Die Schule und die Little Angel

Mia blieb an dem Abend noch ziemlich lange bei den Heinzels. Es gab viel zu erklären. Irgendwann auf der Hälfte sagte Jens Heinzel Mia auf den Kopf, dass er wüsste, dass sie dealte und fragte, ob ihr Vater das auch wüsste. Darauf hin zog sie eine der Tüten heraus und schüttete den Inhalt auf den Tisch.

„Bist du verrückt?“ motzte Nicole los. „In dieser Wohnung leben meine Kinder.“
„Die von diesem Zeug genauso wenig High werden können wie ich oder sonst wer. Aber es hilft exzellent bei Erkältungen oder wenn man sehr Müde ist. Es funktioniert auch gut als Badezusatz.“

Nicole starrte auf das Pulver.

„Das ist kein Koks?“
„Ich bringe es unter der Bezeichnung Sina Wight unter das Volk. Die meisten denken, es ist Koks. Man kann auch nach dem Kick, den eine konzentrierte Ladung Minze erzeugt, abhängig werden, aber man ist bei weitem nicht so benebelt wie nach Koks.“
„Und warum kommt dann Frank Snowmen zwei Mal die Woche zu dir?“
„Das ist sein Name? Er denkt, ich verticke sein Koks. Aber wir ersetzen es. Wir wollen die Kinder, die er bei sich hat, befreien. Eines davon ist uns zugelaufen und hat uns überhaupt erst nach Berlin geführt. Es war in keinem guten Zustand. Zwei haben wir bisher, aber wir sind noch nicht all zu tief eingedrungen.“
„Und wie wollt ihr dort eindringen? In dem du dealst?“
„So war der Plan.“
„Der könnte nach hinten losgehen, vor allem wenn du dein Soll nicht erfüllst. Er hat die Angewohnheit, Versagern Teile abzuschneiden und sie seinen Hunden zu geben.“

Mia zitterte und musste an die Drohung mit ihren Nippeln denken.

„Was hat er von dir verlangt?“
„Tausend Einheiten in dreißig Tagen. In zehn Tagen läuft meine Frist ab und ich habe noch über 400 Einheiten. Er lässt mich beschatten, deswegen kann ich nicht einfach so tun, als wenn ich sie verkauft hätte.“

Nicole sah sie aufmerksam an.

„Kannst du etwas Wirkungsvolleres als das beschaffen? Etwas, das wie Methadon oder so wirkt?“
„Ich denke, das kann ich besorgen. Woran denkst du?“
„Ich denke daran, dass dieser Block dein größter Abnehmer werde kann. Bisher war es so, dass ein Handlanger von Wagnoswski die Drogen hier im Block verkauft hat. Aber der ist seit zwei Wochen nicht mehr aufgetaucht. Natürlich haben die Junkys alle mehrere Dealer, aber wenn sie für den Stoff den Block nicht mehr verlassen müssen, dann wären sie wieder glücklicher. So um die fünfzig Einheiten pro Tag wirst du hier bestimmt los. Vor allem, wenn wir für dich ein gutes Wort einlegen.“

Mia schaute nun Nicole ernst an. Nicole zuckte mit den Schultern.

„Wir kennen jeden hier im Block, wir kennen alle Geschichten. Mein Mann ist der Hausmeister. Wir leben am längsten in diesem Block.“
„Generation eins“, sinnierte Mia.
„Das eher nicht. Zumindest nicht, wenn du damit Neverland meinst. Nur die ersten, für die sich Wagnoswski eine Zweitverwertung hier her geholt hat. Eigentlich ist dieser Block das größte Bordell der Stadt. Nur dass alle Nutten in diesem Haus bis auf die von den Rockern oben im Hotel freischaffend sind.“
„Die Nutten im Hotel sind meine Rückendeckung.“
„Warum wundert mich das jetzt nicht.“
„Wir brauchten einen logischen Grund für Zuhälterkarren in der Tiefgarage.“
„Und die ganzen Gäste, die da immer wieder hochfahren?“
„Gehören alle zur AG.“
„Clever. Aber vielleicht kannst du da noch mehr daraus machen. Auch Rocker nehmen Drogen.“
„Diese nicht.“
„Aber weiß das Frank?“

Mia nickte. Auf die Idee war sie noch nicht gekommen. Eine kleine clevere Drogendealerin, die sich an Rocker als Kunden heran wagte, das war allen zu unglaubwürdig erschienen. Aber wenn jeder in diesem Block mit zog … Mia bekam die Hoffnung, dass sie es wirklich hin bekommen könnte. Aber da waren immer noch die Spitzel von Frank Snowmen.

