Knie nieder 01

Sein Herz raste in seiner Brust. Er hörte, wie sich die Tür langsam zu dem Raum öffnete, indem er auf seinen Knien und mit gesengtem Blick in sklavischer Haltung ausharrte. Kaum wahrnehmbare Geräusche gingen von der Tür aus. Er vernahm nur ein leises Flüstern zwischen zwei Menschen. Seinen Blick weiter gesengt zu halten und einfach auf das zu warten was da kommen mag, fiel ihm immer schwerer, umso länger sie ihn da in dieser Position ignorierten.

Zwei Paar High Heels durchstreiften sein Sichtfeld und erfüllten den Raum mit dem Klackern ihrer Absätze, wie das laute Ticken des Sekundenzeigers einer Uhr. Der Rest der Personen blieb dabei immer aus seinem eingeschränkten Sichtfeld.

Aber er konnte aus seinem inneren Bild heraus nachvollziehen, dass sie sich in genüsslich, quälend langsamen Tempo auf die Vitrine hinter ihm zusteuerten. Oh, mein Gott … schon allein der Gedanke daran was ihr euch alles für Dinge aus diesem Sammelsurium der Qualen und Lust heraussuchen könnt … Bei diesem Gedanken durchlief ein kalter Schauer der Erregung. Aber er durfte nicht weiter darüber nachdenken. Er musste seiner Aufgabe, seiner Erziehung gerecht werden. Ich darf nicht zeigen, wie sehr mich das Minutenlange, was mir wie Stunden erschien, Warten meine Sinne so hungrig gemacht hat, das ich mich jetzt schon konzentrieren muss, um mein Kopfkino nicht anspringen zu lassen. Sie sollen nicht merken, wie kurz ich davor bin, meine Kontrolle über meine Erregung zu verlieren. Tief Durchatmen …

Seine Mistress Allisa im Hintergrund grinste ihren mitgebrachten Gästin an. Sie wusste genau, was dieses tiefe Luftholen zu bedeuten hatte. Ihre vielen Sessions vorher haben sie gelehrt, ihn genau einschätzen zu können. Er muss also schon mit meiner ersten Erregung kämpfen … sehr schön … aber du bist schon so gut trainiert, dass du diese Phase schon bald hinter dir haben wirst … eigentlich. Das hintergründige und freche Grinsen was sie ihrem Gegenüber schenkte, wurde ihr quittiert.

Die Spielpartnerin wurde von ihr im Vorfeld ausführlich über die Eigenheiten über ihren Sklaven unterrichtet. Sie haben zusammen ein kleines Konzept aufgestellt, aber wussten beide, wie sie ausweichen konnten, wenn es doch in eine andere Richtung triften sollte.

Ich kenne doch meinen kleinen Sub, er hält sich nie an die Regeln … nicht umsonst trägst du noch meine Male von unserer letzten Session. Sie konnte dem Gefühl nachgehen, ihn zu berühren, weil sie wusste, dass ihn das noch sensibler für das Kommende machen würde. Ihre Hand strich ihm unvermittelt, obwohl er sie kommen hörte, über den Rücken, wo nur noch blasse grüne und blaue Stellen zu sehen waren. In dem Wissen was für ein Film gerade durch seinen Kopf lief, beugte sie sich herab zu seinen Ohren, indem sie in seinen kurzhaarigen Schopf griff und ihn mit einem Ruck anhob, ohne das er sie ansehen konnte. „Das …“, ihre langen Fingernägel kratzen über die Male seiner Unterwerfung, „… sind nichts, im Gegenzug was dich heute erwartet.“

Er konnte aus Erfahrung den Drang etwas zu sagen schon gar nicht mehr aufkommen lassen. Ihre Spiele waren ihm zwar auch schon bekannt mit seinem Geist, mit seiner Vorstellungskraft, aber das konnte er nie abstellen, wollte er auch nicht. Diese Welt war eines der reizvollsten daran. Das Warten, das Zögern, das Reizen und dann das Hinziehen und die schlussendliche unermessliche Befriedigung seiner Gelüste.

„Willst du deine Mistress nicht mal mehr ansehen?“, forderte sie ihn heraus.

Er wusste genau, dass es in dieser Situation kein richtig und falsch gab, alle Reaktionen, die er sich nur vorstellen konnte, würden ihn zu dem gleichen Schmerz der Erfüllung führen. Deshalb ließ er seinen Kopf gesenkt und wagte es nicht das Wort an sie zu richten.

