Glück und Leid, dicht bei einander. Teil 5.

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Was soll man da sagen? Die vier zieren sich als ob sie ihre Unschuld verlieren würden. Nun ja, vom Hans und der Monika wissen wir es ja. Doch welches Geheimnis haben die anderen beiden? Es ist immer eine schwierige Sache Außenstehende in intime Dinge einzuweihen. Und doch, da sind der Theo und die Ines nun in einer Zwickmühle. Wenn sie sich nicht um ein wesentliches öffnen kommen sie keinen Schritt weiter. Doch gerade das möchten sie doch. Aber auch der Hans und die Monika haben da gewisses Interesse. Sticht doch der Theo der Monika ins Auge. Und auch der Hans hat an der Ines etwas mehr als normal gefallen.

Da trifft es sich doch ganz gut, dass alle vier eine Tanzschule besuchen. Wie doch jeder weiß, kommt man sich beim Tanzen sehr nahe. Ja, und die vier haben es nun auch wirklich faustdick hinter den Ohren. Da sind doch gewisse geduldete Berührungen, ja sie sind sogar zum Teil auch so gewollt. Doch diese erwecken nun wieder gewisse Begehrlichkeiten, was nun auch den Eltern auffällt. Spricht doch die Ines zu Hause auffallend viel von einem Hans. Und auch der Theo ist zeitweise richtig verträumt.

„Also das schau ich mir ja nicht mehr länger an. Was ist nur los mit euch beiden. Seit Wochen zickt ihr nur so herum. Und nichts ist euch recht. Nun will ich wissen was da los ist.“

Mit hochrotem Kopf sitzen sie nun im Wohnzimmer. Der Papa hat ja recht. Aber wie sollen sie es ihm sagen. Das wird er ja doch nicht verstehen. Doch der Rolf lässt nicht nach. Nur zögerlich fängt der Theo an zu berichten. Auch wenn er es sich nicht eingestehen kann, so kann es doch nicht weitergehen. Doch der Vater will mehr wissen. Was sind das für Kinder, was ist mit der Familie? Das ist nun doch ein Problem für die Zwillinge. Mit Bedauern müssen sie eingestehen dass sie nicht viel über die anderen wissen. Gerade nur, dass sie den gleichen Namen wie sie haben und dass sie etwas weiter draußen wohnen.

Ja, sie können berichten dass die zwei Mitschüler sich durch gute Leistungen auszeichnen. Und auch ihr Benehmen sei außerordentlich. Was die Familie betrifft, darüber können sie nichts sagen. Nur so viel, dass sie nur eine Mutter haben, aber sonst keine Verwandten. Nun überlegen sie, wie sie die Sache klären können, sprich die Familie näher kennenlernen können. Viel Raum für Besuche haben sie ja nicht in ihrem kleinen Häuschen.

Doch auch der Inge ist das Verhalten ihrer Kinder nicht verborgen geblieben. Auch sie will wissen was da los ist. Ja, auch sie stellt die Kinder zur Rede. Und als ob es so sein müsste, auch die drucksen drum herum.

„Hans, Monika, wir haben uns doch immer alles gesagt. Wir haben doch keine Geheimnisse vor einander, oder?“
„Aber das ist es ja gerade. Bisher waren wir drei ja auch für uns alleine.“
„Na und, sind wir das denn nicht mehr? Ist da jemand noch bei uns? Ich seh hier niemanden.“

Diese Frage hätte sie sich ja sparen können. Sie hat gleich bemerkt, was die Monika damit sagen wollte. Da ist jemand in ihr Leben getreten, den sie bestimmt auch so gern mag wie den Bruder und die Mutter.

