Ein Studentenjob – Teil 01

Kapitel 1

„Hallo Sie … Sie Fräulein, warten Sie bitte einen Augenblick.“

Zunächst will ich einfach weitergehen, bleibe dann aber doch stehen. Irritiert blicke ich mich um. Ich glaube es zwar nicht, aber trotzdem frage ich mich, ob am Ende doch ich gemeint sein könnte. Wirklich vorstellen kann ich mir das nicht. Ich sehe nur einen Mann, der in meine Richtung gelaufen kommt und dabei winkt. Ich kenne ihn nicht, habe den Mann nie gesehen. Er ist zwar noch ein ganzes Stück entfernt kommt aber rasch näher. Ich drehe mich im Kreis und blicke nochmal zur Sicherheit, ob er nicht doch jemand hinter mir meinen könnte, aber da ist kein Mensch. Er kann nur mich meinen, aber ich wüsste wirklich nicht, was er von mir wollen könnte.

„Meinen Sie etwa mich?“, frage ich nach. Er hat mich inzwischen fast erreicht und ist etwas außer Atem. Er ist wohl nicht sonderlich trainiert. Sportlich sieht er zumindest nicht aus.

„Ja, natürlich meine ich Sie. Ist ja sonst niemand da“, keucht er.

Naja, dass sonst niemand da ist, das sehe ich selber, aber es ist nicht so normal, dass ich von einem mir wildfremden Mann auf der Straße einfach so angequatscht werde. Das ist mir, wenn ich ehrlich bin, schon lange nicht mehr passiert und bei einem Mann in seinem Alter schon gar nicht. Ich mustere ihn deshalb etwas genauer. Könnte ja sein, dass er irgendwelche Absichten hat, auch wenn es mitten am Tag ist. Heutzutage weiß man schließlich nie, was in den Köpfen der Leute vorgeht. Aber das kann es auch nicht sein. Irgendwie schaut er dann doch wieder normal aus, irgendwie sogar langweilig. Ich schätze ihn auf etwa Mitte Vierzig und er macht einen sehr geschäftsmäßigen und gepflegten Eindruck.

„Gut, sie meinen also mich“, sage ich etwas genervt. „Und was wollen Sie dann von mir?“

„Das ist jetzt ein wenig heikel“, stottert er.

Bei dieser Aussage schaut er verdammt unsicher drein. Das ist doch ein ausgesprochen komischer Vogel. Zuerst quatscht er mich an und dann will er nicht mit der Sprache herausrücken, warum er mich angesprochen hat. Wenn das nicht sonderbar ist, dann weiß ich auch nicht. Langsam werde ich ungehalten.

„Heikel, was ist da heikel? Sie haben mich aufgehalten und das hoffentlich nicht ohne Grund. Also spucken Sie es schon aus oder ich bin weg!“, sage ich schärfer als gewollt.

„Meine Frau betreibt eine Agentur und vermittelt junge Mädchen für besondere Veranstaltungen“, stottert er.

„Aha und was hat das mit mir zu tun?“

„Sie sind Studentin, sind ausgesprochen hübsch und brauchen sicher Geld.“

„Naja, wer braucht heutzutage kein Geld?“, antworte ich sarkastisch. „Aber woher wissen Sie das alles über mich?“

„Ich weiß es nicht, es war einfach nur geraten. Ich habe gesehen, wie sie über den Campus gegangen sind und wollte mein Glück versuchen. Uns sind nämlich in den letzten zwei Wochen gleich drei Mädchen abgesprungen und nun suchen wir dringend Ersatz.“

„Warum sind Ihnen die Mädchen denn abgesprungen? Haben Sie sich das schon einmal gefragt? Einen Grund wird das schon haben, vor allem wenn sich gleich drei ihrer Mädchen dazu entscheiden, davonzulaufen.“

„Sie sind nicht einfach so davongelaufen, wie sie jetzt glauben. Sie haben ihr Studium beendet und ziehen fort aus München. Das hat nichts mit uns zu tun“, versichert er schnell.