„Über die musst du dir nicht so viele Gedanken machen, es sind nur zwei“, stellte Jens fest. „Wir sagen dir, wer es ist. Dann kannst du sie in deine Show einbeziehen.“
„Ist einer dabei, der halbwegs ansehnlich ist?“, wollte Mia wissen.
„Warum?“
„Weil mich mein Freund wegen dieser Sache verlassen hat und ich total untervögelt bin, darum.“

Eine Stunde später klingelte Mia bei einem zittrigen und pickeligen zweiundzwanzig jährigen, der die ansehnlichere Hälfte der Spitzel des Drogenbosses darstellte. Als er die Tür öffnete, drängte sie ihn einfach in seine Wohnung, ohne dass er sich groß wehren konnte.

„Ich weiß, dass du mir jeden Tag auf meinen Arsch schaust, wenn ich das Haus verlasse. Ich wollte dir die Gelegenheit bieten, in dir von Nahen an zu schauen.“

Sie ging vor zu seinem Wohnzimmer, dass vor Dreck, Pizzakartons und Energiedosen quasi ausgefüllt war. Der einzige Ort, der halbwegs ordentlich war, war der Bereich vor den beiden Bildschirmen. Er war definitiv spielesüchtig. Wahrscheinlich nahm er die Drogen, um Nächte lang durch zu zocken.

„Sie befreite das Sofa von dem Unrat und wusste schon nach kurzer Zeit, dass sie nach diesem Akt mindestens eine Stunde duschen musste, um den Anhaftenden Dreck wieder los zu werden. Sie zog sich aus und warf ihre Sachen auf den wackeligen Stapel von Pizzakartons neben seinem Computer.

„Kein Küssen und kein Blasen. Und ich bin oben, klar so weit?“
„Äh … ja?“
„Ausziehen kannst du dich aber schon allein oder brauchst du da auch Hilfe?“
„Äh … Nein!“

Mia stand nackt bis auf ihre Socken vor ihm und er bekam eine richtig rote Bombe. Dann begann er sich aus zu ziehen und an seinem Glied konnte man sehen, dass Mias Erscheinung ihn erregte. Als er sich ihrer Meinung nach genug von seinen Kleidern befreit hatte, schubste Mia in aufs Sofa und holte ein Kondom und ein Tütchen Sina Wight heraus.

„Das geht aufs Haus“, sagte sie . „Aber ich will richtig abgehen.“

Sie legte ihm das Kondom an und setzte sich sofort drauf. Langsam begann sie sich auf ihm in Stimmung zu bringen. Sie ließ ihre Hüfte kreisen, damit er so richtig in ihrer Grotte entlang rieb. Danach ritt sie ihn so richtig, ließ ihn immer fast aus ihr springen, bevor sie sich selber auf ihm Pfählte. Als sie fast auf ihrem Höhepunkt war, schüttete sie etwas von dem Pulver auf ihren Nagel und hielt es ihm unter die Nase.

„Zieh“, befahl sie und er folgte ihren Anweisungen. Er bekam sofort tränende Augen. Sie selber häufte sich zwei größere Haufen auf den Handrücken und zog sie voll weg um dann anschließend wie in Extase auf ihm abzureiten. Und selbst als sie kam und sich kaum noch gerade halten und am ganzen Körper zu zucken begann ritt sie ihn noch, bis sie erschöpft ihre Hände auf seiner Brust abstützte.

„So, wenn dir das gefallen hat, dann haben wir ab sofort einen Deal. Du wirst mir jetzt immer sagen, wenn Frank hier im Block auftaucht. Wenn du das machst, bekommst du von mir jeden Tag eine Extradröhnung frei Haus. Und von Zeit zu Zeit einen Fick.“

Mia wartete die Antwort nicht ab, sondern warf sich nur schnell ihre Bluse über, bevor sie mit ihren Sachen die Wohnung verließ und ein Stockwerk tiefer bei den Heinzel klingelte. Als Nicole sie sah, zogen sie die Augenbraue hoch.

