation nicht spurlos vorüber. Ich spürte eine deutliche Verhärtung in meiner Hose. Linda etwa auch? Denn sie änderte die Position ihres Beckens und rieb sich ganz leicht an mir.

Es verblüffte mich immer wieder. Besonders wenn man Linda noch von früher her kannte. Damals wirkte sie wie ein äusserst herzlicher und fürsorglicher, aber auch fast geschlechtsloser Mensch. Egal wie ich es drehte und wendete: Diese Frau auf meinem Schoß ist die absolute Vollfrau, die ihre Bedürfnisse mehr als deutlich zeigte. Das beeindruckte mich sehr, schmeichelte mir auch ziemlich. Denn es war eindeutig dass Linda so wegen mir war. Sie kokettierte nicht im ganzen Ort rum, all ihre Aufmerksamkeit und Bemühungen drehten sich nur um mich. Und ja, sie gefiel mir wirklich!

Das war keine billig zur Schau gestellte Erotik, so wie es meine Ex-Freundin fast schon erbärmlich auf die Spitze trieb. Die meinte damit noch einen Traumprinzen auf dem weissen Pferd oder im roten Harakiri ködern zu können. Bei Linda wirkte das sehr viel subtiler! Es sah nett aus, wirkte hübsch, kaschierte etwas ihr wahres Alter. Vor allem war es nicht für die bestmöglich zu ergatternde Partie, sondern für mich!

Nach einer Zeit konnte ich einfach nicht mehr. Der Anblick war einfach zu verlockend. Ich knöpfte noch drei weitere Knöpfe der straff gespannten Bluse auf und das Ensemble quoll mir entgegen. An den Körbchen zeichneten sich harte Nippelchen ab. Der BH wurde von Vorne mit drei Häckchen zugehalten. Einfach zu verlockend! Fragend sach ich Linda ins Gesicht, sie nickte nur mit einem frivolen Lächeln.

Mit etwas zitterigen Händen öffnete ich den Verschluss und es sackte ein Stückchen tiefer, was aber dem Augenschmaus nichts von seiner Faszination nahm. Ich klappte neugierig die Körbchen auseinander und zwei käseweisse mittelgrosse Brüste mit dunklen kleinen, aber harten Brustwarzen strahlten mich wie Scheinwerfer an. Es roch nur ganz leicht schwitzig aus den synthetischen Körbchen heraus und von den Achseln her nach Deo. Ich vergrub mein Gesicht mit Wonne darin und atmete tief ihren Geruch durch die Nase. Jaaaa! So riecht eine Frau! Linda machte mich echt an.

Nach einer kurzen Phase des geruchlichen Genusses schnappte ich mir eine ihrer steinharten Brustwarzen in den Mund und nuckelte sanft daran. Linda schloss unmittelbar ihre Augen, atmete ganz tief ein und liess ihren Kopf zurück kippen. Sie nahm ihre dicke Brille ab und legte diese mit gestrecktem Arm oben auf der beiten Rückenlehne des Sofas ab. Danach drängelte sie mir ihre Brüste entgegen. Manchmal dichtete sie durch den weichen Druck meine Atmung etwas ab.

Ich beschäftigte mich eine ganze Zeit damit. Schmuste daran, knetete sanft, zwirbelte mit den Fingerspitzen vorsichtig die Nippelchen, aber vor allem saugte ich abwechselnd und mit unterschiedlicher Intensität an der Pracht. Ja, ich mag es! Das waren wenigstens echte Brüste, selbst wenn sie leicht hingen. Und nicht so eine künstlich aufgepeppte Mogelpackung wie bei meiner Ex.

Bei der waren es immer 80 Prozent Wattierung im BH und nur 20 Prozent Fleisch. Für mich ist die Realität völlig in Ordnung, ich finde es kommt auf die Sensibilität an und wie eine Frau zu sich selber steht. Eine Frau kann gerne etwas betonen wenn sie meint. Aber handfeste Täuschung? Ich stecke mir doch auch keine Dose Bullbrause vorne in die Hose zum angeben? Und beim Vögeln dann: Und das wäre ihr Preis gewesen!

Lindas Oberweite hatte in meinen Augen die perfekte Grösse. Einfach zwei Handflächen voll. Mit noch mehr hätte die Schwerkraft nur besser ansetzen können. Genug um Freude zu bereiten. Und vor allem sehr sensibel! Sie drängte mir ihre Oberweite immer noch mehr entgegen und stöhnte ganz leise zu meinen ausdauernden Bemühungen.

Doch plötzlich unterbrach sie mich, lehnte sich zurück und lächelte mich entschuldigend an. „Du Marvin, es tut mir jetzt leid, aber ich müsste mal ganz dringend auf das Töpfchen!“ Ich half ihr an den Hüften wie sie mühsam von mir hinab kletterte. Sie zog ihren engen Rock über die schlanken Oberschenkel und ging dann mit offener Bluse auf den Flur, leise tackerten ihre halbhohen Absätze zum Bad hinüber, eine Türe wurde leise in die Dichtungen gedrückt. Ich war innerlich etwas gespalten. Hatte ich gar übertrieben? Oder war es tatsächlich nur ein drängendes Bedürfnis bei ihr?

Es dauerte etwas und ich schaltete mit der Fernbedienung den Fernseher ein. Dmax. Da gibt es immer interessante Männersachen. Ich nahm mir vor Linda künftig nicht mehr so gierig anzugehen. Aber hatte sie nicht auch selber ein wenig angeheizt? Über die Handlung der Doku vergass ich Linda etwas. Sie wurde mir erst wieder bewusst wie nach vielleicht einer Viertelstunde die Absätze wieder leise durch den Flur tackerten und wie sie in meinem Rücken die Vorhänge des seitlichen Fensters zu zog. Ich drehte meinen Kopf über die Schulter – und staunte!

Linda war komplett nackt! Trug nur die schlanken halbhohen Pumps an den Füssen. Ihre langen Haare hatte sie hinten hochgesteckt, was ihren schlanken Hals und die kleinen Öhrchen betonte. Mit wiegendem Becken und einem verführerischen Lächeln kam sie auf mich und das Sofa zu. „Nun Marvin, wo waren wir vorhin stehen geblieben?“ Ihr Körper hatte sich für ihr Alter erstaunlich gut gehalten, das dämmerige Licht schmeichelte zusätzlich.

Noch bevor sie sich neben mich setzte verlöschte ein Daumendruck die Plapperkiste. Linda roch frisch geduscht, ihre Haut glitzerte partiell noch ganz leicht feucht. Ich glaube meine Befürchtungen waren komplett unbegründet? Ich deutete mit dem Finger auf ihre Oberweite: „Dort!“

Linda reckte mir ihre Höckerchen provokant entgegen. „Nun, also…?“

Ich drückte sie mit dem Rücken auf die Sitzfläche, Linda liess sich hintenüber kippen. Und ich stürzte mich tatsächlich mit Wonne auf ihre Brüste. Ihre Haut fühlte sich ganz kalt an. Vom Duschen? Ich küsste mich nicht nur über ihre Brüste hinweg, sondern auch über ihren Hals, versuchte mit rundem Rücken ihr kleines neckisches Bäuchlein zu erreichen, mein Kinn kratze zeitweilig in ihrem dichten Schamhaar.

Um alles besser erreichen zu können liess ich mich mit meinen Knien auf den Boden gleiten. Nun konnte ich sie am ganzen Körper küssen, auch über die schlanken Beine hinweg. Ich zog ihr die engen Pumps aus und massierte ihr ein wenig ihre Zehen. Linda grunzte wohlig dabei. Sie streckte ihren Arm und tastete nach mir, öffnete mir meinen Gürtel, den Knopf und den Reissverschluss. Griff von oben durch den Gummibund in meine Boxershorts und tastete etwas unbeholfen an meinem harten Pimmel. Aus diesem Winkel war es schwer für sie vernünftigen Griff zu finden.

Langsam küsste ich mich an den Beinen wieder nach oben und schmuste dann intensiv an ihrem Bäuchlein. Linda wand sich genüsslich. Obwohl sie frisch geduscht war roch man aus ihrem Schritt den typischen Frauengeruch aufkommen. Mit der linken Hand streichelte ich mich von ihrem Oberschenkel weg zwischen ihre Beine hinein, sie zog ein Bein weit an und gab meiner Hand damit bereitwillig den forschenden Weg frei.

Wegen dem dichten Busch im Schritt spürte man leider wenige Details. So massierte ich sie dort nur sehr flächig, die drahtigen Haare mit leichtem Graustich knirschten fühlbar unter meinem vorsichtigen Griff. Ihr Geruch verstärkte sich immer mehr. „Marvin?“

„Ja, Linda?“

„Du, spann mich nicht so auf die Folter! Ich brauche dich jetzt wirklich! Kannst du mich bitte richtig nehmen? Wenn der erste Druck weg ist dann können wir sehr gerne so sanft weiter machen?“

Etwas hektisch erhob ich mich, riss mir ungeduldig meine Klamotten vom Leib. Linda sah mich dabei an, aber ohne Brille erkennt sie sicher kaum was. Wie ich mich ihr wieder zuwandte winkelte sie auch ihr zweites Bein ab und spreizte weit. Ich musste mich nur auf ihr ablegen, sie erwartete mich bereits, suchte mit ihrer Hand meinen harten Pimmel und führte sich diesen direkt in ihr Dreieck. Gut so, sie findet im dichten Busch den Eingang leichter wie ich. Meine Aufgabe war es nur noch zum richtigen Zeitpunkt nachzudrücken und die fleischigen Labien zu teilen, dann legte ich mich vorsichtig auf ihr ab.