„Aha, und was ist das für eine Agentur? Sie sagten, sie vermitteln Mädchen für besondere Veranstaltungen. Meinen Sie Hostessen für Messen, Bedienungen für irgendwelche Veranstaltungen oder dergleichen?“

„Das sollte Ihnen besser meine Frau erklären. Das wäre mir deutlich lieber. Hätten Sie Zeit, sagen wir heute um 18 Uhr, in die Agentur zu kommen?“

„Zeit schon, aber ich weiß nicht.“

„Ich kann Ihnen versichern, dass Ihnen dort nichts geschieht, wenn das Ihre Bedenken sind. Sie könnten sich einfach anhören, was sie zu sagen hat. Nein sagen können Sie dann immer noch.“

„Na gut, dann schaue ich vorbei“, sage ich nach kurzem Nachdenken. Aus einem mir unerklärlichen Grund bin ich neugierig geworden. Ich kann es mir nur so erklären. Normalerweise würde ich bei so einer undurchsichtigen Sache schnell das Weite suchen.

Er nennt mir noch schnell die Adresse und schon mache ich mich wieder auf den Weg.

Punkt 18 Uhr klingle ich an der Tür eines etwas größeren Einfamilienhauses in einer ausgesprochen noblen, Münchner Wohngegend. Arm scheint dieser Mann nicht zu sein.

Der Mann, der mich heute vor der Uni angesprochen hat, öffnet die Tür. Ein vorsichtiges Lächeln schleicht sich auf sein Gesicht. Er wirkt sichtlich erleichtert, so als hätte er daran gezweifelt, ob ich schlussendlich doch komme. Die Erleichterung legt mir aber auch nahe, dass ihm mein Kommen wichtig ist. Langsam werde ich echt neugierig, was seine Frau mir zu sagen hat.

„Schön, dass Sie gekommen sind. Darf ich mich vorstellen, ich bin Herbert Meinst.“

„Vera Klein“, stelle auch ich mich vor.

„Meine Frau wartet bereits im Büro. Würden Sie mir bitte folgen?“

Mit einer einladenden Handbewegung gibt er mir zu verstehen, ihm zu folgen. Er geht voraus, durchquert den recht ansehnlichen Eingangsbereich, steuert direkt auf eine Tür im Erdgeschoss zu und klopft an. Er wartet ein wenig und tritt dann ein. Vor uns tut sich ein großes, helles Büro auf. Bereits auf den ersten Blick wirkt es modern eingerichtet und freundlich. Es ist ganz nach meinem Geschmack.

An einem weißen Schreibtisch sitzt eine Frau. Sie ist etwa so alt, wie Meinst und sieht für ihr Alter noch ausgesprochen gut aus. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie das eine oder das andere an sich hat machen lassen. Die Brüste stehen etwas zu gerade ab und auch in ihrem Gesicht kann ich praktisch keine Falten entdecken. Entweder sie hat verdammt gute Gene oder einen ausgesprochen talentierten Arzt.

„Oh, hallo!“, sagt sie nur.

Dabei blickt sie von ihrem Schreibtisch auf und erstarrt, als sie unsere Blicke treffen. Ich habe den Eindruck, als habe es ihr die Sprache verschlagen. Sie schaut mich einige Zeit mit großen Augen an und kann ganz offenbar den Blick nicht von mir abwenden. Sie mustert mich sehr eingehend. Ich frage mich zwar warum, habe jedoch keine Ahnung, was der Grund für dieses Verhalten sein könnte. Ich kenne die Frau nicht und sie mich sicher auch nicht. Sie fängt sich dann aber doch bald wieder und räuspert sich.

„Mein Mann hat sie als ausgesprochen hübsch beschrieben und ich dachte, er übertreibt mal wieder.“

„Aber?“, sagt er. Dabei zieht er die rechte Augenbraue hoch und ein verschmitztes Grinsen macht sich auf seinem Gesicht breit.