„Na ihr zwei, ist es nur einer oder ist da auch noch eine andere dabei?“
„Mama, wenn du doch schon so fragst, es sind ein Junge und ein Mädchen. Und die sind wie wir Zwillinge. Ja, und wir mögen sie beide recht gern. Sie sind mit uns in der Klasse. Nur, sie wohnen doch etwas weit von uns weg.“
„Und was wisst ihr über die Eltern. Ich meine das ist nun mal auch für mich von Interesse.“
„Ach, die reden da nicht viel drüber. Die haben nur einen Vater. Wenn die nicht so weit hätten, dann könnten sie bestimmt auch mal zu uns kommen.“
„Ach Kinder, so fängt es immer an. Und dann ist es ganz schnell passiert, da habt ihr auch schon Kinder. Wie doch die Zeit vergeht. Ja, das ist immer so. Also gut, bis das geschieht, da vergeht doch noch einige Zeit. Aber nun mal allen Ernstes. Da müssen wir sie eben mal ganz offiziell einladen, dann kann ich auch den Vater kennen lernen. Was haben wir heute, Mittwoch, gut dann machen wir es so: Für Freitagmittag sollen sie zu uns kommen und dann werden wir weiter sehen. Der Vater kann sie ja dann am Abend abholen, da kann ich ihn auch kennen lernen. Seit ihr damit einverstanden?“

Sie haben es ja gewusst. Mit der Mutter kann man auch darüber reden. Da sind sie doch beide der Mutter um den Hals gefallen. Dass an diesem Tag die Kleider an bleiben das versteht sich ja von selbst, da muss die Inge ja nicht extra sagen. Nun, der Freitag kommt, die Inge holt die vier von der Schule ab und bringt sie zu sich nach Hause. Da staunen die Ines und der Theo. Das ist ja fast ein Schloss. Und da wohnen die drei ganz allein? Und da ist doch so viel Platz. Doch als sie in die gute Stube kommen da sind sie noch mehr erstaunt. Da, auf dem Sims vom Kamin, da steht ein großes Porträt.

„Hans, Monika, wie kommt ihr zu dem Bild von unseren Großeltern und unserem Papa?“
„Das ist nicht euer Papa, das sind unser Papa und unsere Großeltern.“
„Theo, Ines, das ist mein Mann und seine Eltern. Wartet mal, hinten steht eine Widmung drauf. Da schaut, was da steht. ‚Zur Erinnerung für unsere liebe Inge.“

„Aber das gleiche Bild haben wir zu Hause auch. Nur dass da nicht Inge steht, sondern Doris.“
„Das ist es also.“

Da ist die Inge aber sehr nachdenklich geworden. Dieser dunkle Fleck der Familie ist wieder aufgetaucht. Aber ihr ist es nun egal was damals geschehen ist. Wenn die Kinder es wollen dann sollen sie sich bekommen. Dann muss sie auch mit dem Rolf klar kommen.

Doch dann ist es Essenszeit. Draußen auf der Terrasse hatte sie ja schon den Tisch gedeckt. Schnell haben sie nun das Essen nach draußen verbracht. Und nach dem Essen bekommen der Theo und die Ines einen Einblick in die Nachhilfe der Inge. Schwerpunkt Erdkunde. Liebevoll und doch mit Nachdruck wird gepaukt. Ja, das hatte den beiden bisher gefehlt. Doch auch das geht nun mal zu Ende. Und weil die Sonne so schön strahlt, da mögen die Kinder doch auch mal gern in das Schwimmbecken. Groß genug ist es ja. Doch da ist schon das nächste Dilemma. Die zwei haben keine Badehose.

„Mama, warum müssen die eine Badehose haben? Wir gehen doch auch nackt ins Wasser.“
„Ja, wenn wir alleine sind, dann ist das auch in Ordnung. Aber doch nicht wenn Besuch da ist. Was soll die Ines von dir denken wenn dein Zipfel dann auch noch steht?“
„Ach, das macht nichts. Dem Theo sein Pimmelchen steht auch als. Und der tropft dann auch wenn er nicht gleich ins Bad geht.“

Da müssen doch die anderen lachen. Nur der Theo, der kann da gar nicht lachen. Ist er doch dann immer so erregt, wenn er seine Schwester so ganz ohne sieht. Und die zeigt sich ihm ja dann auch immer extra so besonders. Aber was soll‘s. Das Verlangen ins Wasser zu springen ist nun mal größer als die Scham eine Erregung zu bekommen. Da wird erst einmal im Wasser herum getobt. Endlich mal mehr als nur zu zweit. Da bekommen doch die Mädchen auch mal etwas anderes zum Grabschen. Und auch die Jungs können sich dabei so richtig erfreuen.

Ja, ein Nachmittag wie es sie sich erträumt haben.
War es das nun? Ach, ich glaube nicht.

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