„Aaahhh Marvin! Wie sehr ich das jetzt brauche!“ Erstmal fanden sich unsere Münder zum intensiven schmusen. Erst wie sie ungeduldig unter mir mit ihrem Becken zu hippeln begann fing ich an sie sanft zu stossen. So eine enge Muschi muss man wirklich ganz bewusst geniessen. Linda trieb mich jedoch immer weiter. Sie wollte es erkennbar härter und schneller. Ich musste sie noch etwas hinhalten, bis mein Schwanz abgestumpft genug war, denn sonst wäre das Vergnügen allzuschnell beendet gewesen. Aber nach vielleicht einer halben Stunde und mehreren Unterbrechungen kam ich ihrem Wunsch nach und nahm sie richtig ran.

Linda wurde richtiggehend laut. Also für ihre Verhältnisse. Eindeutig aber waren das zustimmende Laute. Auch mit ihren Händen feuerte sie mich ständig an. Führte mich am Becken oder zerkratzte mir leidenschaftlich mit den Fingernägeln den Rücken. Immer wieder wunderte ich mich was aus dieser einst so sanftmütigen Frau für eine Furie werden konnte. Diese neue Linda ist für einen Mann ein echtes Erlebnis!

Linda hatte einen ersten seichten Orgasmus. Danach schien es als wollte sie wieder kürzer treten. Wenn ich nun jedoch aufhörte dann würde mein abgestumpfter Pimmel nicht mehr in Gang kommen, ich war gezwungen den Reizlevel weiter aufrecht zu halten. Dementsprechend hart hämmerte ich sie weiter. Linda ertrug erst nur, kam dann doch wieder langsam in Fahrt um dann noch vehemnter abzugehen. Sie flüsterte mir dreckige Sachen ins Ohr. Hörte ich wirklich richtig?

Bei jedem harten Stoß wallten ihre Brüste wild und manchmal spürte ich die harten Nippelchen an meinen Rippen kratzen. Diese Frau machte mich an! Kein Vergleich zu meiner ständig gelangweilten Ex. Linda wollte es und zeigte das. Sie gab mir damit das Gefühl ein toller Mann zu sein. Ich merkte wie sich ihr Körper begann zu verspannen, besonders der Unterleib. Es brauchte erheblich mehr Kraft um in sie zu dringen. Lange könnte ich das so nicht mehr aushalten? Wenn nicht…

Glücklicherweise kam Linda rechtzeitig. Ziemlich hart! Sie biss mir ungestüm in meine Schulter, offensichtlich um nicht zu laut zu werden? Dieser Schmerz lenkte mich ab, dennoch riss es mich auch über die Klippe hinweg. In einem wohligen Anfall zappelte ich auf ihr, verlor sie leider von der Flinte, so dass ein Teil meines Samens auf ihren Bauch spritzte und mein Höhepunkt gekappt wurde. Ich merkte die Schlonze am Bauch wie ich mich erschöpft auf ihr ablegte.

Dennoch blieb es unglaublich schön für mich. Wir schwitzen beide sehr stark, verschmolzen so regelrecht miteinander. Linda lächelte total erschöpft, jedoch auch sehr glücklich. Nur langsam beruhigten sich unsere Atmung, unsere Herzen pochten um die Wette.

Nach dem traumhaft schönen Bumsen lagen wir noch lange am Sofa und streichelten uns verträumt. Dabei fiel mir etwas ein: „Linda, ganz was anderes noch: Müssen wir uns eigentlich wegen Empfängnisverhütung Gedanken machen?“

„Nein, ganz sicher nicht! Ich kann selber keine Kinder bekommen, bei mir ist da unten was verklebt und verwachsen. Das war auch der Grund warum wir immer Pflegekinder aufgenommen hatten, um dennoch so etwas wie eine Familie leben zu dürfen. Und in ein paar Jahren hat sich das sowieso ganz bei mir. Ich nehme jetzt schon immer künstliche Hormone damit ich keine Probleme mit den Knochen bekomme, das wirkt in Grenzen auch noch ähnlich wie die Pille. Also keine Sorge.“

„Ich hatte keine Sorge, du bist die perfekte Mutter! Nur wenn man Kinder macht dann sollte das in vollem Bewusstsein und mit Absicht geschehen.“

„Nein Marvin, das geht wie gesagt bei mir leider eh nicht. Aber was ich dich noch fragen wollte: Wie empfindest du mich sonst überhaupt? Bin ich dir nicht viel zu alt? Würdest du irgendwas ändern wollen an mir damit ich für dich attraktiv bleibe?“

„Eigentlich ist alles super bei dir. Jetzt, wo du so abgenommen hast und alles schön fest ist. Besonders toll finde ich deine langen Haare.“

„Danke Marvin. Aber ein Eigentlich bedingt auch ein Trotzdem?“

Ich rang etwas mit mir. Sollte ich das wirklich aussprechen? Ich gab mir einen Ruck: „Du hast sicher eine sehr schöne Muschi, nur leider sieht man davon recht wenig. Ich würde dich auch sehr gerne mal dort unten küssen, wenn du das ebenfalls magst.“

Linda überlegte einen Moment. „So wie man das heute bei jungen Frauen im Freibad beim Umziehen so oft sieht?“

„Keine Ahnung was du gesehen hast. Mir würde es nicht um Kahlschlag gehen. Mehr so die Bikinizone besäumen und nur an den Labien ganz unten etwas stutzen.“

„Du Marvin, da hab ich leider garkeine Ahnung. Würdest du mir das zeigen?“ „Hmm, klar, gerne! Wenn du soviel Vertrauen zu mir hast?“

„Zumindest bist du mit dem Rasierapparat geübter und dann kannst du das gleich so machen wie es dir gefällt. Und was noch?“

„Nichts und noch. Sonst gefällt mir alles an dir! Du bist eine attraktive Frau.“

Linda lächelte mich glücklich an und küsste mich auf den Mund. Das ist ansteckend!

Wie sie zwei Abende später, am Sonntag unter der Dusche stand rief sie mich zu sich ins Bad. Ich ging nur sehr vorsichtig hinein, eigentlich ist das Privatsphäre. Sie rubbelte sich mit bebenden Brüsten gerade die Haare am Kopf trocken. „Marvin, würdest du das vielleicht jetzt mit dem rasieren mal probieren wollen? Nur wenn du magst.“

Und wie ich mochte! Ich eilte nochmal in die Küche um eine Schere zu holen, wie ich wieder kam hatte Linda das Handtuch dick gerollt und sass darauf am Wannenrand, mit den Füssen in den Raum hinein. Ich sammelte die restlichen Utensilien zusammen und kauerte mich erstmal vor ihr auf den Boden. Es wirkte etwas seltsam, wie sie im hellen Licht so offen ihre Beine vor mir spreizte und meine Reaktionen ganz genau beobachtete. Sie roch aus dem Schritt nach Duschgel, sie musste sich gründlich geschrubbt haben.

Meine Hände zitterten leicht vor Aufregung. Linda sass da mit gekrümmtem Rücken und sah etwas ängstlich zu wie sich die Schere knirschend durch ihren drahtigen Schamhaarbusch frass. Ich war sehr vorsichtig, bog mit zitternden Fingern ihre grossen lappenartigen inneren Schamlippen jeweils sorgsam zur Seite. Das wurde zunehmend schwieriger für mich, weil erheblicher Schleim ins Spiel kam und ich die Hautfalten immer schwerer zu fassen bekam. Egal, wir hatten ja Zeit!

Je mehr ich Schnitt umso besser begann es mir zu gefallen. Eigentlich wollte ich ein besäumtes Dreieck stehen lassen und nur die prallen Labien frei legen, doch nach vielen Überlegungen und Vorstellungen war Linda dann doch blank. Die restlichen Stoppelchen frassen dann der gute Dreiklingenrasierer.

Dazu musste ich dann aufstehen, beziehungsweise stand ich gebückt neben Linda, weil ich die Klingen immer wieder unter dem warmen Wasserstrahl auswaschen musste. Es dauerte etwas bis ich die passende Position fand, denn ich musste ja auch mit der zweiten Hand immer noch sorgsam ihre Schamlippen halten. Nur nichts falsch machen! Sie sollte unbedingt beim ersten mal ein angenehmes Erlebnis zurück behalten um sie für die Zukunft zu motivieren. Lieber etwas mehr Zeit nehmen, obwohl ihre Oberschenkel inzwischen vor Anstrengung etwas zitterten (oder war es die Aufregung?), es eilte uns ja nicht und ihre schöne Anatomie lud ein damit genüsslich zu spielen.

Linda rieb sich schliesslich bei gekrümmtem Rücken mit der flachen Hand über ihre Scham und spähte sich selber in den Schritt. „Unglaublich wie sich das anders anfühlt!“ Man spürt jeden Luftzug und bestimmt auch die Unterwäsche reiben.“

„Das müssen wir jetzt aber regelmässig machen damit das so schön bleibt, du wirst auch andere Dinge sehr viel direkter spüren. Soll ich dir mal was zeigen?“

„Marvin, dies ist dann künftig deine Aufgabe. Dann duschen wir halt öfter zusammen, das macht eh viel mehr Spaß. Was willst du mir denn zeigen?“

Statt einer Antwort kauerte ich mich erneut vor ihr auf den Boden, stülpte überraschend meinen Mund über ihre Scham. Anfangs wehrte sie vor Schreck ganz kurz mit ihren Händen ab, wie ich sanft zum nuckeln begann und mich festsaugte stöhnte sie vernehmlich auf, drückte sie sich sogar nach einigen weiteren Augenblicken meinen Kopf fester in ihren Schritt.