„Du hast sogar noch untertrieben. Sie ist atemberaubend. Sie wäre genau die Richtige für uns.“

„Die Richtige für Sie?“

„Oh Verzeihung. Ich bin Susanne Meinst, aber alle nennen mich Susi.“

„Erfreut, Vera Klein“, antworte ich. „Aber Sie haben mir immer noch nicht gesagt, was Sie suchen.“

„Vera — ich darf doch Vera sagen — wir sind eine Agentur, die für Männer erotische Abende und Events aller Art organisiert. Dazu benötigen wir vor allem hübsche Mädchen, sie verstehen, was ich meine.“

„Nicht so genau. Was verstehen Sie darunter, wenn sie sagen erotische Abende und Events?“

„Das kann ein Wochenendausflug für einen Mann allein sein, das kann ein Junggesellenabschied oder eine etwas speziellere Firmenfeier sein. Das kann aber auch ein sehr ansprechendes Abendessen oder eine aufregende Nacht sein. Der Fantasie sind auf diesem Gebiet so gut wie keine Grenzen gesetzt.“

„Ich nehme an, solche Events beinhalten auch Sex?“

„Natürlich, deshalb sind es ja auch erotische Events.“

„Sie wollen aus mir also eine Nutte machen?“, frage ich empört.

„Sag bitte Susi zu mir“, meint sie. Gleichzeitig schnauft sie hörbar aus. Meine direkte Art scheint ihr nicht sonderlich zu gefallen oder ich überfordere sie damit. „So hart würde ich es nicht ausdrücken.“

„Wie dann?“

„Du sollst den Herrn Gesellschaft leisten.“

„Wo liegt dabei bitter der Unterschied? Wenn einer ficken will, muss ich dann? Kann ich bestimmte Dinge ausschließen?“

„Bei uns lautet die Devise, dass sich der Mann oder die Gruppe bestens unterhalten sollen und deshalb alles bekommen, was sie sich wünschen. Einschränkungen sind nicht vorgesehen.“

Während sie das sagt wird sie zunehmend leiser. Vermutlich, weil ich sie immer entgeisterter anschaue.

„Das ist ja noch schlimmer als bei einer Hure. Bei Euch ist man dem Mann oder gar den Männern völlig hilflos ausgeliefert.“

„Das kann schon sein. Aber wir haben eine sehr erlesene Klientel. Und außerdem gibt es für diese Tätigkeit verdammt viel Kohle.“

„Kohle ist nicht alles.“

„Aber es beruhigt schon doch sehr, sie zu besitzen.“

Während sie das sagt, schiebt sie wie nebenbei eine Liste über den Schreibtisch. Mich interessieren ihre Tarife nicht und ich will eigentlich nur einen flüchtigen Blick darauf werfen, ohne das Blatt in die Hand zu nehmen. Allerdings bleibe ich dann aber an den Zahlen hängen. Ein Abend 5.000 Euro, ein ganzer Tag 8.000 Euro, eine Woche 40.000 Euro steht auf dem Blatt. Ich schaue hoch und sie entgeistert an.

„So viel sind die Männer bereit zu zahlen?“

„Nein, das sind die Summen, die du bekommen würdest. Was die Männer tatsächlich zahlen hängt vor allem auch davon ab, was drum herum noch alles geplant und organisiert werden muss.“

Ich schaue sie mit immer größer werdenden Augen an. Das ist echt verdammt viel Geld. Um ehrlich zu sein, bin ich erst vor etwa zwei Monaten bei einer Escort-Agentur vorstellig geworden. Ich wollte mich dort einfach nur mal informieren, weil mir eine Freundin eher nebenbei erzählt hatte, dass sie bei so einer Agentur arbeitet. Sie finanziert sich ihr Studium ausschließlich über diese Tätigkeit. Bei meinem Gespräch hat man mir zwar nicht so offen gesagt, dass es vorwiegend um Sex geht. Allerdings gab man mir auch dort zu verstehen, dass es im Endeffekt in den allermeisten Fällen darauf hinauslaufen würde.