„Willst du mich etwa verärgern? Ein Sklave hat seiner Mistress zu gehörchen!“ Sie zog stärker an seinen Haaren.

Sie riss seinen Kopf soweit in den Nacken, das er sie direkt über sich sah und ihr in die strahlenden Augen sehen musst. Ihr Gesicht zeigte eine emotionslose Miene, die nichts verriet.

Ein Kribbeln der Ungewissheit ging durch seinen Körper. Er wich ihrem Blick nicht aus und erkannte die dunkle Corona ihrer Iris, die vor Spielfreude glänzte. Aber er sprach sie immer noch nicht an. Die unangenehme Haltung mit dem Kopf so weit im Nacken und der feste Griff in seinem Schopf ließ sich wie automatisch seinen Körper anspannen.

„Bist du zu kein guter Sklave uns sprichst mit deiner Mistress? Du entehrst mich vor unserem Gäst. Diese Ungezogenheit muss ich dir wohl erst austreiben, bevor wir anfangen können zu spielen.“

Mit Wucht ließ sie ihn los, so das er nach vorn fiel und sich nur mit seinen Unterarmen abstützen konnte. Ein wütend gezischtes „Bleib so!“, ließ ihn in dieser knienden Position verharren, sich abstützend und den Blick auf den Boden gerichtet.

Alle im Raum wussten, dass sie bereits Mitten im Spiel waren und alle Anwesenden waren freudig erregt dabei zu sein.

*
Die Spielpartnerin beobachtet die Szene und erkannte sofort, dass er es nicht mit einem Anfänger zu tun hatte. Wie er die Anweisung nicht zu sprechen befolgte. Das wird ein wirklich interessantes Spiel werden.

Allisa ging zu einer Wand mit Halterungen und schritt sie mit den Fingern auf den vielen unterschiedlichen Gegenständen ab, als würde sie überlegen, was sie sich für die Züchtigung nehmen würde. Aber sie wusste schon genau, was sie wählen wollte. Sie griff nach der Reitgerte mit dem übergroßen Paddel an der Spitze. Mit mehreren Schwüngen durch die Luft, als müsste sie das Gefühl in der Hand testen, erzeugte sie ein leichtes Surren in der Luft, was alle Anwesenden ein Schauer durch den Körper fahren ließ.

Oh, jaaa …, dachte er erbebend bei dem Geräusch.

Die Mistress ließ das Instrument der Schmerzen einfach leicht in ihrer Hand nach unten baumeln und schritt langsam um ihren Sub herum. Sie kam ihn näher und entfernte sich wieder, ohne ihn irgendwie berührt zu haben.

Dann hörte er wieder das verheißungsvolle Surren durch die Luft und wartete auf den ersten Hieb auf seinen Körper …

… aber er spürte nichts.

Seine Herrin verfiel in einen militärischen Schritt um ihn herum, dass sie in der Stille des Raumes eine Art Kulisse von Salven einer Waffe, die diese durchbrach. Ihre Füße erzeugten extra diesen Klang. Ich weiß, dass die Monotonie dieses Geräusches dich unaufmerksam macht. Und dann wenn ich an deiner Körpersprache erkenne, dass der Zeitpunkt gekommen ist, werde ich dir deinen ersten Stich des schwarzen Skorpions verpassen … Dabei blickte sie fast schon liebevoll und zärtlich auf die Zeichnung an dem Griff der Gerte; er zeigte einen kampfbereiten Scorpion.

Sein Kopf senkte sich leicht und seine angespannte Haltung lockerte sich unmerklich, aber das war das Zeichen, auf das sie gewartet hat. Sie ging noch ein paar Schritte weiter und holte mit Schwung aus und landete mit der Spitze ihrer Gerte auf den in die Höhe gestreckten Rundungen seines Hinterns.

Wie aus einer kleinen Dissoziation wachte er auf durch den plötzlichen Schmerz. Er zuckte darunter leicht zusammen, was er nie verhindern konnte, bei der Wucht des Schlages. Aber außer einem tiefen Schnaufen, um die Anspannung aus seinem Körper zu entlassen, ließ er kein Geräusch von sich hören. Darauf bin ich wirklich schon stolz, dass ich schnell gelernt habe keinen Ton von mir zu geben. Da hat mich meine Mistress wunderbar erzogen … ach was waren das für lehrreiche und unvergleichliche, unvergessliche Stunden gewesen. Und immer wieder will sie diese Stille brechen, dachte er sich innerlich grinsend.