Ich leckte sie ausgiebig und genüsslich. Hatte meine Hände unter ihren Oberschenkeln hindurch gefädelt und hielt sie streng vor meinem Gesicht. Anfangs schmeckte sie etwas bitter vom restlichen Rasierschaum, was jedoch schon recht bald von ihrem lieblichen Eigengeschmack durch reichlich Saftzugabe übertüncht wurde. Das erste Mal nuckelte ich nur an ihren Labien, massierte mit meinen Lippen den Pfirsich, probierte und versuchte was ihr gut zu tun schien. Linda zeigte recht deutlich was ihr mehr und was ihr weniger gefiel. Sie stöhnte und wimmerte.

Gelegentlich zog ich mal meine Zunge mit kräftigem Druck vom Damm her durch ihren Pfirsich hindurch um etwas wohlschmeckende Feuchte mit der Zunge aufzulecken. Das Mösenfleisch ist bei ihr alles sehr fest. Ich mag es sehr bei einer Frau die Scham in meine Mundhöhle einzusaugen, ganz sanft darauf „herumzukauen“.

Obwohl du eine sehr devote Sitzhaltung hast bekommst du in diesem Moment viel Macht über eine Frau. Sie muss sich dir öffnen und Vertrauen haben, denn so leicht würde sie dich aus ihrem Schritt nicht mehr hinaus bekommen. Linda machte nicht den Eindruck als wolle sie beenden. Im Gegenteil! Sie hatte einen sehr leichten Höhepunkt, ihr Körper bebte kaum wahrnehmbar. Eher ein leises Zucken aus dem Körperinneren.

Bei der zweiten Nummer konzentrierte ich mich schon direkter mit einer flitzenden Zungenspitze auf ihre Clit und Linda presste meinen Kopf recht energisch gegen sich, ihre längeren Fingernägel krallten sich regelrecht in meinen Hinterkopf. So musste ich sogar etwas dagegen drücken um meinen Spielraum für die Zungenspitze erhalten zu können.

Ich wollte ihr bewusst zeigen dass ich sie vorbehaltlos annehmen kann wie sie ist, dass ich ihren Körper wirklich sehr gerne mag und ansprechend finde. Linda kam beim zweiten mal sehr hart, krümmte ihren Oberkörper fast vollständig über meinen Rücken, zumindest spürte ich ihre Brüste an meinen Schultern, sie presste mir dabei ihre Oberschenkel wie einen Schraubstock um meinen Kopf.

Trotzdem wirkte sie nach vielleicht über einer Stunde keineswegs erschöpft oder so. Eher ziemlich überdreht. Sie zog mich mit sich ins stehen, die Handtuchrolle rutschte in die Wanne und Linda küsste mich sehr stürmisch auf den Mund. Es störte sie nicht im geringsten dass ich von der Nase über meine Wangen bis zum Kinn mit ihrem zähen Muschisaft verschmiert war. Dann beugte sie sich zurück und fragte: „Meinst du ob du mich auch mal auf der Küchenplatte nehmen könntest? So wie der Nachbar seine Freundin neulich? Ich stelle mir das sehr aufregend vor.“

So eine Frage muss man sich als Mann nicht zweimal überlegen! Sie führte mich in die Küche, hatte es sehr eilig mir die Hose zu öffnen. Wichste mir mit wenigen Handgriffen meine Stange vollständig hart, hob dann ihren knackigen Po auf die Platte. Linda bestand darauf dass die Vorhänge dabei offen blieben und das Licht brannte. Wahrscheinlich könnte uns eh niemand sehen. Wahrscheinlich? Ausser die Nachbarn von links oder rechts halten sich an bestimmten Stellen im Garten auf. So spät Abends? Weiss man das?

Sie öffnete ihre Beine weit und ich hielt ihre schlanken Oberschenkel, konnte direkt in sie eindringen. Der Pfirsich war weich und glatt, man sah alles sehr genau wo man hin wollte. Dazu war sie vom Lecken immer noch mehr als reichlich geschmiert, so konnte ich sie sogleich recht hart nehmen. Linda ging ab wie eine Rakete und ich staunte nur noch. Linda bekam schon nach wenigen Minuten einen weiteren harten Orgasmus, ich war noch nichtmal ins Schwitzen gekommen.

Für mich war das nichts, ich konnte mich so offen am Fenster nicht gehen lassen. Linda bemühte sich dafür dann später im Bett nochmal mit ihrem Mund um meinen Pimmel. Etwas zaghaft und vorsichtig zwar, aber für den Moment zählte für mich die Geste. Linda schaffte es am Ende doch noch mich auszuleeren, eine gehörige Ladung klatschte ihr dabei ins Gesicht, was sie mit einem erschreckten Kichern registrierte.

Danach wischte sie ihr Gesicht in ein Kopfkissen und warf dieses richtung Türe auf den Boden. Endlich schien auch Linda zur Ruhe kommen zu wollen. Sie zog eine Bettdecke über uns und kuschelte sich eng an mich. So konnte ich zumindest sehr glücklich einschlafen.

Die erste komplette Arbeitswoche verbrauchten wir erstmal um die allergefährlichsten Fallen auszumachen und zu beseitigen. Du ahnst garnicht wie oft mal mit den Zinken oder der Ladung eines Staplers gegen eine Wand gedotzt wurde, ein Kabel abgequetscht, einfach mit dem Taschenmesser abisoliert und die Adern wie ein Blumenstrauss miteinander verdrillt. Sicherung reindrücken – wenn diese hält und das Licht brennt ist gut! Wenn es mal regnet und einer zu nahe kommt – Pech! So langsam bekam ich eine Vorstellung der Katastrophe.

Mein älterer Kollege stellte sich als sehr hilfsbereit, interessiert und umgänglich heraus, er schien froh zu sein von der kräftezehrenden eigentlichen Produktion herausgelöst worden zu sein. Bei elektrischen Arbeiten ist es wichtig sich auf den anderen verlassen zu können. Auch wenn er wenig Ahnung hat, er muss einfach genau zuhören und exakt befolgen. Das schützt beide. Über alle Arbeiten führte ich gewissenhaft Buch, dass mir keiner was ans Zeug flicken kann was ich nicht war.

Am Freitag Nachmittag bat ich um ein Gespräch beim Chef, der stand nur 20 Minuten später neben mir. Ich sc***derte ihm meine Eindrücke, er hörte sehr aufmerksam zu. Wir hätten zwei Möglichkeiten: Erhalten und teilweise austauschen, das wäre die preiswerte Lösung. Mit der Gefahr von ständigen Nachbesserungen.

Oder, was ich ihm nachdrücklich ans Herz legte und für sinnvoller hielt, eine komplette neue Installation neben der Alten aufzubauen und gleich die entsprechenden Reserven für die Zukunft vorzuhalten. Dieses Netz genau zu prüfen und dann alles auf einmal an einem langen Wochenende rüber schalten auf die neue Verteilung. Danach das marode Zeugs zu entfernen damit niemand auf die Idee kommt das nochmal zu nutzen. Mit dem Vorteil der Störungsbeständigkeit. Das wäre allerdings sehr teuer!

Er überlegte nicht lange. „Was denkst du wenn es hier brennt und die Versicherung beweist mir Nachlässigkeit? Das wird dann auch ganz schnell eine strafrechtliche Geschichte. Mach es Ordentlich! Bestell was nötig ist, die Kosten rechnest du wöchentlich mit dem Vorarbeiter ab. Ich geb ihm Bescheid.“

Aha? Ein Mann ein Wort. Wir reden über zehntausende von Euro an Material und er braucht 20 Sekunden für eine Entscheidung. Keine 12 Bereichsleiter die erst den Abteilungsleiter fragen müssen und ein Sanierungskonzept zum erstellen eines Konzeptes erstellen und dann eine Präsentation zur Entscheidungsfindung abhalten. Mein verordnetes Konzept: Ordentlich! So ging ich in mein zweites Wochenende. Mit einem guten Gefühl im Bauch und schon einigen Überstunden am Konto.

Es ist toll wenn man am Abend nach Hause kommt, eine sympathische Frau und ein warmes Essen auf einen wartet. Dies sind anscheinend tief in uns verwurzelte Urtriebe? Warme Höhle, Feuer, Futterschüssel. In meinem Falle noch serviert von einer sichbar fröhlichen und ansprechenden Frau, die mich ehrlich interessiert über meinen Arbeitstag ausfragte. Natürlich stand auch erhebliche Neugierde dahinter, man braucht ja etwas um im Dorf tratschen zu können. Deswegen erzählte ich nur sehr Oberflächlich, aber auch diese Worte saugte sie mir von den Lippen ab.