Bei der Escort-Agentur hätte ich allerdings nur einen Bruchteil von dem bekommen, was mir Susi gerade in Aussicht stellt. Eine ganze Nacht hätte mir dort 500 Euro eingebracht und nicht stolze 5.000 oder gar 8.000 Euro. Ich nehme allerdings an, dass bei Susi die Anforderungen doch um einiges höher sein dürften.

„Viel Geld, das weiß ich“, meint Susi. Sie scheint meine Überlegungen zu erraten. „Du wirst aber dafür auch einiges tun müssen“

„Wie würde so ein Event in etwa ablaufen?“, erkundige ich mich.

Susi lächelt. Ich nehme an, sie wertet meine Frage als Interesse, wo sie ja auch nicht ganz falsch liegt. Würde ich es nicht zumindest in Erwägung ziehen, wäre ich schon längst aufgestanden und gegangen. Es geht mir aber auch nicht nur ums Geld, mich hat ein wenig auch die Neugier gepackt. Ich beginne kurz zu rechnen. Ich könnte mit drei Tagen … ja, was denn? Arbeit? Sex? … na gut, mit dem, was ich für drei Tage bekommen würde, könnte ich ein ganzes Jahr lang leben, wie eine Königin. Damit käme ich bei meinem Studium deutlich schneller voran als bisher.

„Wenn du Interesse hast, werden wir dich in unsere Kartei aufnehmen. Wir brauchen dazu ein Foto und einige Angaben zu deiner Person. Das könnte sein, wie groß du bist, wie alt du bist und solche Sachen. Gut ankommt auch, wie lang der Schwanz sein kann, den du in dir aufnehmen kannst.“

„So was kann man messen?“

„Natürlich kann man das. So etwas weckt dann die Fantasie der Männer“, meint sie lächelnd. „Außerdem brauchen wir noch einige Informationen von dir. So zum Beispiel müssten wir wissen, an welchen Wochentagen und in welchen Zeiträumen du nicht für uns arbeiten kannst. Da du Studentin bist, werden es vor allem die Wochen vor einer Prüfung sein, nehme ich an.

Wenn wir das alles haben, kommst du dann mit Foto und den vorhin angesprochenen Angaben in einen Katalog, den wir den Männern zeigen, die Interesse haben. Zudem werden die Informationen für das Internet adaptiert und online gestellt. So können Interessierte sich schon einmal unsere Mädchen in aller Ruhe im Netz anschauen, wenn sie mit dem Gedanken spielen, unsere Dienste in Anspruch zu nehmen.

Wenn ein Kunde dich dann aussucht und buchen will, würden wir mit dir Kontakt aufnehmen, um deine Verfügbarkeit zu prüfen. Wenn es dir zeitlich möglich ist, kommt es zum Vertrag. An diesem Punkt ist dann ein Rückzug nur noch aus sehr triftigen Gründen möglich.“

„Einmal zugesagt, muss ich antreten“, fasse ich zusammen. „Bekomme ich auch Informationen, wer mich buchen will oder was für eine Veranstaltung auf mich zukommt?“

„Nein, am Angang noch nicht. Du bekommst nur die Terminanfrage. Weitere Informationen folgen erst, wenn alles abgemacht ist. Sonst würde für uns die Planung schwierig werden. Einzelne Mädchen würden alle Anfragen annehmen, weil sie das Geld brauchen, andere hingegen würden sich nur die Rosinen aus dem Kuchen picken. Das wäre dann auch nicht fair“

„Das leuchtet ein.“

„Wie kommt Ihr ausgerechnet auf mich?“

„Nun ja, mein Man hat dich gesehen und war begeistert von dir. Unsere Kunden wollen für Ihr Geld einiges geboten kriegen. Dazu gehören natürlich vor allem ein hübsches Aussehen und die nötige Ausstrahlung“, erklärt Susi.