„Ich brauche sofort eine Dusche“, sagte Mia und eilte an ihr vorbei in die Wohnung. Sie achtete nicht auf die Kinder sondern verschwand sehr schnell im Bad.
„Wer war die halb nackte Frau?“, wollte der älteste von Nicole wissen.
„Das ist eure neue Tante Mia“, versuchte sich Nicole raus zureden. „Sie hat mal wieder ihren Schlüssel beim Joggen vergessen.“

Am Wochenende stand wieder der Mann, von dem sie jetzt wusste, dass er Frank Snowmen hieß und nicht nur wegen ihr sondern auch wegen einem billigen Fick für ein bisschen Dope im Haus war, in ihrer Tür und sammelte wieder ihr ganzes Geld ein. Er war allerdings darüber erstaunt, wie viel es war.

„Hast du eine lukrative Absatzmöglichkeit aufgetan?“
„In der Tat. Sie sitzt in diesem Haus ganz oben. Und sie stehen auf deinen Stoff.“
„Die Rocker …“
„Eigentlich eher ihre Frauen. Aber ich denke, sie müssen auch etwas an ihre Kerle abdrücken. Auch von dem Stoff. Und dabei habe ich noch ein paar Junkys mehr in diesem Haus entdeckt.“

Er zählte das Geld grob über.

„Aber du hast noch immer 150 Einheiten und nur noch sechs Tage. Und dann will ich das restliche Geld nicht abholen müssen. Du wirst mir das wie jede gute kleine Schlampe vorbei bringen. Haben wir uns verstanden?“
„Ja.“
„Ich habe dich nicht gehört.“
„Ich habe doch ja gesagt.“

Er war wieder sehr nah bei ihr.

„Wehe du wagst es noch einmal mit mir so zu reden“, grollte er sie an.
„Entschuldigung. Wird nicht wieder vorkommen.“
„Das hoffe ich für dich.“

Danach verließ er die Wohnung. Als die Tür ins Schloss gefallen war, kam Jens aus dem Bad, wo er den kaputten Ablauf des Waschbeckens repariert hatte. Er sah Mia ernst an.

„Du bist entweder sehr mutig oder verrückt, dass du dich auf diese Mission für eure Organisation eingelassen hast. Der Kerl ist mehr als gefährlich.“
„Wenn du meine Freundinnen fragen würdest, dann käme wohl verrückt raus. Wenn mein Vater wüsste, was hier abgeht, würde er mich zu Hause ans Bett fesseln und erst in drei Jahren wieder raus lassen.“
„Und trotzdem bist du hier.“
„Weil ihn Natascha davon überzeugt hat, dass ich die beste bin. Und ich habe ja jede Menge Beschützer um mich.“
„Und wenn er dich in deiner Wohnung erwürgt? Wer bekäme das mit?“
„Ich“, kam eine Stimme von der Tür. Ranja stand da. „Mia gibt mir ein Zeichen und ich schicke die Kavallerie. Nur da wir noch immer nicht genau wissen, wo er sich seinen Harem hält, muss Mia noch ein bisschen weiter machen. In dem Abrisshaus ist der auch zu wenig, als dass wir uns dort eine Razzia leisten können. Wir würden ein paar seiner Dealer und zwei oder drei Süchtige finden, die für einen Schuß alles machen. Aber es wäre nur ein Nebenschauplatz.“

Ranja hatte sich freiwillig gemeldet, den Block vom Hotel aus zu überwachen. Es hatte auch etwas mit den Gedanken zu tun, warum die anderen solange gewartet hatten, um sie zu retten. Warum hatte Mia nicht früher den Startschuss erteilt? Warum hatte sie Ranja erst all dieses Leid erfahren lassen, bevor sie letztendlich eingeritten war?