Und plötzlich war es wie früher. Ich kam gerne nach Hause! Am Abend und an Wochenenden Mittags bekam ich eine warme Mahlzeit hingestellt. Wir sassen am Tisch und redeten in aller Ruhe über die wichtigsten Dinge. Genau das selbe Glücksgefühl überfiel mich wie damals, nur heute war es mehr personifiziert, gebündelter auf einen Menschen: Linda! Ich sah sie wieder täglich, erinnerte mich an all die schönen Erlebnisse aus meiner späten Jugend und für mich wirkte sie heute noch wie die liebste und schönste Frau der Welt. Ist sie tatsächlich nicht, aber zumindest als Frau immer noch ansprechend. Und von ihrer Liebenswürdigkeit hatte sie nichts eingebüsst. Das ist ein Zuhause! Heimat!

Ich sah sie inzwischen nur noch als Frau. Sie tat auch alles um mir das zu verdeutlichen. All ihre Garderobe war inzwischen sorgsam auf Figur geschneidert. Die Röcke flott gekürzt, ihre Knie sah man jetzt eigentlich immer. Oft hatten enge Röcke neckische Gehschlitze bekommen, entweder an der Rückseite, was sie gelegentlich dann mit einer Strumpfhose mit sichtbarer Naht betonte oder seitlich, was beim Sitzen sehr viel von ihren schlanken Beinen zeigte.

Linda ist jetzt nicht die Sexbombe. Aber in der Summe sind es die vielen kleinen Signale, die ihre Attraktivität so steigerte, ihre neue Lebensfreude ausstrahlte. Sie schminkte sich jetzt oft. Diskret, aber sie betonte ihre Vorzüge. Sie verwendete viel Zeit für ihre schönen langen Haare, pflegte die sehr Sorgsam und trug diese meist offen, was sie ebenfalls jünger wirken liess.

Linda trug auch zuhause flottes zierliches Schuhwerk, manchmal mit etwas Absatz. Hoch genug um elegant zu wirken, niedrig genug um nicht lächerlich zu wirken und auch mal länger getragen werden zu können. Man hörte das leise klappern und tackern der Absätze in der Wohnung und sah dadurch zwangsläufig immer wieder mal auf ihre Beine.

Auch bei Unterwäsche sortierte sie ihre ganzen alten Sachen aus. Ich gab fast die Hälfte meines Nettolohnes zum Haushalt dazu, denn ich hatte ja sonst keinerlei Ausgaben mehr. Keine Miete, keine Heizung, kein Strom und rundum Vollverpflegung. Natürlich verbrauchten wir das Geld nie, ich ermunterte sie deshalb vom Rest mal etwas an sich zu denken. Linda legte es eben oft an in Unterwäsche und regelmässigen Friseur, gelegentlich auch mal Kosmetikerin. Und was soll ich sagen? Es stand ihr wirklich gut! Mit ihr muss man sich öffentlich keinesfalls schämen.

Die Jahre vergingen rasend schnell. Inzwischen war ich in meinem Job gefestigt. Mein Chef schien zufrieden mit mir, was er durch weitreichende Freiheiten demonstrierte. Und ich kam nicht mal mehr auf die Idee dies auszunutzen. Inzwischen konnte ich viele Maschinen eigenverantwortlich bedienen, so dass ich flexibel und damit abwechslungsreich einzusetzen war. Mein Stundenlohn waren immer noch 16 Mark, jedoch bekam ich wie die anderen Arbeiter auch am Jahresende statt einem Weihnachtsgeld eine beachtliche Gewinnbeteiligung. Das konnte durchaus 2 bis 3 Monatsgehälter ausmachen und wurde sehr transparent abgerechnet. Das motiviert, da sieht man selber zu dass alles rund läuft. Die Kollegen zeigten Respekt.

Ich hatte meinen Platz endlich gefunden. Das mit Linda festigte sich immer mehr. Unsere Beziehung war voller Wärme und milder Erotik. Sie tat alles dazu dass ich mich mit ihr äusserst wohl fühlte. Zeigte mir deutlich dass ich ein Mittelpunkt in ihrem Leben bin. Mein Blick reichte immer weiter nach Vorne, ich begann mir längerfristige Gedanken zu machen und auch nachhaltiger darauf hin zu steuern. Ich wurde sozusagen zum Bausparer. Nicht tatsächlich, also bildlich gesehen.

Nach vielleicht 5 oder 6 Jahren beschloss das junge Paar nebenan zu heiraten und selber zu bauen. Wir überlegten lange ob Linda das neu vermieten sollte, vor allem fortan volle Miete dafür bekommen könnte oder ob wir es selber nutzen wollten, man müsste dazu nur eine der Wände im Flur wieder öffnen. Mit meinem vollen Einkommen war es in der Haushaltskasse keineswegs mehr knapp. Aber nur für uns brauchten wir nicht mehr Platz, das wäre Verschwendung gewesen und hätte auch nicht zu unserem bisherigen harmonischen Lebensstil gepasst. Viel Platz brauchen eigentlich nur Leute die sich aus dem Weg gehen wollen.

Nach ein paar weiteren Monaten, die Nachbarn waren eben in ein Häuschen im Neubaugebiet umgezogen und wir hatten uns immer noch nicht ernsthaft um Nachmieter bemüht, fragte ich Linda eines Abends beim Essen: „Wir hätten noch so viel Platz im Haus. Könnten wir nicht Pflegekinder aufnehmen? Es gibt so viele Schicksale da draussen, ich spreche aus eigener Erfahrung.“

„Ja, du hast Recht. Ich hätte Zeit dafür und es würde wieder etwas mehr Leben ins Haus bringen. Das war oft eine anstrengende Zeit, besonders anfangs mit dir, manchmal aber auch sehr harmonisch wie bei dir zum Schluß. Aber das Jugendamt vermittelt Kinder nur in geordnete Verhältnisse. An Ehepaare. Neuerdings auch an Paare die Eheähnlich leben, aber die sollten auch mindestens 20 Jahre und länger zusammen sein und schon eine Familie haben. Ich gelte als Witwe ja offiziell alleinstehend jetzt.“

Ich überlegte einen langen Moment. „Und wenn wir beide heiraten?“

Ihre Augen gingen ganz weit auf. „Danke für das Kompliment! Aber was willst du denn mit einer alten Frau wie mir? Der natürliche Lauf der Dinge wäre doch dass du eine eigene Familie gründest?“

„Darüber habe ich mir lange den Kopf zerbrochen. Auf dieser Erde leben eh schon viel zu viele Menschen, viel zu viele Kinder um die sich niemand kümmert. Familie ist nicht das was einen rechtlich auf dem Papier verbindet, Familie ist ein Lebensgefühl, Familie ist gemacht aus Vertrauen und Zuneigung. Und ich Liebe dich! Das ist keine teeniehafte Verknalltheit weil ich mal ran durfte. Ich empfinde eine tiefe menschliche Liebe zu dir.“

Linda fielen die Augen beinahe aus dem Kopf. „Junge, was sagst du da?“

„Hast du das nicht gemerkt? Wie gehen wir miteinander um? Wie leben wir zusammen? Wäre es nicht nur noch ein winziger Schritt weiter? Ich meine das Ernst. Das ist nicht nur eine Laune von mir, ich hatte oft und lange darüber nachgedacht. Du bist die perfekte Frau für mich. Meine beste Freundin, meine Mutter, meine Gespielin. Du gibst dich bedingungslos hin, der Sex mit dir ist Traumhaft. Es gab noch nie ein böses Wort zwischen uns. Wir würden auch nicht Heiraten um eine Familie zu gründen, sondern um jungen Menschen helfen zu können. Das wird kein grosses Bimborium mehr mit Kutsche und weissen Pferden. Ausser du willst das unbedingt. Es soll einfach unsere tiefe Freundschaft festigen und ordentliche Verhältnisse besiegeln.“

Linda senkte ziemlich aufgewühlt ihren Blick. „Danke für dein Vertrauen. Das kommt etwas unerwartet für mich, ich werde darüber nachdenken.“ Und nach einer verwirrt wirkenden Pause: „Marvin, lass uns schlafen gehen, ich bin Müde.“

Es war noch lange nicht an der Zeit zu Bett zu gehen. Im Hintergrund liefen im Fernseher gerade mal die Abendnachrichten. Aber ich ahnte schon warum es sie wirklich ins Schlafzimmer zog. Sie wollte etwas von mir, was weit aufregender wie der Abendkrimi sein kann. Vor allem seelisch verbindend und körperlich befriedigend.

Nach ihrem zweiten Orgasmus lagen wir eng umschlungen und schwitzend beieinander. Linda streichelte mich sanft und sah mich lange sehr ernsthaft an. Sie schien intensiv zu überlegen. Und plötzlich, unerwartet sagte sie sehr feierlich zu mir: „Marvin, ich will!“ Es war klar auf welche Frage das die Antwort war und Linda sagte das sehr bewusst zu mir.

Ich küsste sie lange. „Linda, du machst mich sehr glücklich damit! Lass uns die nächsten Tage dann mal in Ruhe überlegen wie wir das durchziehen wollen.“

Nach etwa sechs Wochen heirateten wir tatsächlich. Im ganz kleinen Rahmen, eigentlich war es fast nichts anderes wie ein Verwaltungsakt, als würde man einen Pass beantragen. Unsere Trauzeugen waren beide aus dem Kirchenchor, seitdem ich wieder hier lebte hatte ich praktisch einen identischen Bekannten- und Freundeskreis wie Linda. Ein grosser Vorteil für mich, denn es sind wirklich gute Menschen. Ihre langjährigen Freundschaften färbten so etwas auf mich ab.

