nackt Joggen

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Nach langem habe ich mich endlich getraut, ausgestattet mit meiner GPS-Uhr, meinen Laufschuhen, Musik und sonst nichts, wollte ich joggen gehen.
Und was hattest du an? Nichts, wie schon der Titel verrät, war ich nackt.
Der Nervenkitzel fing schon Zuhause an. „Hast du alles?“, schoss es mir andauernd durch den Kopf! Dabei brauchte ich doch gar nichts, weder das Ersatzshirt für nachher, noch eine richtige Laufhose. Ich wollte ja schließlich nackt laufen.
Ich zog mich aus, nur die Schuh behielt ich an. Ein kurzer Blick durch das Fenster ob nicht gerade der Nachbar im Garten gegenüber ist und schnell ins Auto. Zack! Tür zu und erst mal durch Atmen. Ich fuhr los, nackt Auto fahren ist schon was Besonderes. Ich fuhr zu einem kleinen Wanderparkplatz. Ich dachte mir noch, dass ich mir ja den perfekten Tag ausgesucht habe, ein Samstagnachmittag im November (man weiß ja nicht wann es endgültig zu kalt wird) an einem schön sonnigen Tag, ca. 15°C. Perfekt nicht nur für mich, sondern auch für andere…
Mir wurde ganz mulmig, bin ich wirklich so mutig? Wenn dir jetzt Leute begegnen? Aus juristischer Sicht, ist es erlaubt. Also rein ins Abenteuer!
Dabei reizt mich weniger das gesehen werden bzw. die Provokation, sondern vielmehr das freie Gefühl, den Wind und die Luft die deinen Körper an allen Region des Körpers berührt und natürlich auch der Nervenkitzel.
Ich hatte mich bewusst für einen Weg entschieden, der weniger bewandert wird, jedoch konnte man durch den Regen der letzten Tage einige Spuren sehen. Dabei waren nicht nur Schuhabdrücke sondern auch die Hufe von Pferden und das Profil von Mountain-Bikes.
Ich zog meine Kopfhörer an und machte meine Uhr bereit, wie ein ganz normaler Jogger. Wenn mir jetzt eine Gruppe Wanderer entgegenkommen würde, müsste ich einfach cool bleiben und wie immer reagieren, so als ob nicht besonderes wäre. Ein komischen Blick bekommt doch sowieso, ob man nun nackt oder angezogen ist. Wenn ich normal Grüße, fällt es auch bestimmt erst beim zweite Blick auf und dann bin ich schon vorbei.
Während dem Laufen machte ich mir über viele Sachen Gedanke, stehst bemüht, Ausschau nach anderen Leuten zuhalten. Nach einer Weile kamen mir aber schon „normal“ Gedanken, ich dachte gar nicht mehr darüber nach, das ich tatsächlich nackt bin. Bewusst wurde mir das ganze nur dann, wenn ich an mir runter sah und meine bestes Stück wie eine Glocke umherbummelte. Dabei konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, denn ich war stolz auf mich und es machte wirklich Spaß. Nach ca. 15min drehte ich um und machte mich auf den Rückweg. Vorbei an einem Bachlauf und einer altern Gleisanlage, genoss ich das freie Gefühl. Das Laub raschelte und mit kam es so vor als ob ich der einzige Mensch auf der Erde bin, denn getroffen habe ich keinen.
Nach 30min und 5km war der ganze Ausflug vorbei und ich war gar nicht mehr aufgeregt, sondern glücklich und zufrieden. Das nächste Mal kommt bestimmt, nur das ich dann von Anfang an mutiger und sicherer bin.

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