Aber hier hatte sie schnell das Problem gelernt. Nervös hatte sie vor dem Bildschirm gesessen und auf ein Zeichen gewartet. Aber das war nicht gekommen. Mia ließ diesen Frank so viel mit sich machen, dass es kurz vor dem war, was sie selbst durchgemacht hatte. Aber trotzdem gab die kleine kein Zeichen. Ranja wurde es bange um Mia, wenn sie an das Wochenende dachte, wenn Mia in die Höhle des Löwen ging und niemand mehr sah, was ihr dort passierte. Die eingenähten Micros waren dann die einzigen Hilfen, die sie noch hatten.

„Trotzdem ein Riskantes Spiel, was ihr da treibt.“
„Das ganze Leben ist riskant. Wenn man morgens auf die Straße tritt, ist das schon riskant. Wenn ich hier im Haus lebe ist das Riskant, weil laut einem Gutachten ist das Haus vor drei Jahren in sich zusammen gebrochen.“

Mia zeigte auf die Schutthalde, wo einmal das Nachbargebäude stand.

„Der Baggerfahrer dieses Abbruchfirma lebte gefährlich, als das Gebäude schneller um ihn zusammen brach, als er das erwartete hatte. Sollen wir uns einsperren oder sollen wir nicht lieber dafür sorgen, dass es besser wird? Haben die anderen Mieter, also die nicht aus Neverland, über das Angebot von Karl nachgedacht?“

Jens nickte: „Aber es gibt einige unter ihnen, die es nicht glauben können. Die meisten Neverlander haben das Angebot der Schule, bzw. der Rocker angenommen. Sobald ihr den Startschuss gebt, beginnt das große Umziehen.“
„Es wird keinen großen Startschuss geben“, sagte Ranya. „Es läuft er auf eine Nacht und Nebelaktion mit anschließender Gebäudesprengung hinaus. Vor allem wenn das mit Herrn Snowmen in die Hose gehen sollte.“
„Also sollten wir alle schon mal packen?“
„Wäre vielleicht nicht schlecht, wenn die wichtigen Dinge auf einem Haufen liegen.“

Ranya sah weiter Jens an.
„Und du bist dir sicher, dass du mit Nicole und deinen Kindern in die Schule willst?“
„Max hat mir die Stelle des Hausmeisters angeboten. Die Bezahlung ist das beste, was ich je bekommen habe. Und das Nicole dort als Kindergärtnerin anfangen kann ist auch toll. So ein Angebot bekomme ich in Berlin nirgendwo.“

Ranya lächelte. Sie mochte Jens irgendwie und er hatte eine unglaubliche Geduld, wie er über all im Haus die Dinge anging. Wie er es schaffte, die Druckleitung zum Hotel zu reparieren, so dass sie wieder in mehr als einem Zimmer zu gleichen Zeit warmes Wasser hatten. Er war dafür zwei Tage mit Panzerband durchs Haus gerannt. Ranya vermutete, dass der ganze Blocke eigentlich nur noch deshalb stand, weil Jens ihn mit mehren Kilometern Panzerband umwickelt hatte. Sie trat auf ihn zu und gab ihm einen Kuss.

„Für was war der denn?“
„Dafür dass es dich gibt, Jens.“

Nicole sortierte seit Tagen die Dinge, die sie behalten wollte und räumte anderes, was sie nur hatte, weil sie es nicht ersetzen konnte in das Zimmer, wo es durch die Decke tropfte. Das Angebot schoss ihr immer wieder durch den Kopf. Sie war jetzt fast dreißig und sollte selber noch mal zur Schule? Ein richtiger Abschluss nach den langen Jahren, in denen sie keine Schule mehr von Innen gesehen hatte?

Sie war damals mit 14 von zu Hause weg, weil ihr Stiefvater übergriffig wurde und ihre Mutter nichts dagegen gemacht hatte. Sie hatte ein Jahr auf der Straße gelebt und das war damals schon recht hart gewesen. Als sie dann nach Neverland gekommen war, dachte sie, sie sei im Paradies angekommen. Das paradies endete nach genau drei Wochen, als man sie und Jens holten.

Das nächste Jahr war die Hölle. Wenn Jens nicht bei ihr gewesen und bei ihr geblieben wäre, selbst als sie ihn gehen ließen, war er geblieben und hatte für sie den Diener gemacht, nur um bei ihr zu bleiben. Sie hatten ihm fast alles genommen, was ihn zum Mann gemacht hatte. Keines der fünf Kinder war von ihm und das wusste er und trotzdem liebte es sie und die Kinder gerade deshalb. Er hatte sich schon immer einer große Familie gewünscht.