Linda nähte sich selber dazu ein ganz besonderes Kleid. Es ist kein typisches Hochzeitskleid, einfach nur sehr festlich, man kann es auch gut zu einer Oper anziehen oder wenn man selber zur Hochzeit eingeladen wird und der Braut die Show stehlen möchte. Sie sah hinreissend darin aus. Vielleicht auch weil sie darin strahlte wie ein Leuchtturm. Würde sie keine Ohren haben dann hätte sie ringsum gegrinst. Für Linda war es mehr als nur eine kleine Hochzeit. Es war auch ein Statement für ihr weiteres Leben.

Noch vor wenigen Jahren hatte sie vorzeitig ihren Gatten unter die Erde bringen müssen. War dadurch seelisch komplett entgleist. Ihre existenzielle Grundlage stand urplötzlich auf dem Spiel, sie war so kurz davor auch noch ihre Wohnung zu verlieren. Und nun diese Wendung für sie.

Auch für mich war es eine Wendung. Wie ich damals hier her kam stand ich vor der Wahl: An einer Überdosis zu sterben, in ein dreckiges Messer eines Dealers zu rennen, mich mit einem geklauten Auto zu überschlagen, mir eine Kugel einer rivalisierenden Gang einzufangen oder irgendwas anderes in dieser Richtung, wobei Knast sicher noch das Harmloseste gewesen wäre. Otto und Linda haben mir durch ihre selbstlose Zuwendung erst das gute Leben ermöglicht, welches ich heute führen darf. Ich bin dieser Frau auch heute noch unendlich dankbar. Schliesst sich so der Kreis?

Dennoch spricht sich sowas am Dorf natürlich rasend herum. Seltsamerweise sagte niemand etwas wegen unserem Altersunterschied. Die Kollegen spotteten nicht, zumindest nicht offen mir gegenüber. Linda wurde aufrichtig beglückwünscht. Ich denke jeder der sie und ihr grosses Herz kannte freute sich mit ihr. Denn mittlerweile erfuhr ich im Ort auch sowas wie Respekt, war in der Gemeinschaft aufgenommen worden. Trotz meines für sie immer noch seltsam klingenden Dialektes.

Ab da konnte sich Linda auch wieder beim Jugendamt um Pflegekinder bemühen. Wir besorgten uns Möbel für die leeren Zimmer, ganz viele bekamen wir geschenkt. Viele sparsame Menschen reut es gebrauchte Möbel weg zu werfen, besonders wenn die noch in Ordnung sind. Sie geben diese aber gerne ab in gute Hände, wenn eine sinnvolle weitere Verwendung in Aussicht steht.

Ich musste unten im Flur nur eine Wand öffnen und eine zusätzliche Türe einsetzen, das war an einem Wochenende geschehen. Es entstand drüben wieder eine zweite Wohnung für einen eigenen Haushalt, nur halt speziell ausgelegt für sowas wie eine WG. Unter dem Dach gab es jeweils zu den Giebelenden hin zwei abgeschlossene ziemlich grosse Zimmer und neben der mittigen Treppe ein winziges Badezimmer. Im Erdgeschoß beim Eingang entstand ein Fernseh- und/oder Spieleraum. Der erste Stock reichte ja komplett noch über unsere Wohnung hinweg. Dort gab es zwei weitere kleinere Zimmer, das Hauptbad und die alles verbindende grosse Wohnküche.

Im Rahmen der fälligen kleineren Umbauten bot es sich an ein Zugangssystem zu installieren. Warum ich das machte? Einfach weil ich zufällig preiswert in einem Elektromarkt dran kam, wo ich eigentlich noch was anderes beschaffen musste. Ich verbaute das dreimal. Sowohl an der Verbindungstüre zwischen den Wohneinheiten als auch zur Haustüre nach vorne hinaus sowie bei unserer privaten Haustüre installierte ich automatische Türöffner, die konnten entweder durch eingabe mehrerer frei wählbaren sechsstelligen Codes an einer numerischen Tastatur oder durch einen Fingerprint-Leser geöffnet werden. Vorne hinaus, in der Gästewohnung funktionierte das beidseitig, also auch beim Verlassen der Wohnung.

Eigentlich um zu vermeiden dass man Schlüssel mit sich herumtragen, ausgeben oder verwalten müsste. So konnten von Gästen auch keine Schlüssel verloren werden. Zudem ist es sehr komfortabel, wenn man schwer bepackt nach Hause kommt, nicht umständlich nach einem Schlüsselbund suchen muss und nur mit einem beliebigen vorher abgespeicherten Finger die Haustüre öffnen kann.

Diese Technik hatte auch andere Vorteile: Man kann Berechtigungen vergeben. Für unseren Privatbereich zum Beispiel mussten ausschliesslich Linda und ich Zutritt haben. Aber überall, sinnvollerweise vor allem vorne hinaus konnten auch zeitliche Barrieren errichtet werden. Sollte also ein jüngerer Bewohner des Nachts ausserhalb seiner Berechtigung nochmal das Haus verlassen wollen so könnte er das nur durch die Türe machen wenn er Feueralarm auslöst. Oder durch das Fenster im Erdgeschoss klettern, was man durch spezielle Fenstergriffe, die nur ein Kippen zuliessen auch wieder behindern kann.

Es ging auch garnicht darum ein Hochsicherheitsgefängnis zu erschaffen. Oder wem nachzuschnüffeln. Aus eigener Erfahrung wusste ich dass man einen Menschen nicht halten kann wenn der nicht bleiben will. Und wenn er dazu aus dem ersten Stock an der Dachrinne hinab klettert. Auch Linda war der Überzeugung dass Vertrauen manchmal die bessere Kontrolle sein kann.

Wie damals zu Ottos Zeiten alles noch ein grosses Haus war mit nur einer Haustüre und das Familienschlafzimmer gegenüber der Eingangstüre lag gab es sowas wie eine natürliche Zutrittskontrolle. Denn Otto hatte wegen seiner Schichtarbeit zeitlebens einen leichten Schlaf.

Nun würden Gäste drüben eine relative Freiheit geniessen wenn Linda und ich in unserem Privatbereich waren. Es geht zunehmend auch darum Haftungsfragen auszuschliessen. Wir könnten zum Beispiel beweisen dass wir verhindern wollten dass Jugendliche nochmal zu später Nachtzeit zu i*****len Touren ausbüchsten. So traurig es klingen mag, auch diese Seite muss immer öfter beleuchtet werden.

Und tatsächlich zogen drüben nach und nach Menschen ein, im Haus wurde es lebhaft und voll. Vom Frauenhaus in der Stadt bekamen wir zwei Frauen vermittelt, die mit ihren jeweils eigenen Kindern auf der Flucht waren und vor ihren Ex-Partnern untertauchten. Die fanden prima im ausgebauten Dachboden Platz.

Dann kamen zwei Jugendliche dazu, die glücklicherweise nicht ganz so ein schlimmes Kaliber waren wie ich damals. Es fügte sich eine sozial hochinteressante Konstellation zusammen. Eine schräge Familie auf Zeit mit Linda als Managerin.

Linda hatte mit ihrer Erziehungs- und Sozialarbeit nun langsam einen Vollzeitjob, der sie sehr auslastete. Sie musste deswegen sogar ihren Nebenjob in der Gemeindebücherei weitergeben. Trotzdem versuchte sie gewissenhaft noch einen kleinen persönlichen Freiraum für uns als Paar aufrecht zu erhalten. Das ging auch recht gut, da wir unsere eigene Wohnung ja räumlich abgetrennt hielten. Zudem kam eine kleine liebenswerte Eigenart dazu: Je älter Linda wurde umso stärker prägte sich eine vorher nicht gekannte Eitelkeit heraus. Sie achtete sehr auf ihr Äusseres. Wegen mir? Optisch alterte sie kaum noch.

Unser Alltag veränderte sich stark. Linda kochte nun meist drüben. Begleitete auf Ämter, betreute Kinder. Die Jugendlichen oder die Frauen wurden wahlweise zu Küchen-, Haus- oder Gartendiensten eingeteilt, es sollte nicht der Eindruck eines Hotels entstehen. Dementsprechend ass ich auch meist drüben in grosser Runde. Oder unternahm in meiner Freizeit etwas mit den Jugendlichen. Zudem wurde ich wieder indirekt mit meiner Vergangenheit konfrontiert. Unsere beiden Jugendlichen versuchten es Anfangs genau wie ich damals, nur bei mir kamen sie nicht durch damit.

Ich kenne alle Tricks und Ausreden. Wirklich alle! Wie sie merkten dass ich sie tatsächlich verstehen konnte und nicht verurteilte, aber mich notfalls auch recht gnadenlos durchsetzen würde gingen sie den Weg des geringeren Widerstandes. Das bedeutet erstmal täglich in die Schule. Nach ein paar Monaten auch zur Jungfeuerwehr, fast die einzige Möglichkeit sich im Ort zu Vergnügen. Dort lernten sie Zusammenhalt und Verantwortung. Ab da merkte man fast wöchentlich die Veränderungen. Ich lachte still in mich hinein.

Auf sonntäglichen Ausflügen war mein kleiner Wagen jetzt immer Proppenvoll. Jenen Sonntag wollten wir zu einem Töpfermarkt, der in einer Touristengemeinde auf dem Gelände des örtlichen Flugplatzes abgehalten wurde. Die Jungs, die diesmal mit durften warteten schon ungeduldig vor der Garage, denn Linda und ich konnten uns nicht trennen.