„Willst du immer noch nicht einen Ton von dir geben? Wie es aussieht muss ich woll strengere Erziehungsmaßnahmen ergreifen.“ Sie hielte neben ihn an und sprach für tickende Sekunde nicht, bis sie ihn zurechtwies: „Wie sieht überhaupt deine Haltung aus … Arme ausstrecken … kannst du das etwa nicht besser?“

Er folgte ihren Anweisungen und den Korrekturen, bis er mit ausgestreckten Armen, die nebeneinanderlagen, sich auf das Äußerste gestreckt hatte und sein Hintern so hoch wie möglich, weiterhin kniend, in der Luft ragt. Ich werde heute wohl wieder auf der Seite oder auf dem Bauch schlafen müssen … aber ich nehme ihre Male gern entgegen.

*
Wieder begann sie ihren Marsch, einem Leopard ähnlich, der ein verwundetes Tier noch umkreiste, bevor er es erlegte. Der gleichmäßige Rhythmus erhöhte noch seine freudige Erregung. In die Melodie der Herausforderung mischte sich immer wieder das Surren der durch die Luft schwingenden Gerte.

Er konnte nichts dagegen tun, aber nach einer Weile begann er wieder zu dissoziieren, seine Gedanken schweiften ab, ohne das er es wirklich merkte. Sein Bewusstsein verband sich erst wieder mit der Gegenwart, als sie ihre Spitze ihrer schwarzen High Heels langsam auf seinen Handrücken drückte.

Sie setzte immer mehr ihr eigenes Körpergewicht ein. Als sie sah, dass er immer noch sein Schweigen nicht brechen wollte, beugte sie sich immer weiter nach vorn und holte mit der Gerte aus und traf ihn auf die bereits gerötete Stelle an seinem Hintern.

Damit war seine Grenze erreicht und er schrie laut auf, weil das einzige Zeichen war, was sie stoppt.

Sie wussten beide das als Einführung, als Horsd’œuvre für dieses Spiel genügte. Allisa gab der Spielpartnerin ein Zeichen ich das gewünschte zu reichen. „Knie dich nieder, Sklave!“

Unmittelbar folgte er ihrer Anweisung und begab sich in seine Ausgangsposition zurück. Der Schmerz und der darauf folgende kurze Rauch benebelte immer noch leicht seinen Verstand. Ihre Präsenz in seinem Rücken spürend erwartete er alles, aber nicht das sie ihm mit einer festen Maske, die nicht verrutschen konnte, seine Augen verband. Sie will also meine anderen Sinne schärfen, ohh mein Goooooott …

Sie spürte sein sinnliches Zittern und grinste ihre Verbündete an. Sie nahm ihr wieder etwas aus den Händen.

Erst verstand er nicht was passierte, weil er glaubte sie würde ihm eine weitere Maske aufsetzten. Sein Haar wurde von etwas plattgedrückt, aber nicht vollständig. Dann hörte er leise Musik, die immer lauter wurde. In dem Moment realisierte er, dass er kabellose Kopfhörer aufgesetzt bekam. Seine Sinne wurden mit einer melodischen Rockmusik beschallt ohne einen Sänger. Somit waren zwei seiner Sinne ausgeschaltet. In diesem Zustand zu spielen wird mich schnell an meine Grenzen bringen oder sogar abstürzen lassen … das weiß sie doch. Er verstand nicht, was jetzt auf ihn warten würde.

Aber genau das hatte sie im Sinn. Sie wollte ihn in seinen eigenen Gedanken eine Zeit lang schmoren lassen. Sie ging mit ihrer Mitstreiterin zu der gemütlichen Chaiselongue und sah in dabei zu, wie er sich mit seinen eigenen Gedanken beschäftigte.

„Lässt du ihn in dieser Situation auch mal allein?“, wollte der Gast wissen.

„Nein, niemals! Sobald ich mit dem aktiven Spiel begonnen habe gehe ich nicht. Ich will nicht das ihn seine Gedanken in einen Strudel zum Absturz bringen. Deshalb habe ich extra auf die Musik die er hört eine Nachricht aufgesprochen, die ihm jetzt erklärt was passiert, aber erst nach fünf Minuten.“

Mit einem Glas Wein in der Hand von beiden stießen sie miteinander an und unterhielten sich eine Weile, bis sie bemerkten, dass er ruhiger wurde.

„Wie es aussieht hat er deine Nachricht erhalten …“

Beide kicherten unisono auf.

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