Was sie aber am meisten bedrückte, war die Sache mit dem Sex. Er war bei ihr seit damals immer belastet. Die Kinder waren alle das Ergebnis von Übergriffen, die sie auch noch selber provoziert hatte. Sex mit ihrem Mann dagegen war immer ein langsamer Akt, der nur sehr selten zu einem Höhepunkt kam. Meist lag es daran, dass sie gestört wurden. Sie konnte sich sowieso nicht daran erinnern, wann sie den letzten Höhepunkt hatte. Aber zumindest schaffte es Jens sie zu erregen und das tat er mit so viel Liebe, dass sie sich wünschte, es ihm auch mal vergelten zu können.

Und jetzt war da diese Aussicht auf den neuen Ort, das neue Umfeld, eine neue Selbstständigkeit, die sie so bisher nie gehabt hatten. Und sie bekam es mit der Angst. Was passierte, wenn sie die Erwartungen nicht erfüllte? Es würde nichts mehr geben, wo sie hin zurück kehren könnte. Sie waren im Begriff, all die Sicherheit dieser Siedlung zu verlieren.

Wie zum Zeichen, wie wenig Sicherheit der Block doch bot, klopfte es an der Tür. Um diese Zeit, wo sie eigentlich keinen erwartete, konnte es nur jemand sein, der wieder einen Defekt am Block meldete. Sie nahm das Telefon zur Hand und ging zur Tür. Draußen stand das Mädchen.

„Darf ich reinkommen?“, fragte Mia.
„Ja, ich bin gerade nur am sortieren.“
„Ich störe aber doch nicht?“
„Nein, um dieses Zeit habe ich immer Sturmfrei.“
„Das ist schön“, sagte Mia und umarmte Nicole.

Nach ein paar Augenblicke, in denen Mia sich nicht löste, drückte sie Nicole von sich.

„Kleines, was hast du?“
„Es mag vielleicht aus meinem Mund merkwürdig klingen, aber ich habe Angst. Und das darf keiner erfahren.“
„Aber warum nicht?“
„Weil ich sonst die ganze Mission gefährde. Wir haben sie acht Monate vorbereitet. Und Morgen ist der Tag, in der ich in die Höhle des Löwen muss. Ich komme mir gerade vor wie eine Jungfrau, die dem Drachen geopfert werden soll und heute ihre letzte Nacht erlebt. Aber alle, die mir Halt geben könnten sind Kilometer weit weg.“
„Ach Kleines“, sie nahm Mia mit und setzte sich mit ihr im Wohnzimmer auf die Couch. Dort nahm sie Mia einfach in den Arm. Nach einiger Zeit fragte sie: „Wie bist du da nur rein geraten.“
„Ich bin vor meinem echten Vater davon gelaufen. Von einem Ort wie dem hier, nur war es nicht hier, es war in Köln. Und da bin ich zu einem Mann ins Auto gestiegen, der mir versprochen hat, dass alles besser würde.“
„Und das war dein jetziger Vater?“
„Nein, der hat mich vor dem Mann gerettet, zu dem ich ins Auto gestiegen bin. Der Mann in dem Auto war wie Wagnoswski. Am Anfang freundlich, bis ich in dieses Hotelzimmer zu den Männern gebracht wurde. Er sagte mir, dass ich alles tun sollte, was sie mir sagen und das tat ich. Sie brachten mich in ein Zimmer, wo anderen Mädchen waren und die älteste von ihnen hat uns dann aus dem Zimmer und in einen Bus verfrachtet und erst in der Schule wieder raus gelassen. Erst viel später habe ich dann raus bekommen, wie viel Glück ich gehabt habe. Fast alle anderen in der Schule hatten das Glück nicht.“
„Das ist doch schön.“
„Das ist nicht schön, wenn man die ganze Zeit behandelt wird wie ein rohes Ei. Es ist nicht schön, wenn alle um einen herum Sex haben, aber du wie eine Prinzessin behandelt wirst. Ich habe alles dafür getan, den Bann zu brechen. Ich habe härter an mir gearbeitet als alle anderen. Aber ich bin trotzdem noch immer das Küken.“
„Bist du deshalb jetzt hier? Um dich Absichtlich der Gefahr auszusetzen? Um zu ihnen zu gehören? Wenn du dich hingibst, dann ist es nicht das gleiche, wie als wenn du gegen deinen Willen genommen wirst. Wenn alles in dir gegen das Kämpft, was man mit dir tut.“
„Hast du immer gekämpft?“, fragte nun Mia und sah zu Nicole hoch.