Eigentlich sollte es nur ein schneller Quickie vor dem Gottesdienst werden. Linda vergass jedoch bei unserem ausufernden Liebesspiel sogar ihre geliebte Kirche, ich glaube das kam in ihrem ganzen Leben keine 5 Mal vor. Immer wenn sie aufstehen wollte gab es noch ein Küsschen. Nur noch bisschen Muschi lecken. Nur noch ganz kurz poppen. Nur noch einen ganz kleinen Höhepunkt…

Etwas gehetzt, Linda mit unordentlichen Haaren und ausnahmsweise mal ungeschminkt, öffnete wir das Garagentor. Ohne Frühstück. Wahrscheinlich ahnten die Jungs warum, zumindest grinsten sie sich heimlich an.

Wir fuhren etwa eine Stunde, grob in richtung Nationalpark. Es gab Flohmarkt, Künstlermarkt, Fressbuden und natürlich sahen wir auch beim Flugbetrieb zu. Linda staunte immer wieder wie ein Kind wenn sich die kleinen Fliegerle in die Luft erhoben oder sich mit quietschenden Reifen auf den Boden setzten.

Den Vorschlag für einen Rundflug mit einem der zahlreichen Fliegerle lehnte sie jedoch zuerst erschreckt ab. Man sah ihr ihre Neugierde durchaus an, aber auch ihre Angst. Mühsam und zäh überredete ich sie dazu bis sie schliesslich einwilligte. Unser ausgewähltes Teil war ein kleiner Zweisitzer. Linda sollte die erste Stunde unterwegs sein, ich die zweite, unsere Problemjungs die dritte und vierte Stunde, währendessen könnten die anderen jeweils am Markt umher stöbern. Danach wäre am Abend eh Schluss mit der Veranstaltung. Wir wurden alle auf einer Liste erfasst.

Ich erinnere mich auch genau an ihr Lachen, an ihren Stolz dass sie ihre Angst überwunden hatte wie sie in das kleine Flugzeug stieg. Wie ihr die Gurte angelegt wurden, wie sie erste Bilder mit ihrem Fotoapparat machte. Sie winkte mir begeistert als sie von der Startbahn abhoben, dann verschwanden sie, der leise brummende Punkt wurde am Horizont immer kleiner und ich kümmerte mich um unsere Mitreisenden, gab derweil eine Runde Bratwurst aus.

Nach etwa 45 Minuten bemerkte ich dass unter den Piloten eine hektische Unruhe ausbrach. Alle weiteren Rundflüge wurden abgesagt, mehrere Flugzeuge starteten fast gleichzeitig und flogen in die identische Richtung ab wo zuvor auch Linda mit ihrem Piloten aus meinem Blick entschwunden war.

Das erste mal wurde ich etwas nervös wie Linda nach eineinhalb Stunden immer noch nicht auftauchte, stattdessen ein Polizeiauto auf das Gelände fuhr und die Sherriffs auf den Turm hoch stiegen. Dann ging die Musik aus, die Ausflügler und Aussteller wurden über Lautsprecher gebeten die Veranstaltung zu Beenden und nach Hause zu gehen.

Nach zwei Stunden stieg ich auch auf den Turm. Wurde zuerst von einem Polizisten zurück gedrängt, aber weil ich penetrant nicht nachgab dann doch gefragt was ich wolle. Wie ich meinen Nachnamen nannte wurde es im ansonsten hektischen Turm plötzlich gespenstisch still und alle starrten mich an. Der drängelnde Polizist wurde auf einmal sehr mitfühlend und führte mich die Treppe hinunter. „Das Flugzeug wird vermisst! Es wird gerade intensiv danach gesucht. Bisher konnte der Pilot weder über Funk noch über Handy erreicht werden. Aber das muss nicht unbedingt etwas bedeuten.“

Ich nahm mein Mobilphone raus und rief Linda an. >Der Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar<. Ich sah den Sherriff entgeistert an. „Und jetzt?“

„Am besten sie geben mir ihre Telefonnummer und fahren nach Hause. Haben sie es weit? Ich melde mich sofort bei ihnen wenn ich was genaueres weiss.“

Wie ferngesteuert ging ich zu den Jungs, sammelte sie ein, musste sie leider vom balzen bei gleichaltrigen Mädchen loseisen. Wir gingen zum Wagen. Alles um mich herum verschwand in einem diffusen Nebel, jeder Blick und jedes Geräusch erreichte mich wie durch Watte. Ich fragte den grösseren der beiden: „Kannst du fahren?“ Reichte ihm den Wagenschlüssel. Er antwortete nur: „Klar kann ich fahren, aber ich darf noch nicht. Du sagst immer…“

„Egal! Die Sherriffs haben jetzt was anderes zu tun. Ich kann nicht fahren.“ „Und wo ist Linda?“

„Die kommt später nach.“

Verdächtig routiniert wurden wir von dem Jugendlichen Heim chauffiert. Ich schaltete den Fernseher ein um mich etwas abzulenken, sah allerdings um 17 Uhr die Nachrichten. Dort zeigten sie mit einer wackeligen Luftaufnahme ein rauchendes Wrack im Wald an einem Berghang. Blablabla… die Rettungskräfte konnten noch nicht vordringen, Blablabla…

Mein Telefon klingelte immer wieder, hörte einfach nicht auf. Ich warf es mit Kraft gegen die Wand. Ruhe. Irgendwann später läutete es ständig an der Haustüre. Es war mir egal. Irgendwie standen plötzlich Leute um mich herum, der jugendliche Fahrer stand als erstes bei mir. „Wie kommst du hier rein?“ Fragte ich barsch.

Er grinste mich nur entschuldigend an und zuckte mit den Schultern. Ich ahnte etwas, er hatte eine ähnliche Vergangenheit wie ich. Im Schlepptau zwei Uniformierte und ich erkannte den indischen Pfarrer aus dem Nachbarort. Der sprach die ganze Zeit leise auf mich ein. Auch das war mir egal. Es kam noch wer anderes, ich spürte einen Einstich in meine Armbeuge und kurz darauf wurde es dunkel um mich herum.

Ich träumte von Linda. Von ihrem verschwitzten erschöpften Gesicht am Morgen nach ihrem Höhepunkt und von ihrem begeisterten lachen und winken beim Start. Und ich sah Otto. Er sagte etwas zu mir was ich nicht verstand, nahm Linda bei der Hand, küsste sie an die Wange wie er es früher immer getan hatte und führte sie fort. Sie gingen in den Wald. Wurden immer kleiner, verschwanden schliesslich zwischen den Bäumen. Und ich fühlte eine unsägliche Einsamkeit in mir aufsteigen.

Irgendwann wurde die Dunkelheit um mich herum etwas lichter. „Ich muss in die Arbeit!“ Sagte ich aus meinem Gedankennebel heraus und wollte mich mühsam aufrappeln.

Ich erkannte diffus die Stimme einer der schutzbedürftigen Nachbarinnen von drüben, Daniela sagte: „Wir haben deinen Chef informiert. Er meint du sollst erst wieder kommen wenn es dir besser geht.“ Dann stach wieder etwas in meinen Arm und es wurde erneut dunkel. Aber so sehr ich mich anstrengte, ich konnte keinen Gedanken mehr zu Linda aufbauen. Nicht in diesem Traum.

Keine Ahnung wann ich das erste Mal wieder richtig zu mir kam. Die von drüben hatten was gekocht, Daniela holte mich, ich schleppte mich in die Küche. Alle waren da. Keiner sagte was, aber sie waren da. Ich sah auf die Uhr. Murmelte: „Ich werde zu spät kommen!“ Ging duschen und fuhr dann wie immer mit dem Rad zur Arbeit. Dabei war bereits Mittag durch.

Ich stieg auf einen Gabelstapler und begann Lastwagen abzuladen. Das ist eine gute Arbeit. Man hat seine Ruhe, muss mit niemandem reden. Einerseits muss man sich konzentrieren, andererseits läuft vieles automatisiert in einem ab. Ich fuhr wieder nach Hause wie kein Lastwagen mehr da war. Dort bekam ich in der Küche drüben was zum essen und Daniela blieb neben mir sitzen. Sagte auch nichts, war einfach da.

So ging es die folgenden Tage und Wochen weiter. Nur einen Tag wunderte ich mich dass keine Lastwagen kamen. Es war Sonntag. Aber mit jedem Tag wurde es einfacher. Die Arbeit zwang mich in meinen alten Rhythmus zurück. Ich musste mich auf was anderes konzentrieren, hatte eine Aufgabe.

Bald schon musste ich all meine Kraft wieder bündeln um die Jungs etwas einzubremsen, denn sie fühlten sich unbeobachtet und fingen an ihre Grenzen auszuloten. Daniela schien zwar etwas die ordnende Rolle der Anführerin eingenommen zu haben, aber mit den Jungs war das nicht so einfach. Die verstanden zu der Zeit nur knallharten Druck.

Das Begräbnis hatte ich leider im Koma verschlafen, dieses wurde vom Kirchenchor organisiert. Man sah es mir nach. Die Frau vom Chef erzählte mir später mal alle Details. Im Grunde war es nicht mehr wichtig. Ich ging auch nicht zum Grab. Otto und Linda waren wieder vereint und ich hatte eine Aufgabe zu erledigen. Das Leben ging weiter und nebenan wohnten Menschen die indirekt auf mich angewiesen waren. Die hatten alle selber genug Probleme, jeder trug sein grosses Päckchen mit sich, die darf ich nicht auch noch mit meinem Zeugs belasten.