„Und ich bringe genügend Aussehen und Ausstrahlung mit?“

„Du hast das Potential, innerhalb kürzester Zeit das erfolgreichste Mädchen der Agentur zu werden.“

„Ich?“, frage ich erstaunt. „Ich bin doch nur ein ganz normales Mädchen.“

„Glaube mir, du wärst der heißeste Feger, den wir je in unserem Angebot hatten.“

Wow! Diese Aussage überrascht mich dann doch. Ich hätte niemals gedacht, dass jemand so etwas von mir sagen würde. Ich komme mir gar nicht so hübsch vor.

„Lasst mir bitte ein paar Tage Bedenkzeit.“

„Natürlich, ich gebe dir meine Karte. Melde dich, wenn du dich entschieden hast.“

„Danke. Ich melde mich ganz sicher. Egal, wie meine Entscheidung ausfällt.“

„Gut, ich hoffe, du entscheidest dich für uns. Wir könnten dann alles Nötige in die Wege leiten.“

„Das wäre?“

„Wir müssten die Fotos organisieren. Dazu würden wir natürlich einen Profi engagieren. Wir wollen dich schließlich von deiner besten Seite zeigen.“

Das Angebot klingt verlockend und abschreckend gleichermaßen. Natürlich würde ich gerne so viel Geld auf einmal verdienen, aber ich kann mir andererseits auch vorstellen, dass es mit manchen Männern kein Honigschlecken sein würde. Vor allem, wenn es in Gruppensex ausartet, was — soweit ich verstanden habe — durchaus der Fall sein kann, weiß ich nicht, ob ich das wirklich möchte. Ich hatte noch nie wirklich ausgefallenen Sex und mit mehreren Männern schon gar nicht. Mit Sicherheit würden einige neue Sexpraktiken und Herausforderungen auf mich zukommen.

Aber dann denke ich wieder an das Geld. Mehr Kohle mit weniger Arbeit würde für mich bedeuten, dass ich viel mehr Zeit dem Studium widmen könnte und damit schneller meinen Abschluss in der Tasche haben könnte. Gleichzeitig könnte ich mir ab und zu sogar etwas leisten, an das ich im Moment gar nicht denken kann. Mit meinen Aushilfsjobs kann ich mich zurzeit gerade so über Wasser halten, muss dafür aber mehr Zeit aufwenden, als mir lieb ist und ich komme deshalb im Studium deutlich langsamer voran.

Ich lag gestern Abend noch lange Zeit wach und habe versucht die Vor- und Nachteile abzuwägen. Der Schlaf danach war auch eher unruhig. Wohl auch deshalb bin ich jetzt noch immer müde und sitze eher apathisch mit einer Tasse Kaffee auf meinem Balkon. Wenn ich mich auf das Angebot einlasse, dann könnte ich mir mit Sicherheit auch eine eigene Wohnung leisten, was eine sehr verlockende Aussicht ist. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als endlich alleine zu wohnen.

Zurzeit habe ich ein relativ kleines Zimmer in einer WG. Diese war anfangs echt cool, aber schon nach dem ersten Jahr sind zwei Mädels ausgezogen und zwei andere haben die Zimmer übernommen. Mit diesen verstehe ich mich allerdings lange nicht mehr so gut, wie mit ihren Vorgängerinnen.

Eine eigene Wohnung klingt wirklich cool. Ich frage mich aber, ob dies den Preis wert ist, dass ich mich dafür verkaufen müsste. Wobei mich eigentlich nur spezielle Praktiken, die ich nicht ausschließen kann, beunruhigen. Vor allem der Gruppensex schreckt mich ab. Aber irgendwann sage ich mir, ob ich nun mit einem Mann oder gleich mit mehreren schlafe, ändert auch nicht mehr viel. Ein Mann mit Durchhaltevermögen, kann auch irgendwann anstrengend werden.