Die musste jetzt richtig überlegen. Nein, sie hatte nicht immer gekämpft. Ihr erstes mal hatte sie mit Jens, da hatte sie nicht gekämpft, das war einfach so passiert. Sie hatten in Neverland auf ihrem Bett gelegen und er war so sanft, wie er schon immer war, nach ausgiebigen streicheln und küssen in sie gedrungen. Langsam aber tief hatte er sich in ihr bewegt, und hatte dabei mit seiner Zunge an ihren Nippeln gespielt. Seine Hände waren an ihrer Seite entlang gestrichen und hatten ihr eine Gänsehaut bereitet. Sie spürte das warme Gefühl wieder, das was sie so lange schon vermisst hatte.

Und dann kamen die Bilder mit dem Mann mit den Handschuhen, die Jens und sie aus dem Bett und in den dunklen Gang gezogen hatten, kurz bevor die beiden eine Chance hatten, für einander zu kommen.

Mia spürte, dass die Erinnerungen bei Nicole schmerzlich waren. Aber sie hatte auch das Gefühl, dass es vielleicht gerade jetzt die Zeit sein könnte, ein bestehendes Muster auf zu brechen. Sie begann Nicole mit der Hand über den Körper zu streicheln. Nicoles Erinnerungen blieben wie in einer Pausetaste stehen. Was sie in Gedanken sah und das was sie nun spürte, das passte nicht zusammen. Sie wusste nicht, wie sie darauf reagieren sollte.

Mia ließ weiter ihre Hände über den Körper der Frau laufen und begann zudem, mit der anderen ihre Bluse aufzuknöpfen. Sie nahm die Hand von Nicole und führte sie unter dem Stoff zu ihrem Rücken. Nicole hatte wunderbar warme Hände. Ihre eigenen Hände ließ sie noch weiter über den Stoff der anderen streifen. Sie würde dort nicht den ersten Schritt machen.

Nicole war verwirrt. Sie spürte die Gänsehaut des Mädchens wie ihre eigene unter deren Berührung. Das sie ihr nun selber in dieser besonderen Art näher kam, dass hatte sie noch bei keiner. Sie war jetzt hier in der Situation, in der Jens damals gewesen war. Mia gab ihr die Erlaubnis, sie zu streicheln, wie sie es damals Jens erlaubt hatte.

Sie spürte, wie sie dieser Rollentausch erregte. Sie könnte ihr die Sinnlichkeit zeigen, die solch eine Berührung erzeugte, wie Jens es ihr gezeigt hatte. Sie fuhr mit der Hand das Rückrad des Mädchen entlang, was fast die gleiche Reaktion erzeugte, wie auch sie damals gezeigt hatte. Sie fragte sich, wie weit sie gehen durfte. Sie fragte sich auch, wie weit sie es bei sich selber zulassen konnte. Sie würde es nicht erfahren, wenn sie jetzt zurückwich. Sie holte die vergrabene Hand von Mia hoch und schob sie von unten in ihr eigenes Shirt.

Mia nutze die Einladung und fuhr mit ihrer Hand ganz vorsichtig über die Mitte des Bauches nach oben. Vorsichtig fuhr sie mit den Fingern die Ränder des BH ab und kitzelten leicht die unter dem festen Stoff verborgenen Nippel der Frau. Auch mit der anderen Hand fuhr sie jetzt unter das Shirt und fuhr ihr auf die gleiche Art die Wirbelsäule entlang, wie dieses es bei Mia machte. Wenn das für sie auf die gleiche weise erregend war, wie für sie, überlegte Mia, dann war sie mehr als bereit, für die zweite Phase.