Es gab später viel Schreibkram zu erledigen, es blieb ja einiges liegen. Viele Sachen wusste ich nicht von Linda, obwohl wir so eng miteinander zusammen lebten. Wieder war es Daniela die mir unter Tags viel Arbeit von den Schultern nahm. Manchmal hatte ich auch bei ihr das Gefühl, dass sie drüben mit ihrem Kind ihren Platz gefunden hatte. Auch eine Aufgabe. Und vielleicht zum ersten mal im Leben so etwas wie Sicherheit und Freiheit.

Wieder verging die Zeit rasend schnell. Ich funktionierte. Stürzte mich in Arbeit und Aufgabe. Begann zu kämpfen. Weil ich ja jetzt nicht mehr in einer geordneten Lebensgemeinschaft lebte fehlten die Voraussetzungen für eine Pflegschaft. Aber niemand wollte weg. Daniela organisierte sowas wie einen kleinen Aufstand mit den Bewohnern. Sie rannten den Behörden empört die Türen ein und erwirkten tatsächlich eine einstweilige Ausnahmegenehmigung für ein halbes Jahr. Danach sollte jedes weitere halbe Jahr eine Sozialarbeiterin beurteilen wie sich die schräge Wohngemeinschaft entwickelte und die Ausnahme könnte schrittweise verlängert werden.

Diese Aktionen schweisste die Gruppe unglaublich zusammen. Die Erkenntnis dass man zusammen stark war, zusammen etwas erreichen konnte. Nur zusammen als Gruppe funktioniert. Die Jungs merkten dass es nun von ihnen abhängen würde, wie sie sich benahmen. Die Frauen waren nicht auf sie angewiesen, diese waren alt genug und dürfen ihren Aufenthalt frei bestimmen. Dennoch lehnten sie sich für die Jungs weit aus dem Fenster und übernahmen Verantwortung. Besonders Daniela. Immer wieder Daniela. Ihr hätte ich es anfangs am wenigsten zugetraut, sie versank die ersten Wochen nach ihrer Ankunft schon sehr im Selbstmitleid. Und nun das?

Die zweite Frau zog mit ihren beiden Kindern auf einen Bauernhof in der Nähe. Das war zu erahnen gewesen, sie hatte sich länger schon immer wieder mal mit Karl getroffen. Ging ja auch sehr praktisch, weil in unserer Unterkunft immer wer zum Babysitten da war. Nun wollen sie es richtig miteinander probieren. Sie ging mit einem lachenden und einem weinenden Auge, vergewisserte sich mehrfach ob sie wieder kommen dürfte wenn es nicht funktioniert. Aber da konnte ich sie beruhigen, jeder der Karl kannte wusste dass der so froh war eine Frau gefunden zu haben, der würde alles für sie machen. Wir wünschten ihnen wirklich alles Gute.

So kam es dass ich immer mehr mit Daniela zu tun hatte. Sie hielt unter Tage die Jungs etwas in Schach, leitete sie an, kontrollierte Hausaufgaben. Schrieb mit dem Grossen Bewerbungen, am Ende des Schuljahres würde er hoffentlich eine Lehrstelle finden. Alternativ müsste er eine weiterführende Schule besuchen, aber ich merkte instinktiv dass dies nicht sein Ding wäre. Ich rief deshalb aus einem inneren Impuls in meiner alten Firma in Augsburg an. Die halten regelmässig wenige Plätze für, naja, sozial problematische Jugendliche bereit. Die ältere Personaldame erinnerte sich tatsächlich noch an mich und meinte ich solle die üblichen Unterlagen zusenden.

Auf blöd fragte ich noch am Telefon: „Erinnern sie sich dann auch an Otto Sowieso?“

Die Dame meinte: „Erinnern jetzt konkret nicht, aber der Name sagt mir etwas. Ich denke das war vor meiner Zeit hier. Das muss einer der ersten Absolventen dieses Programms gewesen sein.“

Aha! Nun erklärte sich rückwirkend so manches für mich.

Daniela und ich kochten meist gemeinsam am Abend, sassen mit den Jungs noch lange drüben in der grossen Küche und überlegten zusammen wie es weiter gehen könnte, wenn sie nicht gerade im Ort unterwegs waren beim baggern und balzen. Regelmässig machten wir auch gemeinsame Ausflüge. Jedesmal mit Daniela, beim Nachwuchs mit wechselnder Besetzung, wer halt alles ins kleine, inzwischen ziemlich klapprige Auto passte. Ich merkte wie ihre Tochter einen Draht zu mir fand. Die war aber auch wirklich süß!

Auch die Mutter wurde mir menschlich immer sympathischer. Obwohl Daniela der innere Zwiespalt anzusehen war. Daniela ist keine schöne Frau in klassischem Sinne. Dazu läuft sie im Alltag immer etwas zu nachlässig herum, als wolle sie Männer vorsätzlich abschrecken. Strähnige ungeschnittene Haare, abgetragene unpassende Kleidung, schwarze Mitesser in der Nase. Sportschuhe, die an den Füssen festgewachsen schienen. Für eine Frau ist sie relativ gross, in der weiten Kleidung lässt sich ein dürrer, schlacksiger Körper vermuten.

Aber dennoch hat sie was. Je mehr sie aus sich heraus fand umso mehr erkennt man ihre verborgenen Schätze. Sie hat ein gutes Herz, setzte sich schon energisch für andere ein. Zum Beispiel hat sie sehr schöne Zähne und ein nettes Lachen. Nur sah man das leider viel zu selten bei ihr. Und irgendwie konnte man eine sorgsam verborgene Sehnsucht nach Harmonie bei ihr erahnen, aber sie wagte es nicht mehr darauf zu hoffen.

Daniela ist so ganz grob etwa mein Alter. Sie kommt auch aus einem schwierigen Umfeld, hatte deshalb mehrere Ausbildungen abgebrochen. Dann rutschte sie in eine noch problematischere Beziehung, von der ich nur aus dem Memorandum des Frauenhauses erfuhr. Sie selber erzählte nie etwas davon. Die Tochter ist noch zu klein um sich so wirklich an ihren Vater erinnern zu können. Bezeichnend jedoch war dass das Kind nie nach dem fragte.

Ich weiss nicht wie es kam. Es ging auch eindeutig von Daniela aus. Nur unendlich langsam näherten wir uns an. So eigentlich verband uns vor allem ihre kleine Tochter, die sehr offen auf mich zu ging. Sie wurde von Beginn an zum Sonnenschein in unserem Haus, sogar die sonst immer so auf Coolness bedachten Jungs alberten ständig mit dem Mädchen umher oder passten freiwillig auf wenn Daniela mal unterwegs war. Die Kleine könnte wohl demnächst in den Kindergarten kommen. Hier im Ort? Offiziell hat Daniela keinen festen Wohnsitz, um in keinem Melderegister aufzutauchen. Da schlummert wohl noch so einiges in ihrem Hintergrund, was ein Normalbürger nichtmal erahnen kann?

Der kleinere der Jungs bekam beim letzten Besuch der Sozialarbeiterin eine sehr gute Sozialprognose ausgestellt. Er hatte inzwischen seine Aggressionen gut unter Kontrolle, brauchbare schulische Leistungen und hielt sich weitestgehend von allen Schwierigkeiten fern. Wie er sich das letzte mal prügelte ist er für jemanden schwächeren in der Schule eingetreten. Sowas kann man notfalls nachsehen. Zu unserer Überraschung fügte die Sozialarbeiterin am Schluss an: Es meldete sich dessen Grossmutter beim Jugendamt. Wenn der Junge zu zähmen wäre dann könnte er wieder bei ihr leben. Wir teilten nach Beratung dem Jungen diese Möglichkeit mit, überliessen ihm jedoch die Entscheidung. Er bliebe willkommen bei uns. Dennoch hatte er schwer daran zu knabbern.

Der Grosse bekam tatsächlich eine Lehrstelle in Augsburg. Als Industriemechaniker. Ich wollte ihn nicht mit dem Bus und der Bahn weg schicken. Nahm mir extra einen Tag Urlaub, fuhr ihn am 31. August selber nach Augsburg mit dem Wagen, wollte zugleich sehen ob ich meine alten Kumpels nochmal treffen könnte. Die waren inzwischen leider alle irgendwohin weg gezogen. Klar, sind ja auch schon etliche Jahre dazwischen.

Ich zeigte dem Grossen das Strassenbahn- und Busnetz, den Weg zu seinem Arbeitsplatz, kaufte eine Monatskarte für ihn, zeigte wo die Behörden sind die für ihn massgeblich wären, erklärte ihm wie man in einem Arbeiterwohnheim die erste Zeit bestehen kann ohne seelische Schäden davon zu tragen. Drückte ihm 200 inzwischen Euro als Taschengeld in die Hand bis sein erstes Gehalt als Azubi käme. Mahnte ihn nochmal eindringlich seine Chance nicht zu verkacken. Der Abschied fiel uns beiden schwer. Ich wusste nur zu genau was jetzt auf ihn zukommen würde, für mich fühlte es sich in diesem Moment tatsächlich an als wäre es gestern gewesen.