Egal wie ich die Sache drehe und wende und mir den Kopf zerbreche, meine Gedanken kreisen im Wesentlichen immer um die gleichen Argumente. Je länger ich aber nachdenke, umso abwegigere Argumente kommen mir in den Sinn. Ich bin aber so realistisch, dass ich diese dann recht schnell wieder verwerfe und dann bin ich erneut dort, wo ich zuvor bereits war.

Zum Beispiel rede ich mir ein, dass es zwischendurch wohl auch interessant und aufregend sein dürfte, mit fremden Männern Sex zu haben. Kann zwar durchaus sein, aber es hängt wohl von den Personen ab. Ist ja beim normalen Kennenlernen auch nicht viel anders. Eine Garantie, dass es ein schöner Abend wird, hat man auch dabei nicht. Es ist allerdings so, im normalen Leben kann man abhauen, wenn es nicht passt. Das ist hier nicht so leicht möglich.

Bei diesen Summen, welche die Kunden bei Susi auf den Tisch legen, kann ich durchaus davon ausgehen, dass es sich um zahlungskräftige Männer handelt und man von diesen wohl ein bestimmtes Niveau erwarten kann. Was aber, wenn genau diese sonst so seriösen und gut erzogenen Geschäftsleute einmal so richtig die Sau rauslassen wollen? In diesem Fall könnte es ganz schön ungemütlich werden. Außerdem ist es doch meistens so, dass Personen aus gutem Hause gebildet und angenehm sind. Neureiche dagegen haben nicht immer das Niveau, das sie haben sollten. Da sind durchaus auch Typen drunter, die meinen, sich mit Geld alles kaufen zu können.

Doch trotz aller Überlegungen kann man es am Ende drehen und wenden, wie man will. Es läuft doch einzig und allein darauf hinaus, dass ich meinen Körper verkaufe und mich damit prostituiere. Doch machen genau das nicht viele Studentinnen? Ich kenne gar einige, die bei einem Escort-Service arbeiten und, wie ich aus meinem Gespräch bei so einer Agentur weiß, geht es auch dort nicht einfach nur um die Begleitung zum Abendessen. In den allermeisten Fällen muss man auch dort mit dem Typen in die Kiste springen.

Wenn ich schon die Beine breit machen muss, dann soll es sich zumindest lohnen. So gesehen bin ich bei Susi und Herbert genau richtig. Ein besseres Angebot werde ich garantiert nie mehr bekommen. Aus diesem Grund ist die Entscheidung wohl nur, ob ich mich verkaufen will oder nicht. Also ist klar, entweder bei Susi oder überhaupt nicht. Für mich wiegen die Vorteile durchaus schwer. Mit sehr viel weniger Aufwand als bisher und somit viel geringem Zeitverlust könnte ich echt gutes Geld verdiene.

Ein wenig irritiert mich, das muss ich ehrlich zugeben, dass ich immer noch nicht genau weiß, worauf ich mich bei solchen Abenden konkret einlasse. Etwas Genaues konnte oder wollte mir Susi über solche Events nicht verraten. Sie ist meinen Fragen diesbezüglich immer ausgewichen. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass die Situationen sehr unterschiedlich sein können und Susi deshalb Schwierigkeiten hatte, mir Genaueres darüber zu erzählen. Sie hat mir aber fairerweise nicht versucht einzureden, es wäre kein Problem. Sie hat keinen Zweifel daran gelassen, dass es zwischendurch auch heftig werden kann. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass ich wohl auf alles gefasst sein muss.

Während ich noch in meine Überlegungen vertieft bin und ein wenig geistesabwesend an meiner Tasse Kaffee schlürfe, klingelt mein Telefon, das noch auf meinem Nachttisch liegt. Wer ruft mich denn bitte um diese Zeit an? Alle meine Freunde wissen doch, dass ich ein Morgenmuffel bin und man mich deshalb um diese Zeit besser nicht anrufen sollte. Es muss also etwas Wichtiges sein, nehme ich zumindest an. Ich beeile mich deshalb, das Handy zu holen, und sehe am Display, dass eine mir unbekannte Nummer versucht, mich anzurufen.

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