Mia nahm hinter ihrem Rücken Nicoles Hand und führte sie zu ihrer Leggings. Dort schob sie diese unter den Stoff. Nicole hatte nun die festen sportlichen Backen des Mädchens in den Händen spürte so auch das Zittern der Lust, die diese Begegnung bei ihr auslöste. Vorsichtig rieb sie mit ihrer Hand dort drüber und auch weiter nach innen zur Spalte, wo ihren Fingern eine unerwartete Wärme entgegen strahlte. Dabei hatte ihre Hände noch nichts berührt.

Mia hob sich nun etwas auf die Knie und gab so Nicole die Möglichkeit, ihr den Stoff über den Hintern zu ziehen, was Nicole auch tat. Nach dem die Leggings halb unten war, drehte sich Mia zurück und schob sich die Hose samt Schuhe und Socken von den Beinen. Mit den Zehen spielte sie jetzt ihrerseits mit den Strümpfen von Nicole, die sie sich nur zu bereitwillig vom Körper schieben ließ.

„Lass uns ins Schlafzimmer gehen“, flüsterte Mia.
„Willst du das wirklich?“
„Ja, bitte.“

Und sie küsste zärtlich Nicoles Lippen, bevor sie aufstand und ihr die Hand entgegen hielt. Nicole sah so genau auf Mias Scham, die rasiert war und bereits feucht glänzte. Sie war bereits voll erblüht in ihrer Erregung und der Duft ihrer jugendliche Möse umhüllte ihren Körper. Nicole ließ sich fast widerstandslos hochziehen. Mia zog sie durch die Wohnung hin zum Schlafzimmer. Dort schob sie Nicole hinein und schrieb noch kurz die Nachricht: zieh dich aus, komm nach und sei leise auf die Notizwand und schloss dann die Tür.

Nicole stand unschlüssig vor ihrem Ehebett. In diesem Zimmer war sie noch nie fremd gegangen. Das war bisher immer außerhalb gewesen. Meist oben im Hotel. Das es jetzt auch hier passieren sollte und dazu auch noch mit einer Frau, das war neu. So neu, dass sie nicht genau wusste, was jetzt kommen sollte. Mia half ihr aus der Unsicherheit, in dem sie ihre Arme von hinten um sie schlang und mit beiden Händen unter ihren Slip fuhr. Ihre Lippen küssten sie am Hals.

„Folge mir“, flüsterte sie und strich um Nicole herum, wie ein leichter Sommerwind. In der Bewegung ließ sie ihre Bluse zu Boden gleiten und ihren Körper sanft auf die Matratze vor Nicole schweben. Hier zeigte sie all ihre besonderen Reize und öffnete auch erwartungsvoll ihre Schenkel für Nicole.

Diese sah sich das Schauspiel an und merkte, wie auch in ihr die Hitze, die dieser Anblick erzeugte aufstieg. Sie hatte das Gefühl, dass ihr viel zu warm sei. Sie begann sich die Kleider wie hypnotisiert vom Körper zu ziehen, bis sie vollkommen nackt an der Kante des Bettes stand. Sie lächelte zu Mia hinunter und diese lächelte zurück, auch wenn ihre Augen sich für Sekunden etwas geweitet hatten.

Mia hatte sich sehr schnell gefangen. Es war nicht das erste Mal, dass sie derartige Narben sah. Leonie hatte einige davon und sie trug sie mit Stolz. Bei ihr waren sie dem Lernprozess ihrer Herrin Fröya geschuldet, die nicht immer den richtigen Punkt traf. Auch Sicilia hatte derartige Narben, auch wenn sie bei ihr nur sehr wenige waren. Nicoles Körper zeigte Narben von Menschen, die sich nicht die Mühe gemacht hatten, es sanfter angehen zu lassen. Eher schien es so, als hätte jemand versucht, ihr die Seele aus dem Leib zu prügeln. Sie waren verblasst und Jahre alt. Aber das, was sie ausgelöst hatten, war noch immer da.