Zwei Wochen später verliess uns der Kleinere ebenfalls. Er vermisste seinen „grossen Bruder“ sehr. Er zog tatsächlich zu seiner Grossmutter, am anderen Ende von Bayern, so könnte er zum neuen Schuljahr direkt in die neue Klasse wechseln und hätte dadurch möglichst wenig Reibungsverluste.

Und jetzt? Daniela und ich sassen am Abend nach meiner Arbeit wie so oft in der riesigen Küche. Im Haus herrschte gespenstische Ruhe, nur der kleine Sonnenschein tobte durch die verlassenen Räume. Fehlten eigentlich nur noch Kugelbüsche, die vom Wind über den Flur getrieben wurden. Staubflusen gab es schonmal genug.

Daniela sprach als erste die Situation an. „Unheimlich hier, nicht? Wenn man die Überfüllung von früher noch kennt? Jetzt erst merkt man wie riesig groß das eigentlich ist? Haaallloo Eeeechooo!“ Blödelte sie.

Die Kleine kam angesprungen. Hatte irgendeine Basecap gefunden, die ihr natürlich viel zu Groß war und ihr die Augen verdeckte. Sie stolperte deshalb fast über ihre eigenen Füsse. Sie zupfte mich am Ärmel und fragte: „Aber du bleibst jetzt schon da? Oder gehst du auch noch?“

Daniela gab ihrer Tochter die Antwort: „Nein, Marvin wird bleiben. Eher müssen wir fragen ob wir bleiben dürfen?“

„Also ich gehe hier nicht mehr weg!“ Krähte sie fröhlich und voller Überzeugung. Wir mussten herzhaft lachen. Das steht Daniela wirklich gut!

„Und ich gehe nochmal eine Stunde an die frische Luft!“ Sagte ich und stand auf. Aus irgendeinem Grunde schlug ich den Weg ins Nachbardorf ein. Stand nach 2 Kilometern plötzlich vor der Kirche, faktisch der inoffizielle Zweitwohnsitz von Linda über viele Jahrzehnte. Ich mag Kirchen nicht. Friedhöfe schon garnicht. Dennoch trat ich durch das geschmiedete Eisentürchen. Ungefähr ahnte ich wo Otto und Linda liegen.

Das war das erste Mal nach über zwei Jahren dass ich zum Grab ging. Ein trüber wolkiger Tag, teilweise mit Nieselregen, die Dämmerung war auch nicht mehr so wirklich weit. Das Grab wirkte auffallend gepflegt obwohl ich zu meiner Schande nie etwas dazu tat. Jemand hatte am Grabstein ein Foto der beiden in einem Glasrahmen befestigt, inzwischen leicht verblasst. Otto und Linda blieben anscheinend auch anderen Menschen in guter Erinnerung?

Denn ich war tief gespalten. Rein rechtlich gehörte mir nun das Haus. Aber es war nicht mein Haus. Es war immer das Haus von Otto und Linda geblieben, ich war nur zu Besuch geduldet. So empfand ich es seit Linda nicht mehr da war. Seither war ich auch nur beschäftigt für den Moment irgendwie zu funktionieren, hatte mir nie Gedanken gemacht wie es weiter gehen sollte.

Eigentlich fühlte ich mich wohl. Hatte einen guten Job. Fand wenige aber sehr gute Freunde, zu denen inzwischen auch unbestritten Daniela gehörte. Meine Wohnsituation ist auch sehr gut, für meine Abstammung regelrecht luxuriös. Aber dürfte ich wirklich in diesem Haus bleiben? Und wie sollte es nun weiter gehen?

Ich stand seitlich des Grabes, murmelte mehr zu mir selber: „Bitte gebt mir einen letzten Rat. Helft mir noch einmal bei meiner Entscheidung. Was soll ich jetzt machen?“

Ich stand einfach nur da und starrte auf das Foto. Das war noch aus früheren Jahren, bestimmt sogar noch vor meiner Zeit. Aber man erkannte sie eindeutig darauf. Mich fröstelte. Ich hätte eine Jacke überwerfen sollen. Erinnerungen aus meiner Jugend waberten durch meinen Kopf. Das Angeln mit Otto. Mein selbstgebautes Fahhrad. Die neue Schule wo ich anfangs wegen dem bellenden Dialekt kein Wort verstand und alle glaubten ich sei Doof. Keine Ahnung wie lange ich so stand.

Langsam verschoben sich die Wolken etwas gegeneinander und ein letzter Sonnenstrahl quetschte sich vorbei. Der Sonnenstrahl traf genau auf das Foto und für einen Moment schien es tatsächlich als würden sie mich beide gütig anlächeln. Bilde ich mir das schon ein? Aber in diesem Moment kochte auch eine seltsame Gewissheit in mir hoch. Ein Entschluss festigte sich. Ich begann ein Ziel für mich zu erkennen. Eine undefinierbare Wärme breitete sich in meinem Körper vom Herzen kommend aus. Und genau in dem Moment wo ich diese bestimmende Gewissheit fühlte schoben sich die Wolken auch schon wieder übereinander und das trübe Grau bekam endgültig Oberhand.

Ich war Sprachlos. Verdutzt. Hatte ich das jetzt wirklich gesehen? Oder spinne ich? Aber das Gefühl in mir war nicht zu Leugnen. Nicht nur ein Gefühl, es war eine tiefe Überzeugung. Dazu ein schwerer Anfall von Demut. Ich bin kein gläubiger Mensch, aber das sind so Momente wo selbst ich zu zweifeln begann.

Ich verabschiedete mich innerlich von Otto und vor allem von Linda. Endgültig. In Gedanken beichtete ich dass ich nicht mehr kommen wollte. Ich werde ihr Andenken für immer im Herzen behalten, mich gerne dankbar zurück erinnern und nach ihren Prinzipien leben, aber fortan muss ich nach Möglichkeit nach Vorne sehen. Das Leben geht weiter und muss gemeistert werden. Leben!

Mit beschleunigtem Schritt ging ich zurück. Betrat die Nebenwohnung von der Garagenseite her. Ging die breite Treppe nach oben, das Laminat der Stufen hatte unter unzähligen Füssen schon sichtbar gelitten. Hörte Daniela in der Küche rumoren. „Ach, Marvin! Hast du auch Hunger? Setz dich doch noch etwas zu uns!“

Ich blieb jedoch stehen. Sah Daniela sehr ernst an. Suchte im Kopf passende Worte zusammen. Es sollte keinesfalls so aufgefasst werden können als wolle ich jemanden unter Druck setzen.

Daniela stellte sich vor mich, sah mich fragend an. Sie spürte wohl dass mich etwas belastete. Wie immer in letzter Zeit. Wieder zeigte sich ihre sensible Ader. Stockend fing ich an: „Daniela, würdest du mit deiner Tochter für immer hier bleiben wollen? Du könntest meinen Namen annehmen, dann kannst du dich auch gefahrlos offiziell anmelden und die kleine in den Kindergarten und später zur Schule schicken. Wir bauen das hier für eine Familie um, hier ist genügend Platz um sich aus dem Weg zu gehen, egal wie wir künftig zueinander stehen werden. Und ich vermiete die kleinere Wohnung drüben, das erinnert mich ständig einfach zu sehr an Linda. Ich muss nach Vorne sehen. Die Miete spenden wir ans Kinderheim, ich will das Geld nicht, es gehört mir einfach nicht.“

„Ja Wow! Jetzt bin ich echt baff! Aber wie soll das gehen, deinen Namen annehmen?“ Fragte sie verwundert. Ich gab keine Antwort darauf. Liess die Frage einfach stehen, für sich wirken. Auch bei ihr arbeitete es im Kopf erkennbar. Schliesslich antwortete sie zögerlich: „Ich weiss nicht ob ich das jetzt richtig verstanden habe. Ich verstand deine Worte, hadere aber noch mit deren Bedeutung. Ich werde dir Linda nicht ersetzen können. Diese Frau war einmalig. Sogar für mich. Was meinst du also genau?“

„Du bist mein bester Freund im Leben. Und ich mag die Kleine. Lass uns diese Wohngemeinschaft fortführen. Lass es uns versuchen ohne irgendwelche Ziele festzulegen. Ich biete dir die Möglichkeit dein Leben zu ordnen ohne Hintergedanken oder Bedingungen. In meinem Leben hatte ich mehr Glück als was ich jemals verdient hätte. Lass es uns teilen und sehen was passiert, bevor es mich verlassen sollte. Sonst nichts.“

Wieder blickte mich Daniela lange an. Trat dann nah auf mich zu, nahm meine hängenden Hände in die ihren, lehnte mit geneigtem Kopf ihre Stirn an meine. Fast berührten sich unsere Nasen. Ich spürte ihren warmen Atem in meinem Gesicht, sie roch ein wenig nach Emmentaler. So eine körperliche Nähe ist für sie schon revolutionär. „Irgendwie höre ich Linda aus deinem Mund sprechen.“ Und nach einer längeren Pause: „Lass es uns versuchen. Danke Marvin!“

Daniela löste sich, drehte sich um und begann nachdenklich weiter zu kochen. Und wieder hatte ich das unbedingte Gefühl etwas richtiges getan zu haben. Die Kleine kam um die Ecke gewetzt und zog mich an der Hand. „Marvin, hilfst du mir mal bitte?“

„Aber natürlich, Kleines. So oft du mich im Leben noch brauchst!“

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