Mia hatte mit Jens und Ranja ein langes Gespräch gehabt. Er hatte von Neverland erzählt und davon, was dieser Ort mit ihm und seiner Liebe gemacht hatte. Und wie sehr er hoffte, dass eine neue Umgebung Nicole endlich von den Geistern der Vergangenheit befreien würde. Ranja und Mia hatten sich daraufhin angeschaut und sie dachten beide das gleiche. Die Schule war voll von Geistern der Vergangenheit. Dieses Jahr noch mehr als je zuvor. Die älteren, die den Prozess bereits durchlaufen hatten, konnten zwar den neuen Hilfeleistungen geben, aber am Ende musst jeder seinen Kampf alleine bestehen.

Mia hatte sich zu Ranya herüber gebeugt und gesagt: „Pass bitte auf die Kinder auf und gib mir 30 Minuten, bis du Jens hinterher schickst.“
Ranya schaute Mia ernst an und nickte dann, dann verabschiedete sich Mia.

Jetzt strecke Mia Nicole ihre Hand entgegen. Nicole ergriff diese und ließ sich langsam aber sicher auf Mia herunter ziehen. Immer tiefer kam sie. Immer näher kamen ihre Lippen sich. Es war für Nicole wie ein Schlag der Elektrizität, als sie sich küssten. Sinnlich, zaghaft, ohne eine Forderung. Mia hatten Nicoles Hände, hielt sie neben ihrem Kopf, aber ohne sie zu fesseln. Sie gab ihr die vollen Kontrolle, ob wohl sie Nicole dahin dirigierte, wo sie sie hin haben wollte.

Nicole spürte, wie die kleinen festen Knospen des Mädchens ihre großen weichen Brüste berührte und wie sie sich in ihr Fleisch bohrten, wenn sie sich zu dem Kuss auf das Gesicht von Mia niederließ. Sie spürte den erregten Atem aus Mias Mund in ihrem Gesicht und sah das Glitzern in ihren Augen.

Mia ließ Nicoles Hände los und bewegte die Arme an deren Flanken entlang zu ihrem Hintern, dann die Schenkel herunter, bis zu den Knien, die rechts und links neben ihrem Becken waren. Dann fuhren eine Hand innen wieder hoch, während die andere verschwand. Nicole, wollte wissen, wo Mias Hand war und ließ ihre eigene Hand sie suchen. Sie spürte das Gelenk auf Mias Bauch und spürte die Finger an Mias Scham und als sich ihre Finger zu denen von Mia gesellten, stöhnte Mia wohlig auf.

Und dann waren da Mias Finger und sie spürte sie bei sich. Dieses Gefühl überwältige sie so, dass sie ihren Kopf neben Mias in den Kissen vergrub. So hatte sie das noch nie gespürt, glaubte sie zumindest. Oder es war viel zu lange her. Sie spürte durch Mias Finger ihre eigene Nässe, die das Mädchen in ihrer Scham verteilte. Und als sie ihre freigeschnittene Klitoris berührte, die sie als Abgestumpft und Tot erachtete, durchzuckte es sie wie mit Elektrizität. Nicht so wie in den Kellern von Neverland. Anders, körperlicher. Eine Hitze aus ihrem Inneren, die von ihr kam und auch nicht mehr ging.

Und dann war da noch etwas anderes. Da waren noch andere Hände und sie kannte sie. Sie wollte hoch, doch Mia flüsterte: „Warte. Lass es geschehen. Lass dich davon erfüllen.“ Und dann war da sein Glied. Nicole biss sich auf die Unterlippe, als er anders als sonst mit einem schnellen Zug bis tief in sie vordrang. So heftig hatte er es noch nie getan. Aber sie war auch noch nie so feucht gewesen.

Und auch was anderes fehlte. Sie verspürte keinen Schmerz. Da war nur das Gefühl des ausgefüllt seins. Und dann die rhythmischen Stöße, die er ihr gab. Dazu die festen kleinen Titten von Mia, die ihren Busen massierten. Die Hände von Mia, die ihre Backen auseinander zogen damit ihr Mann, ihr Jens, sie so ficken konnte, wie er es noch nie getan hatte. Und dann spürte sie es. Es baute sich auf, es kann aus ihrem inneren und begann sich mit macht genau dort zusammeln, wo sein Stab das Zentrum ihrer Lust massierte.

Und dann explodierte es.

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